FilmWelt: Zwischwelten

Lediglich Hardcore-Fans, die alles haben müssen, das ein paar Ekel-Szenen enthält und Liebhaber von Filmen der C-Kategorie könnten hier ob des hohen Trash-Faktors auf ihre Kosten kommen. Obwohl: „So schlecht, dass er schon wieder gut/unterhaltsam/speziell ist“, gilt für diesen Film meines Erachtens nicht, da sollte man sich auch nicht vom Trailer täuschen lassen. Somit kann eigentlich allen eventuell Interessierten nur vom Kauf abgeraten werden.

Gesamteindruck: 1/7


So schlecht, dass er schon wieder gut immer noch schlecht ist.

An diesem Film etwas Positives zu finden, fällt ungemein schwer. Vielleicht könnte man die grundsätzlich brauchbare, wenn auch nicht überragend gute Idee nennen, die dem Ganzen zugrunde liegt. Dass diese wie auf dem DVD-Cover zu lesen ist, von H. P. Lovecraft, dem Altmeister des subtilen Horrors stammen soll, mag man ob der Umsetzung kaum glauben. Eigentlich empfinde ich es eher als Frechheit, dass der gute Name eines hervorragenden Autors auf ein derartiges Machwerk gesetzt wurde. Insgesamt erinnert das Ganze – nebenbei bemerkt – auch ein wenig an das Buch „Das Haus“ („House of Leaves“) von Mark Z. Danielewski, aber auch dessen merkwürdige Faszination wird von „Zwischenwelten“ komplett verfehlt.

Für Kritikpunkte gibt es hingegen viele Ansätze. Als erstes fällt natürlich die mehr als billige Optik auf – das Bild ist so unscharf, dass man teilweise nicht mal erahnen kann, was zu sehen ist; die Kameraführung ist verwackelt und von merkwürdigen Einstellungen geprägt, die Schnitte sind dilettantisch. Ebenso sieht es mit dem Ton aus: in der deutschen Version verdient die Synchronisation ihren Namen nicht, die Stimmen sind außerdem im Verhältnis zur Geräuschkulisse viel zu laut. Zunächst ist man versucht, Bild und Ton als eine Art Experiment im „The Blair Witch Project“ Stil zu sehen, es wird jedoch bald klar, dass dem nicht so ist und der Low-Budget-Teufel gnadenlos zugeschlagen hat. Diesen kann man auch in den Spezial- und Ekeleffekten erkennen, die mit viel gutem Willen aber noch …ähem… „erträglich“ sind. Das mag jetzt für einige als „total Indie“ oder Ähnliches gelten – ich persönlich habe in diesem speziellen Fall aber das Problem, dass ich „Indie“ nicht mit „dilettantisch“ gleichsetzen möchte. Ich mag „Indie“ bei Filmen, bei Spielen, oft auch bei Musik. Aber das hier ist nicht „Indie“ als qualitativer Wert, das hier ist schlicht und einfach dilettantisch und schlecht gemacht.

Technisch haben wir es also mit einer mittleren Katastrophe zu tun. Leider werden damit auch die inhaltlichen Mängel sehr schnell deutlich: die Dialoge sind dümmliche Sub-Standard-Kost, wie man sie aus unzähligen Teenie-Horrorfilmen kennt, allerdings nochmals deutlich unter deren Niveau. Story und Drehbuch sind ebenfalls hanebüchen und kaum der Rede wert – Überraschungen oder interessante Wendungen sind nicht auszumachen, dafür einige eklatante logische Schwächen und Ungereimtheiten. Unterlegt ist diese Mischung mit unfreiwilliger Komik und einem belanglosen Ende. Die Schauspieler selbst bleiben – dem Gesamtkomplex durchaus entsprechend – großteils blass und austauschbar. Wer hier noch mit „Indie-Charme“ argumentiert, feiert vermutlich wirklich alles ab, was nicht aus Hollywood kommt. Und das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein.

Gesamteindruck: 1/7


Originaltitel: Closet Space
Regie: Mel House
Jahr: 2008
Land: USA
Laufzeit: 99 Minuten
Besetzung (Auswahl): Melanie Donihoo, Jovan Jackson, James LaMarr, Morgan McCarthy


Filmvorschau (englisch)


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3 Gedanken zu “FilmWelt: Zwischwelten

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