MusikWelt: Razor

Onheil


Onheil liefern mit „Razor“ eine tadellose Debüt-Scheibe ab, die mit einer Leichtigkeit daherkommt, die man so schon länger nicht mehr gehört hat. Tolerante Black Metaller dürften damit ebenso zu überzeugen sein, wie Fans des klassischen Heavy Metal, die auch vor gesteigerter Aggression nicht zurückschrecken. Aus meiner Sicht steht damit einer guten Wertung nichts im Wege.

Gesamteindruck: 6/7


Tadelloses Debüt.

Die Niederländer Onheil bieten auf ihrem ersten Longplayer einen interessanten und abwechslungsreichen Bastard aus Black- und Heavy Metal. Ein bisschen wie Children Of Bodom, deren Musik aber eher auf der Mischung aus Death- und Heavy Metal basiert. Neben den Finnen könnte man Onheil musikalisch auch ein wenig mit Naglfar vergleichen, vor allem, was das Songwriting angeht. All diese Vergleiche sind übrigens durchaus als Ritterschlag zu werten. Die Band selbst bezeichnet ihre Musik übrigens als „Blackened Heavy Metal“, was im Endeffekt sehr treffend ist.

Sofort nach dem üblichen Intro wird man von „Nemesis Light Fading“, den größten Hit auf der Platte, regelrecht überfallen. Dieses Lied ist tatsächlich so eingängig, dass man schon beim ersten Hören am liebsten mitsingen möchte. Dabei sind die Zutaten denkbar einfach: ein erhabenes Riff wird mit feiner Melodie, rasender Double-Bass und gefauchtem Gesang der zwei (!) Vokalisten kombiniert. Diesem Hit gegenüber erschließt sich der Rest des Albums naturgemäß ein wenig schwerer. Ausnahmen: „The Fallen Kingdom“, dessen Riffing stark an den klassischen Heavy Metal angelehnt ist und das dank der schnellen Drums und aggressiven Vocals sehr hymnenhaft (unterstützt auch durch Chorgesang) aus den Boxen kommt. Ebenso der Rausschmeißer „From Above“, bei dem vor allem die Gesangslinie und die Breaks voll überzeugen können. Gelungen sind auch der heftige Titelsong, der fiesen Gesang und einige Death Metal-Parts beinhaltet und „Final Redemption“ mit coolen Gitarrenharmonien, die, stärker noch als in den anderen Stücken, an Iron Maiden angelehnt sind. Die beiden letztgenannten Tracks sind auch sehr abwechslungsreich: bei „Razor“ gibt es einen interessanten Mittelteil mit Akustik-Gezupfe, bei „Final Redemption“ paart sich schleppendes Midtempo mit Black Metal-Raserei. Interessant auch das in der Muttersprache der Truppe gehaltene „Pad Der Verdoemenis“, das in seiner Schroffheit beinahe schon norwegische Verhältnisse erreicht.

Aber auch der Rest der Platte ist mehr als nur brauchbar und fällt gegenüber den genannten Stücken kaum ab. Lediglich das orientalisch (?) angehauchte, mit Manowar-Gedächtnis-Riff beginnende „Day Of Departure“ will bei mir einfach nicht zünden, vermutlich, da dessen Ausrichtung einfach nicht zu den übrigen Liedern passt.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Out Of The Darkness It Comes – 1:13 – 4/7
  2. Nemesis Light Fading – 4:08 – 7/7
  3. As Hope Dies – 4:48 – 5/7
  4. Final Redemption – 4:39 – 6/7
  5. Day Of Departure – 3:58 – 3/7
  6. Razor – 6:56 – 5/7
  7. The Fallen Kingdom – 3:19 – 6/7
  8. Pad Der Verdoemnis – 3:28 – 6/7
  9. Penetration Of Innocence – 5:02 – 4/7
  10. Rain Of Fire – 4:42 – 4/7
  11. From Above – 4:42 – 7/7

Gesamteindruck: 6/7 


Onheil auf “Razor” (2009):

  • Amok – Vocals, Guitars
  • Haat – Vocals, Guitars
  • Sadist – Guitars
  • Nomlis – Bass
  • Terger – Drums

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Ein Gedanke zu “MusikWelt: Razor

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