FilmWelt: Jurassic Park III

Man kann hier exakt das Gleiche schreiben, wie schon bei der Rezension zu „Vergessene Welt“. Auf den Punkt gebracht: Auch Teil 3 des Jurassic Park-Franchise scheitert an Erwartungen und Umsetzung. Daran kann auch der riesige Spinosaurus nichts ändern. Leider.

Gesamteindruck: 2/7


Nahezu völlig misslungen.

Gut ansehen kann man sich diesen Streifen, wenn man sich gerne Dinosaurier ansieht. Diese sind nämlich auch im dritten Teil der „Jurassic Park“-Reihe exzellent gelungen – das hat man aber auch nicht anders erwartet. Vor allem die neu dazugekommenen Flugsaurier, die wirklich bösartig wirken, wurden sehr gut umgesetzt. Schwierigkeiten habe ich mit dem zweiten „Neuling“, dem Spinosaurus. Das liegt weder an seiner schieren Größe (war wohl tatsächlich so riesig), noch daran, dass er den T-Rex als mächtigsten Bewohner der Isla Sorna ablöst. Vielmehr ist es verwunderlich, dass die Menschen bereits in „Vergessene Welt“ soviel Zeit auf dieser Insel verbringen und nichts von diesem Riesen bemerken… Insgesamt sehnt man aber den ganzen Film über seine Auftritte herbei, wenngleich diese manchmal doch sehr unfreiwillig (?) komisch wirken (Stichwort: „Satellitentelefon-Szene“).

Nun gehören Logikfehler seit jeher zu Filmen im Allgemeinen und zu Jurassic Park im Speziellen, jedoch verwunderte es schon bei „Vergessene Welt“, wie sehr eine solche Geschichte an den Haaren herbei gezogen werden kann. Teil 3 macht es leider nicht besser. Allein schon die Eröffnungssequenz mit dem Gleitschirm, der von einem Boot gezogen wird, wirkt völlig aus der Luft gegriffen. Da fährt das Boot durch eine aus dem Nichts auftauchende, unecht wirkende Nebelbank, es ruckelt ein wenig am Schirm und plötzlich ist der Steuermann verschwunden – wohin erfährt man nicht. Das ist ähnlich unsinnig wie der T-Rex in Teil 2, der irgendwie alle Menschen auf dem Frachtschiff tötet und danach trotzdem wieder in seinem Gefängnis ist. Ein anderes Beispiel ist der hartnäckige Spinosaurus, der nach einem Kampf gegen den T-Rex (beste Szene im Film, leider viel zu kurz) lieber die kleinen, zweibeinigen Häppchen um die ganze Insel jagt, anstatt sich an seinem gefallenen Gegner zu laben. Wir wissen heute zwar nicht wirklich viel über das Verhalten von Dinosauriern, aber das wirkt doch sehr unglaubwürdig und nur als Ausrede, um den heimlichen Star des Filmes öfters im Bild zu haben.

Die Story ist diesmal eine Rettungsmission, natürlich wieder von einer völlig unzureichend ausgerüsteten Expedition durchgeführt, die gleich zu Beginn drastisch reduziert wird. Ein Kind, das schlauer ist, als alle Erwachsenen ist konsequenterweise ebenfalls wieder mit von der Partie – verständlich, da ja die junge Zielgruppe bedient werden will. Anstelle von Jeff Goldblum darf diesmal Sam Neill alias Dr. Alan Grant die Hauptrolle spielen, was exakt den gleichen Effekt wie in „Vergessene Welt“ hat: einer ohne den anderen funktioniert in Jurassic Park offensichtlich nicht. Diesmal sind allerdings die übrigen Schauspieler nicht ganz so farblos wie in Teil 2, jedoch trotzdem allesamt weit entfernt von einer oscarverdächtigen Leistung. Die Dialoge wirken großteils aufgesetzt und unausgegoren, um nicht zu sagen dümmlich.

Auch der Schluss schafft es wieder nicht, die goldene Mitte zu treffen, obwohl das bei einem derart misslungenen Film kaum noch eine Rolle spielt. War das Ende von Teil 2 noch viel zu langatmig, wird hier nach knapp über 90 Minuten umso überhasteter und unrealistischer abgebrochen, was dem Ganzen Trauerspiel zumindest die passende Glaubwürdigkeitskrone aufsetzt und den Zuschauer damals sinnierend hinterließ, ob der geplante vierte Teil diese Leistung noch einmal unterbieten wird. Doch das ist eine andere Geschichte.

Gesamteindruck: 2/7


Originaltitel: Jurassic Park III
Regie: Joe Johnston
Jahr: 2001
Land: USA
Laufzeit: 92 Minuten
Besetzung (Auswahl): Sam Neill, William H. Macy, Alessandro Nivola, Laura Dern


Filmvorschau (Deutsch)


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7 Gedanken zu “FilmWelt: Jurassic Park III

  1. Pingback: Filme A-Z | Weltending.
  2. Vergessene Welt fand ich ja sogar noch ganz okay, auch wenn er am Horror-Syndrom krankte, dass sagt, dass in jeder Fortsetzung mehr Leute da sein müssen, die man um die Ecke bringen kann. Aber der hier ist einfach kompletter Schrott von vorne bis hinten. Mal abgesehen von den angesprochenen Flugsaurieren hat der Film wirklich nix zu bieten, was auch nur ansatzweise interessant oder sinnvoll umgesetzt wurde. Jurassic World habe ich zwar noch nicht gesehen, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass der diesen Quark noch unterbietet.

    • Danke für den Kommentar, der das unterstreicht, was auch ich denke. „Jurassic World“ konnte ich mir (leider?) auch noch nicht ansehen – ich denke mal, dass ich das auch nicht so schnell nachholen werde. Käuflich werde ich ihn jedenfalls nicht erwerben, wenn er nicht mal bei Netflix kommt, wird es wohl dauern, bis er dann im Free TV zu sehen ist. Früher mal wäre ich ja sofort ins Kino gelaufen, um so einen Film zu sehen. Leider haben mir Teil 2 + 3 das gründlich vermiest – und auch die Vorschau von „Jurassic World“ hat mir eher Angst (und zwar nicht wegen der Dinosaurier…) gemacht. Wobei… schlechter als dieses Machwerk geht es wohl tatsächlich nicht, was diesen Franchise betrifft.

      • Jurassic Park ist ja einer dieser Filme, bei denen ich es immer noch bedauere, den nicht im Kino gesehen zu haben. Jurassic World hingegen geht mir auch ziemlich am Arsch vorbei. Das liegt aber auch nicht nur an den Vorgängern, sondern auch daran, dass Actionfilme dieser Art heute eh alle gleich sind und zwar scheiße. Das ist alles nur noch Over-The-To-Geballer mit irgendwelchen Superhelden. Die müssen auch nicht mal ein Kostüm tragen. Selbst John McClane ist ja mittlerweile ein Übermensch, der unverletzlich einfach alles überlebt.

      • Ich verstehe das gelegentlich sogar. Wenn es um „Action um der Action Willen“ geht und das auch klar ist und nicht aufgesetzt wirkt, kann es unterhaltsam sein. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich viele Filme auf die moderne Technik verlassen und dabei das, was z. B. die 1980er-Jahre-Action bei allem Trash-Faktor ausgemacht hat, vollkommen außer Acht lassen: Die Seele. Die fehlt komplett. Nicht nur, aber besonders m Action-Segment.

      • Ja, darauf wollte ich hinaus. Es wirkt alles so lieblos zusammengesetzt. Fließbandarbeit quasi, wo alles dem anderen gleicht. Ich denke auch, dass deshalb zB Mad Max Fury Road so beliebt ist. Der macht ja eigentlich das, was früher immer gemacht wurde, und grenzt sich damit so schön vom restlichen aktuellen Programm ab.

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