MusikWelt: Tokyo Warhearts

Children Of Bodom


Diese 45 Minuten waren damals aufregender als so manches, was andere Bands auf Doppel-Live-CDs packen. Ich persönlich ziehe dieses Album auch heute noch dem wahrlich nicht schlechten „Stockholm Knockout Live“ vor, weil mir die „alten“ Songs doch um einiges besser gefallen als die späteren Groover. Ohne Wenn und Aber: „Tokyo Warhearts“ verdient die volle Punktzahl, jeder, der den Aufstieg von Children Of Bodom damals mitverfolgt hat, wird das bestätigen können.

Gesamteindruck: 7/7


Grandioses, frühes Live-Dokument.

Dieses Album aus dem Jahr 1999 gehört zu den Exemplaren, bei denen man sich vom Cover nicht abschrecken lassen darf. Die Godzilla und Reaper-Zeichnung im knallbunten Comicstil wirkt erst nach Anhören des Albums kultig. Allerdings sind das ohnehin nur Äußerlichkeiten, Children Of Bodom-Fans wissen ja, was sie erwartet.

Es gibt mehrere Punkte, die für den Kauf dieser Platte sprechen. Zum einen ist das natürlich der druckvolle Sound, der praktisch keinen Unterschied zu den Studioalben und auch nicht zum wesentlich neuerem und vermutlich auch teurer produziertem Live-Output „Stockholm Knockout Live“ (2006, als DVD auch unter „Chaos Ridden Years – Stockholm Knockout Live“ bekannt) erkennen lässt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber genauso und nicht anders muss es bei einer Band mit dem Sound von Children Of Bodom sein. Ein weiterer Punkt auf der Habenseite sind die technischen Fähigkeiten der damals sehr jungen Truppe aus Finnland, die selbst zu diesem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere bereits nahezu perfekt waren. Durch die präzise Spielweise und dem wie erwähnt exquisiten Sound kommen die melodischen Death Metal-Hymnen bestens zur Geltung.

Auch über die Songauswahl lässt sich nichts Negatives sagen. Einzig am typischen Instrumental, „War Of Razors“ scheiden sich – wie immer die Geister. Wenn man vor der Bühne steht und das Zusammenspiel von Alexi Laiho und Janne Wirman sieht und auch den Spaß, den die beiden an diesem Duell haben, mitbekommt, ist das durchaus in Ordnung. Auf CD ist es zwar nett, aber so richtig will der Funke nicht überspringen. Ähnlich ist es mit dem Intro, das halt „da“ ist, weil es sein muss.

Alle anderen Songs sind hingegen ausnahmslos hohe Punktzahlen wert. Vor allem die Live-Versionen von „Silent Night, Bodom Night“, „Warheart“, „Touch Like Angel Of Death“ und „Downfall“ sind extrem gut gelungen und der jeweiligen Studio-Variante aufgrund der rohen Energie teilweise sogar überlegen. Viel Auswahl gab es nach erst zwei Studioalben natürlich nicht, aber es lässt sich sehr gut erkennen, das sowohl „Something Wild“ (1998) als auch „Hatebreeder“ (1999) nahezu ohne Ausfälle auskamen. Das gelang den Finnen in dieser Perfektion meiner Ansicht nach bisher nur bis „Follow The Reaper“ (2001), aber das ist ein anderes Thema.

Einziger Wermutstropfen in Bezug auf „Tokyo Warhearts“ ist die geringe Spielzeit der CD (etwa 45 Minuten). Vermutlich waren Children Of Bodom bei diesem Konzert nur Vorgruppe… Ich hätte mir ansonsten noch zumindest „Red Light In My Eyes“ auf der Tracklist gewünscht.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Intro – 1:25 – 3/7
  2. Silent Night, Bodom Night – 3:24 – 7/7
  3. Lake Bodom – 4:08 – 7/7
  4. Warheart – 4:07 – 7/7
  5. Bed Of Razors – 4:35 – 7/7
  6. War Of Razors – 2:11 – 4/7
  7. Deadnight Warrior – 3:32 – 6/7
  8. Hatebreeder – 4:30 – 7/7
  9. Touch Like Angel Of Death – 5:53 – 7/7
  10. Downfall – 4:48 – 7/7
  11. Towards Dead End – 6:11 – 7/7

Gesamteindruck: 7/7 


Children Of Bodom auf “Tokyo Warhearts” (1999):

  • Alexi „Wildchild“ Laiho – Vocals, Lead Guitars
  • Alexander Kuoppala – Rhythm Guitars
  • Henkka T. Blacksmith – Bass
  • Jaska Raatikainen – Drums
  • Janne „Warman“ Wirman – Keyboards

Anspieltipp: Silent Night, Bodom Night

2 Gedanken zu “MusikWelt: Tokyo Warhearts

  1. Pingback: Musiker A – Z. | Weltending.
  2. Pingback: MusikWelt: Relentless Reckless Forever | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.