MusikWelt: Louder Than Hell

Manowar


Überwiegend empfinde ich „Louder Than Hell“ als positiv, auch wenn hier Abwechslung nicht gerade groß geschrieben wird und man sich vor allem im Riff-Bereich stark wiederholt. Im Manowar-Backkatalog gibt es im Endeffekt natürlich bessere Stücke als auf diesem Album, wirklich schwach ist die Platte aber dennoch nicht. Leider krankt das Ganze meiner Ansicht nach an einer ziemlich kraft- und saftlosen Produktion, ein Leiden, das man von Manowar seit den ersten Alben eigentlich nicht mehr kennt. Oder ist hier etwa erstmals mangelnde Spielfreude zu hören? Die direkten Vorgänger-Scheiben hatten wesentlich mehr Wumms, was „Louder Than Hell“ auch sehr gut zu Gesicht gestanden hätte. Damit kann es – trotz einiger guter Songs – für keine höhere Wertung reichen.

Gesamteindruck: 5/7


Solider Manowar-Durchschnitt, kraftlos produziert.

„Louder Than Hell“ (1996) ist kein schlechtes Album. Im Vergleich zu anderen Bands schaffen es Manowar auch auf dieser LP scheinbar mühelos, aus ihrem engen thematischen Umfeld ein Maximum herauszuholen. Das Album beginnt sogar ausnehmend stark: „Return Of The Warlord“ ist ein optimale Hymne zum Einstieg. Der Songtitel spielt auf die Rückkehr von Drummer Scott Columbus (R.I.P. 2011) an, der die Band 1990 verlassen hatte. Musikalisch wird typischer Manowar-Stoff der schnelleren Sorte geboten, lyrisch greift man in den Klischeetopf „Lebensgefühl des Metallers/Bikers“. So muss ein Album der „Kings Of Metal“ eröffnet werden. Sehr gut gelungen sind auch die nachfolgenden Stücke „Brothers Of Metal (Part 1)“ und „The Gods Made Heavy Metal“, wobei hier – man ahnt es schon – die Texte besser sein könnten. Das liegt weniger an der grundsätzlichen Thematik, die man von Manowar natürlich genau so hören möchte, als vielmehr daran, dass beide Songs unmittelbar aufeinander folgen und sich lyrisch praktisch wie ein Ei dem anderen gleichen. So geballt hat man „Steel“, „Fight“ und „Metal“ selten hochleben lassen… Davon abgesehen sind beide Stücke aber gut gelungen. Gleiches gilt auch für das epische, halb-balladeske „King“ und den pfeilschnellen Rausschmeißer „The Power“. Die obligatorische Ballade „Courage“ kann sich auch hören lassen, ist jedoch keineswegs so dramatisch, wie man das von der Band auch schon gehört hat. Das Prädikat „zu kitschig“ trifft es eher… „Brauchbar, aber nicht essentiell“ gilt auch für „Outlaw“, das vor allem aufgrund der eher ungewöhnlichen Western-Thematik hervorsticht (etwas, was Manowar mit dem hervorragenden „El Gringo“ erst auf „The Lord Of Steel“ (2012) wieder aufgreifen sollten).

So viel zu den guten bis brauchbaren Stücken auf „Louder Than Hell“. Die restlichen drei Nummern können bei mir hingegen überhaupt nicht punkten. Insbesondere die beiden Instrumentals „Today Is A Good Day To Die“ und „My Spirit Lives On“ (in dem Neuzugang Karl Logan an der Gitarre zeigt, was er kann) finde ich völlig nichtssagend und überflüssig. Wer mit solchen Stücken was anfangen kann, wird wohl zufrieden damit sein, ich hätte einen rein instrumentalen Titel ausreichend gefunden. Und schließlich gibt es in der Mitte der Platte noch den Track „Number 1“, ein absolut durchschnittliches Stück Musik, das nicht zündet und nicht hängen bleibt. Zwar kein Totalausfall, aber für Manowar-Verhältnisse erschreckend belanglos.

Größter Schwachpunkt ist meines Erachtens die Produktion. Das Album klingt dumpf und wenig druckvoll – was Manowar meiner Meinung nach gar nicht gut zu Gesicht steht. Da kann auch der einmal mehr genial singende Eric Adams nichts retten. Interessant, dass ältere Scheiben wie „The Triumph Of Steel“ (1992) und „Kings Of Metal“ (1988) wesentlich stärker produziert waren und im wahrsten Sinne des Wortes nach „Schwermetall“ klangen. Schade drum, mit mehr „Wumms“ wäre für „Louder Than Hell“ mehr drin gewesen, ist es doch einigen seiner Nachfolger vom Songwriting her deutlich überlegen.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Return Of The Warlord – 5:19 – 6/7
  2. Brothers Of Metal – 3:54 – 5/7
  3. The Gods Made Heavy Metal – 6:03 – 5/7
  4. Courage – 3:49 – 5/7
  5. Number 1 – 5:11 – 3/7
  6. Outlaw – 3:22 – 4/7
  7. King – 6:25 – 6/7
  8. Today Is A Good Day To Die – 9:42 – 2/7
  9. My Spirit Lives On – 2:09 – 2/7
  10. The Power– 4:09 – 6/7

Gesamteindruck: 5/7 


Manowar auf “Louder Than Hell” (1996):

  • Eric Adams − Vocals
  • Karl Logan − Guitar
  • Joey DeMaio − Bass, Keyboards
  • Scott Columbus (†) − Drums

Thematisch verwandte Beiträge auf WeltenDing:

7 Gedanken zu “MusikWelt: Louder Than Hell

  1. Pingback: Musik A – Z. | Weltending.
  2. Pingback: MusikWelt: Kings Of Metal MMXIV | Weltending.
  3. Pingback: MusikWelt: Kings Of Metal | Weltending.
  4. Pingback: MusikWelt: Gods Of War | Weltending.
  5. Pingback: MusikWelt: The Lord Of Steel | Weltending.
  6. Pingback: MusikWelt: Warriors Of The World | Weltending.
  7. Pingback: MusikWelt: Renegade | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.