SpielWelt: Gothic

Alles in allem kann man das Spiel ruhigen Gewissens als Meilenstein bezeichnen, vor allem was das einzigartige Spielgefühl betrifft. Wenn ich die Bewertung damals nach dem ersten Durchspielen abgegeben hätte, wären es sicher 7/7 Punkte geworden. Aus heutiger Sicht müssen 6 ausreichen, da der Nachfolger „Gothic II“ das alles noch einmal in den Schatten stellte – was daraus ab Teil 3 wurde ist eine andere Geschichte.

Gesamteindruck: 6/7


Ein unerwarteter Geniestreich.

„Gothic“ war damals (2001) für mich ein echter Zufallstreffer. Ich habe mir das Spiel nicht mal in einem Online-Shop, Elektro-Discounter oder ähnlichem, sondern im normalen Supermarkt (!) zugelegt, einfach aus Langeweile und weil es gerade im Angebot war. Das ich mit diesem Spiel mal so viel Zeit verbringen würde und ich es auch so viele Jahre später noch ab und an auf meinem PC installiere, hätte ich bei niemals erwartet.

Dass die Grafik aus heutiger Sicht hoffnungslos veraltet ist versteht sich von selbst – darauf braucht man nicht extra eingehen und es ändert ja auch nichts an der grundsätzlichen Klasse von Gothic. Wodurch die – allen Fans nur zu gut bekannte – typische „Gothic-Sucht“ ausgelöst wird, ist nicht so einfach zu erklären. Die Quests sind recht abwechslungsreich, aber keineswegs überdurchschnittlich gut oder fantasievoll. Die Steuerung ist – gelinde gesagt – gewöhnungsbedürftig, geht aber nach einer gewissen Zeit akzeptabel von der Hand. Der Schwierigkeitsgrad ist vor allem zu Beginn, ohne Rüstung und herausragende Fähigkeiten, ziemlich knackig. Hinzu kommen weite Laufwege, eine rudimentäre Karte (die sich noch zu einem „Gothic“-Markenzeichen entwickeln sollte) und (gelegentlich) ärgerliche Abstürze.

Trotz dieser Macken übt das Spiel nach wie vor einen unwiderstehlichen Reiz aus. Das liegt zum einen an den tollen NPCs, mit ihrer lockeren Ausdrucksweise (ebenfalls ein Markenzeichen), zum anderen an der absolut stimmungsvollen Umgebung. Die Umwelt, die drei Lager, Ruinen und Steinkreise – das alles ist hervorragend gelungen und versprüht einen ganz eigenen Charme, der einen sofort gefangen nimmt. Dazu tragen auch die tollen Synchronsprecher und die gelungene Musikuntermalung (allein der Auftritt von In Extremo im „Alten Lager“…) bei. Die Story war damals ebenfalls frisch und unverbraucht und man folgte ihr nur zu gerne. Auch das Erfahrungssystem mit den Lernpunkten lässt einen kaum mehr los – zu gern möchte man in allen Fertigkeiten Perfektion erreichen.

Gesamteindruck: 6/7


Genre: Rollenspiel
Entwickler: Piranha Bytes
Jahr: 2001
Gespielt auf: PC


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6 Gedanken zu “SpielWelt: Gothic

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