BuchWelt: Ein Käfer im Ameisenhaufen

Arkadi & Boris Strugatzki


In „Ein Käfer im Ameisenhaufen“ verlangen Arkadi und Boris Strugatzki dem Leser einmal mehr sehr viel Eigenleistung ab. Auch wenn hier mehr erklärt wird, als in anderen Romanen der Brüder, entziehen sich viele Passagen nach wie vor dem einfachen Verständnis. Hier ist Mitdenken angesagt. Wer damit nichts anfangen kann, wird mit diesem Buch ebenso wenig Freude haben, wie mit dem Großteil der anderen Strugatzki-Veröffentlichungen.

Gesamteindruck: 6/7


Mak Sim als Detektiv.

„Ein Käfer im Ameisenhaufen“ von den russischen Strugatzki-Brüdern ist der zweite Teil der Trilogie um Maxim „Mak Sim“ Kammerer. Zentriert sich der zehn Jahre vor diesem Buch erschienene Vorgängerroman, „Die bewohnte Insel“, noch sehr stark auf den Hauptprotagonisten, ist in vorliegendem Werk eine grundsätzlich andere Herangehensweise zu beobachten. Es gibt eine Reihe von Nebenpersonen, deren Erfahrungen und Vergangenheit wesentlich ausführlicher beleuchtet werden – der Leser erhält dadurch mehr Input, als man es aus anderen Strugatzki-Erzählungen kennt.

Der Inhalt des Buches ist eine Art Detektivgeschichte; allgemein gesprochen ist der Held auf der Suche nach einer bestimmten Person. In diesem Fall ist die Herausforderung – sowohl für die Hauptfigur als auch für den Leser – aus ihm nur zögerlich zugänglich gemachten Informationen seine Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. Das Gefühl, für einen riesigen Apparat zu arbeiten, der keine Notwendigkeit darin sieht, seine Anweisungen zu erläutern, ist allgegenwärtig. Dementsprechend schwer fällt die Lektüre zeitenweise – vor allem auch, weil bis zum Schluss nicht klar wird, was das Ganze eigentlich soll.

Dass die Schriftsteller von ihrem Publikum so viel Mitarbeit verlangen, schlägt sich auch in diesem Werk im Stil nieder. Er entspricht genau dem, was man von den Klassikern der russischen Science Fiction erwartet, ist entsprechend distanziert und spröde. Auch damit muss man als Leser zurechtkommen – mir persönlich gefällt diese Abweichung zum westlichen Standard (der natürlich auch einiges für sich hat!) ausgesprochen gut.

Für die volle Punktezahl reicht es zwar nicht, ausgesprochen interessant ist der philosophische Ansatz über das Wesen der Menschheit aber allemal.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Arkadi & Boris Strugatzki
Originaltitel: Жук в муравейнике.
Erstveröffentlichung: 1979
Umfang: 196 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: eBook, in „Strugatzki Gesammelte Werke 1.“


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