BuchWelt: Sveta und der Junge aus dem Wald

Axel Saalbach


Das Zweitwerk von Axel Saalbach ist eine Ko-Produktion mit der Autorin Ramona Mädel. Gemeinsam gelingt den beiden eine spannende, schnell zu lesende Geschichte aus dem „Komarow-Universum“. Jeder, der etwas mit deutschsprachigen (und in diesem Fall in Deutschland spielenden) Dystopien anfangen kann und sich nicht an der recht jugendlichen Hauptfigur steht, sollte hier zugreifen.

Gesamteindruck: 6/7


Schnell und gut zu lesen.

Den deutschen Autor Axel Saalbach kennen einige vielleicht durch seinen hervorragenden Debüt-Roman „Das Haus Komarow“. Nun liegt mit „Sveta und der Junge aus dem Wald“ sein Zweitwerk vor, das er gemeinsam mit Ramona Mädel verfasst hat. Inhaltlich bewegen sich die beiden auch mit diesem Werk in der von Saalbach geschaffenen (von mir mangels eines besseren Begriffes „Komarow-Universum“ genannten) Welt. Sehr erfreulich – denn auch wenn man das Buch lesen und verstehen kann, wenn man „Das Haus Komarow“ nicht kennt, ist es schön, dass Lesern des Debüts ein paar Anknüpfungspunkte geboten werden.

Grundsätzlich ist „Sveta und der Junge aus dem Wald“ zeitlich vor „Das Haus Komarow“ angesiedelt – ein Prequel im eigentlichen Sinne ist es aber nicht. Dennoch ist es schön, beispielsweise etwas mehr über die Figur „Medwed“ zu erfahren, einen meiner Lieblingscharaktere aus dem Vorgänger. Das bringt mich auch gleich zu einem anderen Punkt: An „Das Haus Komarow“ gab es für einen Debüt-Roman meines Erachtens nicht viel auszusetzen – ein Punkt waren aber die Charaktere, die mir persönlich nicht tief genug waren. An diesem Punkt konnte das Autorenduo meines Erachtens stark nachlegen. Die namensgebende Hauptfigur und auch die Nebencharaktere sind wesentlich ausgefeilter. Dass es dafür oft nicht viel braucht, zeigt eben das genannte Beispiel „Medwed“, der in diesem Buch eigentlich kaum präsent ist, dessen Rolle in „Das Haus Komarow“ durch die Ereignisse in „Sveta und der Junge aus dem Wald“ aber deutlich aufgewertet wird. Auch wenn die beiden Bücher nicht übertrieben viele Berührungspunkte haben, sind es diese kleinen Verknüpfungen, die mir besonders gut gefallen. Unabhängig davon ist es diesmal gelungen, mit „Sveta“ eine wesentlich griffigere und sympathischere Hauptperson zu schaffen, mit der die Identifikation leicht fällt. Und auch die Familie, deren Söldner und die „Hüter des mittleren Ilmtales“ sind nun deutlich greifbarer. Mein liebster Nebencharakter ist diesmal übrigens „Jan“, der Bruder von Sveta. Ich habe einfach eine Schwäche für „schwierige“ Rollen, glaube ich. Abgesehen davon hat man bei dieser Figur tatsächlich das Gefühl von noch stärkerer Tiefgründigkeit und sieht eine interessante Entwicklung des Charakters. Man hat sogar den Eindruck, dass „Jan“ durchaus Potential für eine eigene Geschichte hat.

Man sieht schon, dass ich persönlich viel Wert auf die Charaktere einer Geschichte lege. Aber auch zum Inhalt möchte ich etwas sagen: „Sveta und der Junge aus dem Wald“ ist deutlich kürzer als „Das Haus Komarow“. Diese Straffung sorgt dafür, dass die Geschichte temporeicher und straffer wirkt. Das Abenteuer, das dem Leser hier präsentiert wird, liest sich schnell und bis zum Schluss spannend – der einen oder anderen überraschenden Wendung sei Dank. Ich habe mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt. Interessant auch, wie eine Geschichte, obwohl sie von zwei Autoren geschrieben wurde, wie aus einem Guss klingt.

Zum Abschluss noch einen Wunsch an den Autor: Aus meiner Sicht hat das „Komarow-Universum“ sehr viel Potential. Mir würde es gefallen, wenn man in einem größeren Umfang etwas mehr über die Hintergründe dieser dystopischen Welt erfahren würde. Alle Möglichkeiten dafür scheint dieses Universum zu besitzen. Dieser Aspekt fehlt mir in „Das Haus Komarow“ und in „Sveta und der Junge aus dem Wald“ nämlich ein wenig.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Axel Saalbach
Originaltitel: Sveta und der Junge aus dem Wald.
Erstveröffentlichung: 2015
Umfang: 252 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: eBook


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3 Gedanken zu “BuchWelt: Sveta und der Junge aus dem Wald

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