KonzertWelt: Satyricon (Wien, 19.04.2015)

Datum: Sonntag, 19. April 2015
Location: ((szene)) (Wien)
Tour: “The Dawn Of A New Age 2015″
Headliner: Satyricon
Support: Vredehammer – Oslo Faenskap
Ticketpreis: 27,60 Euro (VVK)


Sonntag: SATYRICON. Montag: „Bloodshot Eyes“.

Gefühlsmäßig war mein letztes SATYRICON-Konzert gar nicht so lange her. Tatsächlich fand die letzte Einzelshow, die ich besucht habe, bereits im Dezember 2013 statt, dann gab es noch einen Auftritt bei den Metaldays 2014. Naja, da kann man tatsächlich nicht sagen, dass es eine Band ist, die man selten sieht. Dennoch: SATYRICON waren am 19. April 2014 in Wien, da konnte man einfach nicht zu Hause bleiben. Auch wenn der Termin mit einem Sonntag denkbar ungünstig angesetzt war. Immerhin fand das Konzert in der kleinen ((szene)) statt, also mit garantiert gutem Blick auf die Bühne.

Um die Kräfte, die an diesem Wochenende eh schon arg strapaziert waren, ein wenig zu schonen (vor allem in Hinblick auf den montäglichen Arbeitstag), wurde beschlossen, erst relativ spät zur ((szene)) zu fahren. Dadurch habe ich von OSLO FAENSKAP nichts gesehen. Von den darauf folgenden VREDEHAMMER zumindest ein paar Songs. War gar nicht schlecht, was da geboten wurde, aber für ein seriöses Urteil habe ich zu wenig mitbekommen. Die Stimmung schien aber sehr gut zu sein.

Danach ging es dann aber ans Eingemachte. Wobei, „danach“ ist immer so ein dehnbarer Begriff… Die Wartezeit zwischen Vorgruppen und Headliner zog sich einmal mehr wie Kaugummi. Dementsprechend groß war die Erlösung, als endlich das immer noch aktuelle SATYRICON-Intro „Voice Of Shadows“ erklang. Der Anfang der Show war mit „The Rite Of The Cross“ meiner Ansicht nach ein wenig verhalten, spätestens mit dem darauf folgenden „Our World, It Rumble Tonight“ tauten Fans und Band dann aber endgültig auf. Auf der Bühne präsentierte man sich gut eingespielt und routiniert – fast schon ein bisschen zu routiniert für meinen Geschmack. Aber auch so: Die Posen haben gesessen und können eigentlich nie verkehrt sein – da sind wahre Berserker am Werk, die Nackenmuskeln aus Stahl haben müssen. So richtig geil wurde es dann mit dem Doppelpack „Now, Diabolical“ und „Black Crow On A Tombstone“ – wer da nicht den Kopf kreisen ließ, dem war nicht mehr zu helfen. Auch die älteren Songs wurden gebührend gefeiert („Filthgrinder“, „The Dawn Of A New Age“ und das selten gehörte „Walk The Path Of Sorrow“), wobei die Stimmung für mein Dafürhalten bei den neueren Sachen ein wenig besser war. Tatsächlich war im Mittelteil der Show eher aufmerksames Zuhören als wildes Headbangen angesagt. Noch dazu, weil Satyr zwischendurch ankündigte, dass man den Spirit des Proberaumes auf die Bühne bringen und daher eine Runde jammen wollte. Nunja, ich halte nicht so viel von solchen Ideen, das mag ganz nett für Musiker sein, aber ich finde es genauso überflüssig, wie Gitarren- und Drumsolos. Dem Großteil des Publikums ging es wohl ähnlich, in den 10 Minuten (oder wie lange das war), in denen man auf der Bühne „improvisierte“ (was mir übrigens nicht sehr authentisch vorkam), war es im Zuschauerraum sehr ruhig.

Aber auch eine solche Phase geht vorbei und SATYRICON kehrten mit „With Ravenous Hunger“ und „The Wolfpack“ wieder zum regulären Set zurück. Durchaus triumphal. Danach gab es natürlich noch „Mother North“, angesagt als Möglichkeit zu den Moment zu feiern, indem man gemeinsam singt. Zum einen weil Österreich und Norwegen so viel gemeinsam haben, zum anderen weil wir alle am Sonntagabend hier versammelt waren und „die anderen Idioten“ eben nicht. War eine ganz gelungene, nette Ansage von Satyr und der Fan-Gesang bei „Mother North“ ist sowieso immer großartig. Ganz schön flott wird das Stück live immer dargeboten, ist mir bei den letzten Konzerten auch schon aufgefallen. Dann war erst einmal Schluss – zumindest verbeugte man sich gemeinsam vor dem Publikum. Frost kam für seine Verhältnisse regelrecht aus sich heraus und animierte die Meute mit Gestampfe auf den Bühnenboden zu noch mehr Applaus. A pro pos: Sollten IRON MAIDEN mal beschließen, einen Film über ihr Maskottchen Eddie zu machen, könnte ich mir Frost (oder Iggy Pop) in dieser Rolle gut vorstellen. Viele derart sehnige Typen gibt es nicht. Wahnsinn, wie Frost aussieht – der muss außerdem ein wirklich merkwürdiger Typ sein. Aber sein Schlagzeugspiel ist über jeden Zweifel erhaben – und auch wie er sich dabei bewegt, wie er zu jedem Schlag ausholt… Das hat schon was, auch wenn er sich hinter der Vielzahl seiner Kessel zu verstecken scheint.

Schluss war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht, eine Zugabe folgte noch. Zunächst griff Meister Satyr bei „Fuel For Hatred“ selbst zur Gitarre, forderte einen Moshpit und bekam ihn auch. War tatsächlich noch etwas Energie im Publikum vorhanden, was der alte Fuchs natürlich erkannt hat. Danach gab es noch das unvermeidliche – und großartige – „K.I.N.G.“ bevor endgültig Schluss war. Eine letzte Verbeugung der gesamten Band, einmal Plektren und Sticks für die Zuschauer – und schon war der Spuk vorbei und die Headbanger wurden zu den Klängen von „Natt“ in die …ähem… Nacht entlassen.

Fazit: SATYRICON sind eine Macht. Live bläst die Band alles weg – und das in grandioser, erhabener Manier. Dennoch muss ich sagen, dass mir die beiden vergangenen Shows, auf denen ich war, etwas besser gefallen haben. Diesmal war der Mittelteil und vor allem diese Gejamme nicht so ganz mein Ding. Cool war im Gegenzug, dass man bei „Die By My Hand“ eine neu arrangierte Version zu hören bekam. Die steht auf dem aktuellen „Live At The Opera“ und funktioniert tatsächlich sehr gut. Grundsätzlich bleibt es jedenfalls dabei: Daumen hoch für SATYRICON, ich freue mich schon auf unsere nächste Begegnung.


Thematisch verwandte Beiträge auf WeltenDing:

2 Gedanken zu “KonzertWelt: Satyricon (Wien, 19.04.2015)

  1. Pingback: Musik A – Z. | Weltending.
  2. Pingback: KonzertWelt: Manowar (Brünn, 15.01.2016) | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.