MusikWelt: Woods 5: Grey Skies & Electric Light

Woods Of Ypres


„Woods 5: Grey Skies & Electric Light“ ist ein Meisterwerk. Jeder einzelne Song auf der Platte fügt sich optimal in die Gesamtstimmung ein und zeichnet ein düsteres, stellenweise aufgrund der Umstände fast schon „ironisch“ zu nennendes Bild. Perfekt komponiert, angemessen und kraftvoll produziert, abwechslungsreich und – genre-untypisch – ausgesprochen frisch, können alle Anhänger düsterer Stimmungen bedenkenlos zugreifen.

Gesamteindruck: 7/7


Unabhängig von der Tragik dahinter: Ein Meisterwerk.

„Woods 5: Grey Skies & Electric Light“ ist ohne Frage ein tragisches Vermächtnis. Aber allzu sehr sollte man den Unfalltod von Gründungsmitglied, Multi-Instrumentalist und Sänger David Gold im Dezember 2011 nicht in den Vordergrund stellen. Schon gar nicht, wenn man sich die Textzeilen „But no monument for me / Please, I am not one of them / I didn’t need it in life / I won’t need it in death“ (aus: „Kiss My Ashes (Goodbye)“) vor Augen hält. Und letztlich ist auch die Musik – so traurig sie auch ist – viel zu gut, um nur auf diese Tragödie reduziert zu werden.

Woods Of Ypres zelebrieren auf ihrem letzten Album einen schweren, melancholischen Stil, bleiben dabei aber immer eingängig und erhaben. Wer gerne Vergleiche mit anderen Bands zieht, kann sich lyrisch und musikalisch einen Bastard aus Type O Negative, Paradise Lost, Tiamat und Nick Cave vorstellen – damit kommt man der Sache relativ nahe, was nicht heißen soll, dass die Kanadier keine eigene Identität besitzen. Hervorstechendstes Merkmal ist die grabestiefe Stimme von David Gold – ein ähnliches Organ kennt man eigentlich nur vom leider ebenfalls viel zu früh verstorbenen Type O Negative-Fronter Peter Steele, eventuell noch von Allen B. Konstanz (The Vision Bleak). Gelegentlich gibt es auch ein wenig vom Black Metal-Gekeife der älteren Scheiben zu hören meist bleibt der Gesang jedoch clean und melodisch.

Einzelne Stücke hervorzuheben ist müßig – die Platte klingt wie aus einem Guss, es gibt keine wirklichen Ausreißer. Lediglich „Modern Life Architecture“ will sich mir einfach nicht so ganz erschließen. Der Großteil der Songs geht sehr schnell ins Ohr. Insbesondere das verhältnismäßig schnelle, fast schon poppige „Career Suicide (Is Not Real Suicide)“ bleibt dank markantem Refrain sofort hängen und entpuppt sich als Ohrwurm, den man nicht mehr so schnell loswird. Ähnlich ist es auch mit „Lightning & Snow“ und „Adora Vivos“, die mit hohem Tempo daherkommen und zwischen klarem und aggressivem Gesang wechseln. Aber auch alle anderen Stücke können überzeugen. Labile Gemüter sollten allerdings einen Bogen um „Woods 5“ machen, speziell Songs wie „Traveling Alone“, „Kiss My Ashes (Goodbye)“, „Finality“ und „Alternate Ending“ atmen eine Traurigkeit, die fast schon greifbar ist. Das ist natürlich nicht für jeden etwas, erzeugt aber in Verbindung mit den anderen Liedern eine ganz eigene, extrem dichte Atmosphäre.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Lightning & Snow – 4:41 – 7/7
  2. Death Is Not An Exit – 5:10 – 7/7
  3. Keeper Of The Ledger – 6:05 – 5/7
  4. Traveling Alone – 5:04 – 7/7
  5. Adora Vivos – 5:42 – 7/7
  6. Silver – 4:49 – 5/7
  7. Career Suicide (Is Not Real Suicide) – 3:44 – 5/7
  8. Modern Life Architecture – 7:21 – 4/7
  9. Kiss My Ashes (Goodbye) – 10:53 – 7/7
  10. Finality – 3:55 – 7/7
  11. Alternate Ending – 4:287/7

Gesamteindruck: 7/7 


Woods Of Ypres auf “Woods 5: Grey Skies & Electric Light” (2012):

  • David Gold () – Vocals, Rhythm Guitars, Drums
  • Joel Violette – Lead Guitars, Bass, Piano
  • Raphael Weinroth-Browne [Guest] – Cello
  • Angela Schleihauf [Guest] – Oboe

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