BuchWelt: Sweet Sixteen

Birgit Vanderbeke


Im Mittelpunkt steht bei „Sweet Sixteen“ die schon zigmal thematisierte Auflehnung der Jugend gegenüber der Erwachsenenwelt. Das allein ist schon Grund zur Skepsis, dieser Stoff ist zwar prinzipiell zeitlos, andererseits gibt es sehr viele ausgezeichnete Werke in diesem Bereich. Nichtsdestotrotz gelingt es Birgit Vanderbeke mit einer guten und kreativen Idee, ein brauchbares „was-wäre-wenn“-Szenario zu schaffen. Leider ist sie nicht konsequent genug – der Roman kratzt kaum an der Oberfläche.

Gesamteindruck: 3/7


Bleibt hinter den Möglichkeiten zurück.

Dabei ist der Spannungsaufbau von „Sweet Sixteen“ zunächst sehr gelungen. Die Erzählung ist temporeich und hat einige überraschende Wendungen parat. Auch die angedeutete Kritik an den Medien, an der Politik und am gesamten System weiß zu überzeugen. Durchaus positiv kann man auch den Stil der Autorin hervorheben, die auf Anführungszeichen in der direkten Rede verzichtet – das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, geht dem Leser aber recht schnell in Fleisch und Blut über.

Letztlich fehlt aber komplett die Intensität, die die Autorin beispielsweise in „Das Muschelessen“ (1990) so überzeugend vermitteln kann. Dass „Sweet Sixteen“ so leicht und schnell zu lesen ist, liegt einfach an der geringen Substanz. Vanderbeke schafft es nicht, die Motive einer Jugendbewegung überzeugend darzulegen – alles wirkt viel zu distanziert und kaum zu Ende gedacht. Das führt letztlich auch beim Leser zu immer größer werdender Distanz, bis man sich am Ende fragt, wozu man dieses Buch eigentlich gelesen hat. Wirklich neue Erkenntnisse – wie es vermutlich die Intention der Autorin war – gewinnt man dadurch nämlich nicht. Schade, denn mit den Reaktionen von Medien und Politik trifft die Autorin wiederum ziemlich ins Schwarze. Das allein rechtfertigt meiner Ansicht nach jedoch keine höhere Wertung – dazu hätten beide Seiten wesentlich tiefer ausgeleuchtet werden müssen.

Gesamteindruck: 3/7


Autorin: Birgit Vanderbeke
Originaltitel: Sweet Sixteen
Erstveröffentlichung: 2005
Umfang: 144 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


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