FilmWelt: Predator

Arnold Schwarzenegger als muskelbepackter Anführer einer Such- und Rettungsmannschaft, irgendwo im zentralamerikanischen Dschungel? Noch dazu gejagt von einer unsichtbaren, außerirdischen Kreatur? Starker Tobak, den Regisseur John McTiernan dem geneigten Zuseher in „Predator“ (1987) auftischt. Aber was soll man sagen – in seinem Genre ist dieser Film einer der Besten. Da kann es nur die Höchstwertung geben.

Gesamteindruck: 7/7


Klassiker aus der „Goldenen Epoche“ der Action-Filme.

Grundsätzlich fällt es leicht, „Predator“ als reinen Action-Streifen abzuhandeln. Schließlich besteht das Testosteron-strotzende Söldner-Team neben Schwarzenegger u. a. aus den nicht minder gut gebauten Jesse „The Body“ Ventura (ex-Wrestler, später interessanterweise genau wie Schwarzenegger zum Gouverneur gewählt), Carl Weathers (ex-Footballer, „Apollo Creed“ in „Rocky“) und Sonny Landham (Star in diversen Porno-Produktionen). Neben der geballten Muskelmasse gibt es außerdem: Markige Sprüche (z. B. der Wahnsinns-Sager „Das Zeug macht dich zum supergeilen Dinosaurier… Genau wie mich!“), exzessiven Einsatz unterschiedlichster Waffen (vom Revolver bis zur Kalaschnikow, von der Hubschrauber-kompatiblen Minigun bis zum Granatwerfer, von Pfeil und Bogen bis zum futuristischen Equipment des Predators), viel Blut (dunkelrot und grün-fluoriszierend), unübersichtlichen Urwald und einen eklatanten Mangel an Frauen (nur eine einzige Schauspielerin im gesamten Film). Das Drehbuch ist nicht Oscar-verdächtig, aber immerhin brauchbar, die Story ist zweckmäßig, Dialoge und Handlung sind vollkommen übertrieben bzw. überzeichnet.

Unglaublich ist, wie es der Regisseur schafft, aus diesen archaischen Zutaten einen absolut stimmigen Film zu generieren, der in seinem Genre zu Recht als Klassiker gilt. Die Komposition der Bilder ist einzigartig, derart bedrohlich und realistisch wurde der Dschungel selten eingefangen. Die Darstellung der Söldnertruppe ist konsequent und logisch; auch wenn es naturgemäß keine Charakterentwicklung gibt, hat man mit der Identifikation keinerlei Probleme. Die Umkehrung der Rollen (von den Jägern zu den Gejagten) gelingt nahtlos und die immer stärker werdende Bedrohung, die vom Predator ausgeht, wird im Laufe des Filmes geradezu meisterhaft inszeniert. A pro pos „Predator“: Der Jäger aus dem Weltall wurde maskentechnisch sehr gut umgesetzt. Und dass die Kamera gelegentlich die ganz eigene Perspektive des riesenhaften Trophäensammlers einfängt ist ausgesprochen erfrischend.

Viel Negatives gibt es von diesem Film eigentlich nicht zu berichten, zumindest nicht, wenn man keine tiefgründigen Charaktere und eine Story zum Nachdenken erwartet (wobei: wer unbedingt will, kann den Film auch als Anspielung auf das US-Trauma „Vietnam“ lesen). Zwar wird für meinen Geschmack das Prinzip „Zehn kleine Negerlein“ ein bisschen zu sehr strapaziert, aber damit kann man leben. Einzig das Finale ist dann doch ein wenig zu überzeichnet, aber auch das kann den guten Gesamteindruck nicht schmälern.

Fazit: Einer der besten Filme aus der „Goldenen Ära“ des Action-Kinos. An „Predator“ kommt keiner seiner Nachfolger heran – und auch andere, neuere Action-Streifen erreichen die Klasse dieses Films selten. Damit kann es nur die volle Punktezahl geben. Das mag im Hinblick auf andere Filme, die eine bessere Geschichte erzählen, bei denen es gute schauspielerische Leistungen und ein tolles Drehbuch gibt übertrieben erscheinen – aber „Predator“ unterhält einfach unglaublich gut. Und das ist auch etwas, was ein Film letztlich tun soll.

Gesamteindruck: 7/7


Originaltitel: Predator
Regie: John McTiernan
Jahr: 1987
Land: USA
Laufzeit: 107 Minuten
Besetzung (Auswahl): Arnold Schwarzenegger, Carl Weathers, Bill Duke, Jesse Ventura


Filmvorschau (Englisch)


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