FilmWelt: Apocalypto

Insgesamt konnte mich der Film als reiner Action-Streifen durchaus überzeugen, ich habe wahrlich schlechteres auf diesem Gebiet gesehen. Das Finale ist tatsächlich ein wenig klischeehaft, kann den guten Gesamteindruck, den „Apocalypto“ bei mir hinterlassen hat aber nicht entscheidend schmälern. Gute 5 Punkte für einen Actionfilm, der eine merkwürdige Mischung aus Innovation und Althergebrachtem bietet und mich sehr gut unterhalten hat. Abzüge gibt es für den Schluss und vor allem für einige Szenen, die doch recht weit hergeholt wirken.

Gesamteindruck: 5/7


Nicht mehr und nicht weniger als ein ungewöhnlicher Action-Film.

Man kennt natürlich die – gelinde gesagt – exzentrischen Anwandlungen von Mel Gibson, die zum Teil durchaus verachtenswert sind. Aus diesem Grund fällt es manchmal auch schwer, Filme dieses Mannes für gut zu befinden. Andererseits ist es auch möglich, den Film von der Person, die dahinter steht zu trennen, wobei diese Möglichkeit aber Ansichtssache ist und letztlich jedem selbst überlassen bleibt. Wenn jemand nicht oder nicht vollständig dazu in der Lage ist oder das einfach nicht machen will, habe ich vollstes Verständnis dafür.

Was „Apocalypto“ betrifft, haben wir es mit einem Action-Spektakel der etwas anderen Art zu tun. Ob alles, was im Film passiert historisch korrekt ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber meiner Meinung nach dient das „südamerikanische Ureinwohner-Setting“ ohnehin nur als Hintergrund. Der Streifen ist nichts Anderes (und will vermutlich auch nichts Anderes sein) als ein Action-Film, der zufällig nicht in irgendeiner amerikanischen Großstadt spielt, sondern im Dschungel der Maya. Ansonsten ist alles genauso klischeehaft, wie es der Fan derartiger Unterhaltung kennt und schätzt: die Bösen sind richtig böse, die Guten sind eigentlich unterlegen, machen es aber durch List und Schlauheit wieder wett. Die (zum Glück kurz gehaltene) Liebesgeschichte darf ebenso wenig fehlen wie der unerschrockene Einzelkämpfer, der sich seiner Gegner in Scharen entledigt.

Das Besondere am Film liegt also nicht in der innovativen Handlung, sondern im exotischen Rahmen. So ist es geradezu erfrischend zu sehen, wie die bösen Jungs einmal nicht mit Messern und Pistolen sondern mit Speeren und Äxten (?) Jagd auf ihre arglosen Opfer machen. Ebenfalls angenehm ist das Verzichten auf Synchronisation. Die Untertitel sind gut lesbar – allerdings kann man der Geschichte auch ohne mitzulesen problemlos folgen, die Dialoge sind sowieso eher oberflächlich. Ein großes Kompliment muss man der Optik des Films aussprechen. Die Kameraführung ist, wie in Hollywood-Action-Movies üblich, rasant und schnell geschnitten, aber es bleibt dennoch immer wieder Zeit für grandiose Naturbilder und spektakuläre Kulissen. Auch gelungene Tieraufnahmen sind reichlich vorhanden. Ebenfalls im grünen Bereich sind die Effekte – wobei gesagt sei, dass der Film wohl aufgrund des Settings um einiges blutiger daherkommt als manch althergebrachter Streifen ähnlichen Kalibers. Freunde gepflegter Action wird es freuen, für Feingeister, die hinter dem Film eine tiefere Botschaft vermuten und ständig nach historischen Fehlern suchen, wird das auch keine Rolle mehr spielen.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: Apocalypto
Regie: Mel Gibson
Jahr: 2006
Land: USA
Laufzeit: 139 Minuten
Besetzung (Auswahl): Rudy Youngblood, Dalia Hérnandez, Jonathan Brewer, Raoul Trujillo


Filmvorschau


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