BuchWelt: Nehmen Sie mich beim Wort

Peter Clar


Leicht lesbar ist der Stoff, den der Autor hier anbietet, natürlich nicht immer; ab und zu ist Durchhaltevermögen angesagt. Aber wer es wagt, gewinnt dennoch mehr als er sich vorstellen kann. Klare Kaufempfehlung für Freunde anspruchsvoller, experimentellerer Literatur.

Gesamteindruck: 6/7


Ein Buch ohne Handlung? Es funktioniert.

In seinem Debüt „Nehmen Sie mich beim Wort“ versucht sich Peter Clar an einem interessanten Experiment: ein Text, der das Grundgerüst eines Romans aufweist und dabei versucht, weitestgehend ohne Handlung auszukommen.

Grundsätzlich beinhaltet das Buch eine Geschichte über zwei Personen, die sich lieben, es aber einfach nicht schaffen, zueinander zu finden. So weit, so konventionell. Das Besondere daran ist, was Clar daraus macht: ein Spiel mit der Sprache, das seinesgleichen sucht. Der nahezu hypnotischen Wirkung des Ganzen, das Züge assoziativen Schreibens aufweist, kann man sich kaum entziehen. Es ist schwer erklärbar, woher diese Faszination kommt; vermutlich liegt es daran, dass sich der Leser stark an die eigenen, manchmal wirren Gedankengänge erinnert fühlt. Ständig hat man das Gefühl, der Autor will unbedingt eine Geschichte erzählen, wird aber von seinen eigenen abschweifenden Gedanken und den Tücken unserer Sprache daran gehindert. Für andere Bücher wäre das eine Katastrophe, hier ist es gewollt und innovativ. Dem Schriftsteller gelingt es dabei scheinbar spielend, den Leser trotz der nur rudimentären Handlung bei der Stange zu halten – irgendwie will man doch wissen, wie die ganze Sache für X und Y (so die „Namen“ der Protagonisten) ausgeht.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Peter Clar
Originaltitel: Nehmen Sie mich beim Wort.
Erstveröffentlichung: 2009
Umfang: 123 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


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SpielWelt: Gothic 3

Im Endeffekt können „Gothic“-Fans hierfür eigentlich kaum mehr als 4 Punkte geben. Auch wenn softwaretechnisch im Laufe der Jahre nachgebessert wurde – beim Inhalt liegt einfach zu viel im Argen. „Gothic“-Neulinge können noch mindestens einen Punkt abziehen, sollten sie mit diesem Teil in die Serie einsteigen. Die ohnehin dünne Story erklärt praktisch keine Zusammenhänge mit den Vorgängern und man steht somit komplett im Regen – zumindest wenn man sich wirklich für die Hintergrundgeschichte interessiert. Der altbekannte „Gothic“-Suchtfaktor stellt sich zwar im Großen und Ganzen noch immer ein, ist aber doch ein wenig getrübt – und vor allem nicht mehr so anhaltend.

Gesamteindruck: 4/7


Reicht nicht an die Vorgänger heran.

Nach den ersten beiden Teilen der „Gothic“-Serie hätte sich wohl niemand träumen lassen, dass Teil 3 das Publikum derart polarisieren würde. Wenn man jetzt – da einige Jahre vergangen sind – versucht, so emotionslos wie möglich an das Ganze heranzugehen, um so halbwegs objektiv zu bleiben (vollständige Objektivität ist ja, wie jeder Rezensent wissen sollte, nicht möglich), bleiben folgende Punkte stehen:

Das Spiel war bei Auslieferung durch große und kleine Bugs praktisch unspielbar. Diese Probleme wurden zwar mittlerweile weitgehend behoben, nichtsdestotrotz ist das ein großer Kritikpunkt. Immerhin ist es so, dass man viel Geld für ein Spiel bezahlt hat und dafür auch ein einwandfreies Produkt erwarten kann (muss). Hier macht es sich der Hersteller und auch viele der Fans etwas zu einfach, wenn sie sagen, dass mittlerweile alles perfekt funktioniert. Wenn dafür erst eine große Anzahl an Patches, die zum Teil „nur“ von der Community erstellt wurden, notwendig sind, ist eindeutig etwas falsch gelaufen.

Als durchaus positiv ist hingegen das allgemeine Spielgefühl zu werten. Man befindet sich in einer Welt, die typisch für „Gothic“ ist. Dazu gehören zum einen die vielen NPCs, die wie immer mit ihrer lockeren Ausdrucksweise und den bekannt guten Synchronsprechern überzeugen. Auch die Spielwelt ist sehr gut gelungen, wurde vergrößert (was aber nicht unbedingt ein großer Vorteil ist) und beeindruckt mit toller Grafik, vielen liebevollen Details und schöner Naturkulisse. Die Kreaturen, die diese Welt bevölkern, sind ebenfalls in Ordnung, wenngleich es hier nach wie vor die von anderen Kritikern immer wieder angesprochenen Balancing-Probleme gibt. Gelungen ist auch der Aufbau der Spielwelt an sich, der sehr herausfordernd ist – vor allem durch die gewohnt rudimentäre Landkarte. Ein Atmosphäre-Dämpfer (neben vielen anderen Kleinigkeiten) ist dagegen, dass beispielsweise Skelette oder Golems bei Treffern bluten. Das verwundert doch einigermaßen, da hier schon Teil eins Knochen- bzw. Steinsplitter bot!

Es gibt aber auch abseits der Bugs Punkte, die einfach enttäuschend sind. Neben dem unausgegorenen Balancing (Stichwort Flammenschwert, Truheninhalte, Stärke von Orks vs. Stärke von Kreaturen usw.) ist vor allem die Story ein Problem. Sie ist nämlich kaum vorhanden und der Held wird mehr oder weniger allein gelassen. Dieses Konzept klappt zwar in der „The Elder Scrolls“-Reihe sehr gut, die „Gothic 3“-Programmierer haben es aber leider nicht geschafft, dadurch zu fesseln. Mit ein Grund dafür sind einerseits die Quests, die einfach viel zu wenig Abwechslung bieten und andererseits das Questlog selbst, das einfach unfertig und – banal ausgedrückt – schlecht wirkt. Dass dort nur Dialoge wiedergegeben werden kann mitunter wirklich zum Problem werden, wenn aus denen nicht hervorgeht, wo man zum Beispiel den Auftrag bekommen hat. Unverständlich, hier hatten die beiden Vorgänger einiges mehr zu bieten. Mehr zu bieten hatten früher auch die Freunde des Helden. So toll viele andere NPCs umgesetzt wurden, die alten Weggefährten sind erschreckend farblose Randfiguren. Unfertig wirkt auch das Ende des Spiels – es gibt zwar drei alternative Schlüsse, so richtig überzeugend ist aber keiner davon.

Die grundsätzlichen Veränderungen gegenüber den Vorgängern stören mich hingegen weniger. Dass man mit Orks nun sprechen und sich ihnen sogar anschließen kann, finde ich eine Bereicherung. Dass die Orks die Städte der Menschen besetzt halten ist eine interessante Sache, auch die Entscheidungen, die das für den Spieler mit sich bringt; nach 3 oder 4 Städten wird es dann aber doch eintönig. Das neue Kampsystem ist zwar auf Dauer etwas stupide, aber für Massenkämpfe auf jeden Fall besser geeignet als die alte Steuerung.

Insgesamt ist das aber im Vergleich zum Geniestreich „Gothic“ und zum absoluten Meisterwerk „Gothic II“ keine Leistung, auf die Piranha Bytes stolz sein kann. Daran hat sich auch in den fast schon 10 Jahren, die zwischen dem Zeitpunkt dieser Rezension und dem Erscheinen von „Gothic 3“ liegen, nichts geändert.

Gesamteindruck: 4/7


Genre: Rollenspiel
Entwickler: Piranha Bytes
Jahr: 2006
Gespielt auf: PC


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FilmWelt: Jurassic Park III

Man kann hier exakt das Gleiche schreiben, wie schon bei der Rezension zu „Vergessene Welt“. Auf den Punkt gebracht: Auch Teil 3 des Jurassic Park-Franchise scheitert an Erwartungen und Umsetzung. Daran kann auch der riesige Spinosaurus nichts ändern. Leider.

Gesamteindruck: 2/7


Nahezu völlig misslungen.

Gut ansehen kann man sich diesen Streifen, wenn man sich gerne Dinosaurier ansieht. Diese sind nämlich auch im dritten Teil der „Jurassic Park“-Reihe exzellent gelungen – das hat man aber auch nicht anders erwartet. Vor allem die neu dazugekommenen Flugsaurier, die wirklich bösartig wirken, wurden sehr gut umgesetzt. Schwierigkeiten habe ich mit dem zweiten „Neuling“, dem Spinosaurus. Das liegt weder an seiner schieren Größe (war wohl tatsächlich so riesig), noch daran, dass er den T-Rex als mächtigsten Bewohner der Isla Sorna ablöst. Vielmehr ist es verwunderlich, dass die Menschen bereits in „Vergessene Welt“ soviel Zeit auf dieser Insel verbringen und nichts von diesem Riesen bemerken… Insgesamt sehnt man aber den ganzen Film über seine Auftritte herbei, wenngleich diese manchmal doch sehr unfreiwillig (?) komisch wirken (Stichwort: „Satellitentelefon-Szene“).

Nun gehören Logikfehler seit jeher zu Filmen im Allgemeinen und zu Jurassic Park im Speziellen, jedoch verwunderte es schon bei „Vergessene Welt“, wie sehr eine solche Geschichte an den Haaren herbei gezogen werden kann. Teil 3 macht es leider nicht besser. Allein schon die Eröffnungssequenz mit dem Gleitschirm, der von einem Boot gezogen wird, wirkt völlig aus der Luft gegriffen. Da fährt das Boot durch eine aus dem Nichts auftauchende, unecht wirkende Nebelbank, es ruckelt ein wenig am Schirm und plötzlich ist der Steuermann verschwunden – wohin erfährt man nicht. Das ist ähnlich unsinnig wie der T-Rex in Teil 2, der irgendwie alle Menschen auf dem Frachtschiff tötet und danach trotzdem wieder in seinem Gefängnis ist. Ein anderes Beispiel ist der hartnäckige Spinosaurus, der nach einem Kampf gegen den T-Rex (beste Szene im Film, leider viel zu kurz) lieber die kleinen, zweibeinigen Häppchen um die ganze Insel jagt, anstatt sich an seinem gefallenen Gegner zu laben. Wir wissen heute zwar nicht wirklich viel über das Verhalten von Dinosauriern, aber das wirkt doch sehr unglaubwürdig und nur als Ausrede, um den heimlichen Star des Filmes öfters im Bild zu haben.

Die Story ist diesmal eine Rettungsmission, natürlich wieder von einer völlig unzureichend ausgerüsteten Expedition durchgeführt, die gleich zu Beginn drastisch reduziert wird. Ein Kind, das schlauer ist, als alle Erwachsenen ist konsequenterweise ebenfalls wieder mit von der Partie – verständlich, da ja die junge Zielgruppe bedient werden will. Anstelle von Jeff Goldblum darf diesmal Sam Neill alias Dr. Alan Grant die Hauptrolle spielen, was exakt den gleichen Effekt wie in „Vergessene Welt“ hat: einer ohne den anderen funktioniert in Jurassic Park offensichtlich nicht. Diesmal sind allerdings die übrigen Schauspieler nicht ganz so farblos wie in Teil 2, jedoch trotzdem allesamt weit entfernt von einer oscarverdächtigen Leistung. Die Dialoge wirken großteils aufgesetzt und unausgegoren, um nicht zu sagen dümmlich.

Auch der Schluss schafft es wieder nicht, die goldene Mitte zu treffen, obwohl das bei einem derart misslungenen Film kaum noch eine Rolle spielt. War das Ende von Teil 2 noch viel zu langatmig, wird hier nach knapp über 90 Minuten umso überhasteter und unrealistischer abgebrochen, was dem Ganzen Trauerspiel zumindest die passende Glaubwürdigkeitskrone aufsetzt und den Zuschauer damals sinnierend hinterließ, ob der geplante vierte Teil diese Leistung noch einmal unterbieten wird. Doch das ist eine andere Geschichte.

Gesamteindruck: 2/7


Originaltitel: Jurassic Park III
Regie: Joe Johnston
Jahr: 2001
Land: USA
Laufzeit: 92 Minuten
Besetzung (Auswahl): Sam Neill, William H. Macy, Alessandro Nivola, Laura Dern


Filmvorschau (Deutsch)


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Fremdwelt: Montagsfrage (15)

Beim Surfen auf diversen Blogs findet man immer wieder interessante Dinge. Mich interessiert es beispielsweise, Fragen zu beantworten – und auch die Antworten Anderer zu lesen. Ein Blog, auf dem eine „Montagsfrage“ gestellt wird, habe ich unlängst entdeckt: „Buchfresserchen“ nennt sich das Ding, dessen Startseite hier zu finden ist. Ich werde versuchen, die Montagsfrage regelmäßig zu beantworten.


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Gibt es ein aktuelles „Hype“-Buch, das du ignorierst?

Was heißt „ein aktuelles“… Ich kann generell sagen, dass ich noch nie ein „Hype-Buch“ gekauft habe. Ich wüsste gar nicht, was aktuell gerade „gehyped“ wird. „50 Shades of Grey“ vielleicht? Da fällt mir das Ignorieren nicht schwer. Das einzige Buch (bzw. die einzige Serie) wo man vermuten könnte, dass ich auf einen Hype aufgesprungen bin, war „Game of Thrones“. Da habe ich tatsächlich erst im Laufe der ersten Staffel der Fernsehserie beschlossen, mir „Das Lied von Eis und Feuer“ zu kaufen und wirklich sofort zu lesen. Dazu muss man aber sagen, dass der Hype zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz so groß war, wie er noch wurde und dass ich „Die Herren von Winterfell“ ohnehin schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste hatte. Die gelungene Serie hat mir dann den endgültigen „Schubs“ gegeben. Die Antwort:

Ja, gibt es. Und zwar jedes, das aktuell gehyped wird. Ausnahme wäre, dass es ein Thema betrifft, das mich sowieso interessiert. Das hat dann aber nichts mit dem Hype, sondern nur mit dem Inhalt zu tun.

FilmWelt: Predator

Arnold Schwarzenegger als muskelbepackter Anführer einer Such- und Rettungsmannschaft, irgendwo im zentralamerikanischen Dschungel? Noch dazu gejagt von einer unsichtbaren, außerirdischen Kreatur? Starker Tobak, den Regisseur John McTiernan dem geneigten Zuseher in „Predator“ (1987) auftischt. Aber was soll man sagen – in seinem Genre ist dieser Film einer der Besten. Da kann es nur die Höchstwertung geben.

Gesamteindruck: 7/7


Klassiker aus der „Goldenen Epoche“ der Action-Filme.

Grundsätzlich fällt es leicht, „Predator“ als reinen Action-Streifen abzuhandeln. Schließlich besteht das Testosteron-strotzende Söldner-Team neben Schwarzenegger u. a. aus den nicht minder gut gebauten Jesse „The Body“ Ventura (ex-Wrestler, später interessanterweise genau wie Schwarzenegger zum Gouverneur gewählt), Carl Weathers (ex-Footballer, „Apollo Creed“ in „Rocky“) und Sonny Landham (Star in diversen Porno-Produktionen). Neben der geballten Muskelmasse gibt es außerdem: Markige Sprüche (z. B. der Wahnsinns-Sager „Das Zeug macht dich zum supergeilen Dinosaurier… Genau wie mich!“), exzessiven Einsatz unterschiedlichster Waffen (vom Revolver bis zur Kalaschnikow, von der Hubschrauber-kompatiblen Minigun bis zum Granatwerfer, von Pfeil und Bogen bis zum futuristischen Equipment des Predators), viel Blut (dunkelrot und grün-fluoriszierend), unübersichtlichen Urwald und einen eklatanten Mangel an Frauen (nur eine einzige Schauspielerin im gesamten Film). Das Drehbuch ist nicht Oscar-verdächtig, aber immerhin brauchbar, die Story ist zweckmäßig, Dialoge und Handlung sind vollkommen übertrieben bzw. überzeichnet.

Unglaublich ist, wie es der Regisseur schafft, aus diesen archaischen Zutaten einen absolut stimmigen Film zu generieren, der in seinem Genre zu Recht als Klassiker gilt. Die Komposition der Bilder ist einzigartig, derart bedrohlich und realistisch wurde der Dschungel selten eingefangen. Die Darstellung der Söldnertruppe ist konsequent und logisch; auch wenn es naturgemäß keine Charakterentwicklung gibt, hat man mit der Identifikation keinerlei Probleme. Die Umkehrung der Rollen (von den Jägern zu den Gejagten) gelingt nahtlos und die immer stärker werdende Bedrohung, die vom Predator ausgeht, wird im Laufe des Filmes geradezu meisterhaft inszeniert. A pro pos „Predator“: Der Jäger aus dem Weltall wurde maskentechnisch sehr gut umgesetzt. Und dass die Kamera gelegentlich die ganz eigene Perspektive des riesenhaften Trophäensammlers einfängt ist ausgesprochen erfrischend.

Viel Negatives gibt es von diesem Film eigentlich nicht zu berichten, zumindest nicht, wenn man keine tiefgründigen Charaktere und eine Story zum Nachdenken erwartet (wobei: wer unbedingt will, kann den Film auch als Anspielung auf das US-Trauma „Vietnam“ lesen). Zwar wird für meinen Geschmack das Prinzip „Zehn kleine Negerlein“ ein bisschen zu sehr strapaziert, aber damit kann man leben. Einzig das Finale ist dann doch ein wenig zu überzeichnet, aber auch das kann den guten Gesamteindruck nicht schmälern.

Fazit: Einer der besten Filme aus der „Goldenen Ära“ des Action-Kinos. An „Predator“ kommt keiner seiner Nachfolger heran – und auch andere, neuere Action-Streifen erreichen die Klasse dieses Films selten. Damit kann es nur die volle Punktezahl geben. Das mag im Hinblick auf andere Filme, die eine bessere Geschichte erzählen, bei denen es gute schauspielerische Leistungen und ein tolles Drehbuch gibt übertrieben erscheinen – aber „Predator“ unterhält einfach unglaublich gut. Und das ist auch etwas, was ein Film letztlich tun soll.

Gesamteindruck: 7/7


Originaltitel: Predator
Regie: John McTiernan
Jahr: 1987
Land: USA
Laufzeit: 107 Minuten
Besetzung (Auswahl): Arnold Schwarzenegger, Carl Weathers, Bill Duke, Jesse Ventura


Filmvorschau (Englisch)


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MusikWelt: Unisonic

Unisonic


Seien wir uns ehrlich: Wer vom Gespann Kiske/Hansen nicht etwas erwartet hat, das wenigstens ungefähr in Richtung Helloween geht, hat entweder keinen emotionalen Bezug zur guten, alten Zeit oder einfach noch nie was von den beiden gehört. Oder beides. Unabhängig davon: Wenn man das und das teils durchwachsene Songwriting sowie die um eine Spur zu glatte Produktion zusammen nimmt, reicht es für wohlwollende fünf Punkte. Ich gebe auch gleich zu, dass ich diese vier als Fan von Kiske und Hansen vergebe. Bei jeder anderen Band wäre ich wohl strenger gewesen und hätte mindestens einen Zähler abziehen müssen…  

Gesamteindruck: 5/7


Eine Frage der Erwartungen.

Michael Kiske und Kai Hansen, die beiden bekanntesten Männer dieser Band, zu der außerdem Gitarrist Mandy Meyer (ex-Gotthard), Drummer Kosta Zafiriou und Bassist Dennis Ward (beide (ex-)Pink Cream 69) gehören, taten nicht wirklich etwas, um die Erwartunghaltung zu entkräften. Im Gegenteil, auf der Vorab-EP „Ignition“ fand sich mit dem Kernstück „Unisonic“ ein Song, der den Geist der Vergangenheit sofort aufleben ließ. Manchen öffentlichen Rezensenten geht das so gegen den Strich, dass sie sogar von „Etikettenschwindel“ sprechen, was natürlich völliger Blödsinn ist. Dennoch ist es so, dass die Full-Length-CD „Unisonic“ doch ein wenig anders klingt, als man es nach dem flotten, das Album eröffnenden Titeltrack erwartet.

Um es auf den Punkt zu bringen: Mit Metal im engeren Sinne haben Unisonic recht wenig am Hut. Das merkt man insbesondere an der Gitarrenarbeit, die vergleichsweise im Hintergrund steht – abgesehen von einigen fetzigen und sehr gelungenen Soloeinlagen. Auch das Tempo ist deutlicher im Hard Rock als im Heavy Metal angesiedelt. Stellenweise lassen die Stücke vom Aufbau her recht deutlich an (wen wundert’s?) Pink Cream 69 oder Place Vendome denken. Sogar Reminiszenzen von Bon Jovi sind zu erkennen – also alles, nur kein Heavy Metal á lá Helloween und Gamma Ray (außer in homöpathischen Dosen). Und das obwohl, Kai Hansen bei sieben der elf regulären Tracks als (Co-)Komponist gelistet wird. Daran merkt man, dass der sympathische Hamburger sich offenbar tatsächlich mal an einem anderen Genre versuchen wollte. Nichts verlernt hat übrigens Michael Kiske. Der Mann singt nach wie vor – und ich übertreibe nur ein bisschen – gottgleich. Seine Stimme ist auf jedem einzelnen Track einfach unglaublich, umso wehmütiger denkt man an die seligen „Keeper“-Zeiten zurück, mit denen man eigentlich schon längst abgeschlossen hatte.

Das sind die Fakten, die man bedenken muss, bevor man sich eine Anschaffung von „Unisonic“ überlegt und danach möglicherweise schwer enttäuscht ist. Was das Songwriting (primär von Hansen und Ward übernommen) angeht, bin ich etwas hin- und hergerissen. Die musikalische Qualität ist allen Beteiligten natürlich nicht abzusprechen – aber ein wenig unspektakulär kommt ihr Debütalbum schon daher, sogar dann, wenn man nicht mit völlig überzogenen Erwartungen ran geht. Dennoch, nach einigen Durchläufen kristallisieren sich einige starke Songs heraus: Der Opener und Titeltrack ist – wie beschrieben – die härteste und in meinen Ohren auch beste Nummer der Platte. Ein geradliniger Metal-Song ohne viel Schnickschnack, mit super Bridge. Setzt sich schnell im Gehörgang fest und bleibt dann auch dort. Ebenfalls recht metallisch angehaucht sind das an neuere Gamma Ray erinnernde „My Sanctuary“ und der famose Stampfer „King For A Day“, zwei klasse Stücke, die keine Wünsche offen lassen. Von den rockigeren Stücken überzeugt mich nur „Souls Alive“ zu 100 Prozent – was für eine Hammer-Bridge/Refrain-Kombination!

Alle anderen Stücke brauchen ein paar Durchgänge mehr und wollen auch dann nicht so recht zünden. Sehr schwach ist insbesondere das schlicht und einfach stinklangweilige „I’ve Tried“ von dem nichts hängen bleibt. Die obligatorische Ballade „No One Ever Sees Me“ ist glücklicherweise das einzige von Kiske allein geschriebene Stück – ein begnadeter Songwriter war der Mann ja noch nie und dieser Song hört sich irgendwie wie ein Weihnachtslied an. Totalausfall! Der Rest ist durchschnittlich, wie beispielsweise die an GammaWeen-Ausschusstracks erinnernden „Never Too Late“ und „We Rise“ – weder schlecht noch außergewöhnlich gut. Lediglich bei „Star Rider“, das ein bisschen an David Bowie denken lässt, horcht man ein wenig auf.

Einen Punkteabzug gibt es von mir in der Kür. Meiner Ansicht nach hätte es der Platte sehr gut getan, wenn man Kai Hansen ein paar Gesangsspuren mehr gegönnt hätte. Wie gesagt, Michael Kiske singt jedes Stück hervorragend, aber ein bisschen Kontrastprogramm durch die eigenwillige Stimme von Hansen wäre schon schön gewesen, wie man in „King For A Day“ nachhören kann. Schade, hier wurde viel Potential verschenkt.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Unisonic – 3:27 – 7/7
  2. Souls Alive – 5:15 – 7/7
  3. Never Too Late – 4:29 – 4/7
  4. I’ve Tried – 4:55 – 2/7
  5. Star Rider – 4:19 – 5/7
  6. Never Change Me − 3:44 − 3/7
  7. Renegade − 4:38 − 4/7
  8. My Sanctuary − 4:17 − 6/7
  9. King For A Day − 4:10 − 7/7
  10. We Rise − 4:40 − 3/7
  11. No One Ever Sees Me – 6:16 – 1/7

Gesamteindruck: 5/7 


Unisonic auf “Unisonic” (2012):

  • Michael Kiske − Vocals
  • Kai Hansen − Guitar, Vocals
  • Mandy Meyer − Guitar
  • Dennis Ward − Bass
  • Kosta Zafiriou − Drums

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BuchWelt: Die Wellen ersticken den Wind

Arkadi & Boris Strugatzki


„Die Wellen ersticken den Wind“ ist ein gelungener Abschluss der „Kammerer-Trilogie“. Gewohnt herausfordernd trotz ungewohntem Aufbau lädt das Buch dazu ein, sich mit dem Wesen der Menschheit zu beschäftigen. Von diesem Gesichtspunkt aus kann man den Roman nur als gelungen bezeichnen. Eine hohe Punktzahl geht damit meiner Ansicht nach in Ordnung. Übrigens: Man sollte die Vorgängerromane gelesen haben, bevor man zu diesem Buch greift. Die Verbindung ist zwar eher locker, dennoch wird ansonsten Vieles absolut unverständlich bleiben.

Gesamteindruck: 6/7


Die Kunst der Rekonstruktion.

Es ist nicht einfach mit den Romanen von Arkadi und Boris Strugatzki. Mit ein Grund dafür sind die vielen „weißen Stellen“, in ihren Erzählungen. Also Teile, an denen wichtige Informationen zu fehlen scheinen, die nach einer Eigeninterpretation des Lesers verlangen. Genau das ist es, was viele Leser modernerer Science Fiction abschrecken wird; und genau das ist es auch, was die Bücher der russischen Schriftsteller-Brüder so interessant und lesenswert macht. Denn auch abseits der von den Autoren ursprünglich vorgesehenen Interpretationsmöglichkeiten, die sich großteils auf das kommunistische Russland ihrer Zeit beziehen, gibt es immer aktuelle Lesarten für ihre Bücher. Dass das mitunter anstrengend sein kann und nicht nebenher funktioniert, soll nicht unerwähnt bleiben. Wer die leichte Unterhaltung sucht, sollte also auch von „Die Wellen ersticken den Wind“ die Finger lassen.

Stilistisch unterscheidet sich dieser dritte und letzte Teil der Trilogie um Maxim „Mak Sim“ Kammerer grundlegend von seinen Vorgängern (was auch kein Wunder ist – „Die bewohnte Insel“ erschien 1969, „Ein Käfer im Ameisenhaufen“ 1979). Die Geschichte setzt sich aus Teilen von Dokumenten und Interviews zusammen, hat also einen ähnlichen Charakter wie beispielsweise „Dracula“ von Bram Stoker. Im Gegensatz dazu ist „Die Wellen ersticken den Wind“ allerdings im typischen Strugatzki-Stil verfasst, also sehr trocken und ausgesprochen komplex. In diesem Buch hat sich die eigentliche Hauptfigur, also Maxim Kammerer, noch mehr von seiner ursprünglichen Rolle entfernt, als in „Ein Käfer im Ameisenhaufen“. Diesmal ist er überhaupt nur Interpret für von einem Anderen vorgelegte Dokumente, in denen außergewöhnliche Ereignisse beschrieben werden, die auf Aktivitäten der Wanderer auf der Erde hinweisen. Was das letztlich bedeutet und ob sich tatsächlich außerirdische „Progressoren“ auf der Erde befinden, soll hier nicht verraten werden. Nur so viel: In üblicher Strugatzki-Manier ist nichts wie es scheint und der Leser muss am Ende selbst entscheiden, wie er die Handlung verstehen will.

Wobei es nicht ganz so „schlimm“ ist. In der aktuellsten Gesamtfassung gibt es auch zu dieser Geschichte die Erläuterungen von Boris Strugatzki, die einiges klarer werden lassen. Dennoch bleibt mehr als genug Spielraum für eigene Gedankenexperimente.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Arkadi & Boris Strugatzki
Originaltitel: Волны гасят ветер.
Erstveröffentlichung: 1985
Umfang: 158 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: eBook, in „Strugatzki Gesammelte Werke 1.“


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Fremdwelt: Montagsfrage (14)

Beim Surfen auf diversen Blogs findet man immer wieder interessante Dinge. Mich interessiert es beispielsweise, Fragen zu beantworten – und auch die Antworten Anderer zu lesen. Ein Blog, auf dem eine „Montagsfrage“ gestellt wird, habe ich unlängst entdeckt: „Buchfresserchen“ nennt sich das Ding, dessen Startseite hier zu finden ist. Ich werde versuchen, die Montagsfrage regelmäßig zu beantworten.


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Thema Book Haul, schlagt ihr manchmal richtig zu?

Zunächst mal muss ich zugeben, dass ich nicht wusste, was ein „Book Haul“ überhaupt sein soll. Wie dem auch sei – bei mir ist das früher sogar gelegentlich vorgekommen, mittlerweile aber kaum noch. Der „SuB“ (auch ein Wort bzw. eine Abkürzung, die ich noch nicht so lange kenne) ist eh schon groß genug, da reicht es, wenn einzelne Bücher dazu kommen. Die Antwort:

Nein, das kommt so gut wie nie vor. Schon gar nicht mehr, seit ich praktisch nur noch eBooks kaufe.

BuchWelt: Sveta und der Junge aus dem Wald

Axel Saalbach


Das Zweitwerk von Axel Saalbach ist eine Ko-Produktion mit der Autorin Ramona Mädel. Gemeinsam gelingt den beiden eine spannende, schnell zu lesende Geschichte aus dem „Komarow-Universum“. Jeder, der etwas mit deutschsprachigen (und in diesem Fall in Deutschland spielenden) Dystopien anfangen kann und sich nicht an der recht jugendlichen Hauptfigur steht, sollte hier zugreifen.

Gesamteindruck: 6/7


Schnell und gut zu lesen.

Den deutschen Autor Axel Saalbach kennen einige vielleicht durch seinen hervorragenden Debüt-Roman „Das Haus Komarow“. Nun liegt mit „Sveta und der Junge aus dem Wald“ sein Zweitwerk vor, das er gemeinsam mit Ramona Mädel verfasst hat. Inhaltlich bewegen sich die beiden auch mit diesem Werk in der von Saalbach geschaffenen (von mir mangels eines besseren Begriffes „Komarow-Universum“ genannten) Welt. Sehr erfreulich – denn auch wenn man das Buch lesen und verstehen kann, wenn man „Das Haus Komarow“ nicht kennt, ist es schön, dass Lesern des Debüts ein paar Anknüpfungspunkte geboten werden.

Grundsätzlich ist „Sveta und der Junge aus dem Wald“ zeitlich vor „Das Haus Komarow“ angesiedelt – ein Prequel im eigentlichen Sinne ist es aber nicht. Dennoch ist es schön, beispielsweise etwas mehr über die Figur „Medwed“ zu erfahren, einen meiner Lieblingscharaktere aus dem Vorgänger. Das bringt mich auch gleich zu einem anderen Punkt: An „Das Haus Komarow“ gab es für einen Debüt-Roman meines Erachtens nicht viel auszusetzen – ein Punkt waren aber die Charaktere, die mir persönlich nicht tief genug waren. An diesem Punkt konnte das Autorenduo meines Erachtens stark nachlegen. Die namensgebende Hauptfigur und auch die Nebencharaktere sind wesentlich ausgefeilter. Dass es dafür oft nicht viel braucht, zeigt eben das genannte Beispiel „Medwed“, der in diesem Buch eigentlich kaum präsent ist, dessen Rolle in „Das Haus Komarow“ durch die Ereignisse in „Sveta und der Junge aus dem Wald“ aber deutlich aufgewertet wird. Auch wenn die beiden Bücher nicht übertrieben viele Berührungspunkte haben, sind es diese kleinen Verknüpfungen, die mir besonders gut gefallen. Unabhängig davon ist es diesmal gelungen, mit „Sveta“ eine wesentlich griffigere und sympathischere Hauptperson zu schaffen, mit der die Identifikation leicht fällt. Und auch die Familie, deren Söldner und die „Hüter des mittleren Ilmtales“ sind nun deutlich greifbarer. Mein liebster Nebencharakter ist diesmal übrigens „Jan“, der Bruder von Sveta. Ich habe einfach eine Schwäche für „schwierige“ Rollen, glaube ich. Abgesehen davon hat man bei dieser Figur tatsächlich das Gefühl von noch stärkerer Tiefgründigkeit und sieht eine interessante Entwicklung des Charakters. Man hat sogar den Eindruck, dass „Jan“ durchaus Potential für eine eigene Geschichte hat.

Man sieht schon, dass ich persönlich viel Wert auf die Charaktere einer Geschichte lege. Aber auch zum Inhalt möchte ich etwas sagen: „Sveta und der Junge aus dem Wald“ ist deutlich kürzer als „Das Haus Komarow“. Diese Straffung sorgt dafür, dass die Geschichte temporeicher und straffer wirkt. Das Abenteuer, das dem Leser hier präsentiert wird, liest sich schnell und bis zum Schluss spannend – der einen oder anderen überraschenden Wendung sei Dank. Ich habe mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt. Interessant auch, wie eine Geschichte, obwohl sie von zwei Autoren geschrieben wurde, wie aus einem Guss klingt.

Zum Abschluss noch einen Wunsch an den Autor: Aus meiner Sicht hat das „Komarow-Universum“ sehr viel Potential. Mir würde es gefallen, wenn man in einem größeren Umfang etwas mehr über die Hintergründe dieser dystopischen Welt erfahren würde. Alle Möglichkeiten dafür scheint dieses Universum zu besitzen. Dieser Aspekt fehlt mir in „Das Haus Komarow“ und in „Sveta und der Junge aus dem Wald“ nämlich ein wenig.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Axel Saalbach
Originaltitel: Sveta und der Junge aus dem Wald.
Erstveröffentlichung: 2015
Umfang: 252 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: eBook


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SpielWelt: Gothic II (+ AddOn: Die Nacht des Raben)

Nachdem ich auf „Gothic“ eher zufällig gestoßen war, war Teil 2, durch unbändige Vorfreude geschürt, ein gezielter Kauf. Ebenso verhielt es sich mit dem Add-On – „Die Nacht des Raben“ musste ich einfach haben. Dass nicht immer alles, was man sich so kauft gut ist, konnte ich an Gothic 3 hautnah erleben. Aber „Gothic II“ ist und bleibt einfach ein Meisterwerk.

Gesamteindruck: 7/7


Stellt den Vorgänger knapp, den Nachfolger locker in den Schatten.

„Gothic II“ schließt mehr oder weniger unmittelbar (ein paar Wochen sind vergangen) an die Geschehnisse des ersten Teils an. Nachdem das Erlernen von Fähigkeiten ein wesentlicher Teil des Spielspaßes von „Gothic“ war und ist, wurde der Held durch einen Gedächtnisverlust wieder „auf Null“ gesetzt. Ansonsten wurde vieles verändert und verbessert, manches blieb auch beim Alten. Stärken, wie die extrem dichte Atmosphäre, die den Spieler einfach nicht mehr loslässt, die lockeren Sprüche der Charaktere, die exzellente Musikuntermalung und die liebevoll gestaltete Umgebung wurden beibehalten. Sobald man auf die ersten NPCs trifft fühlt man sich sofort heimisch und das altbekannte Suchtgefühl stellt sich augenblicklich ein. Die Grafik wurde stark verbessert, die Spielwelt drastisch vergrößert. Ebenfalls verbessert wurde die Steuerung, obwohl diese nach wie vor stark zu wünschen übrig ließ. Die Quests wurden abwechslungsreicher als in Teil 1 gestaltet, auch die Anzahl der Möglichkeiten und Entscheidungen, die der Spieler zu treffen hat wurde erhöht. Durch die drei verschiedenen Gruppierungen wurde der Wiederspielwert beibehalten.

Negativ fielen damals eigentlich nur ein paar kleinere Bugs (wenn man zu der Zeit schon gewusst hätte, was in „Gothic 3“ passieren würde…) wie Grafikfehler u. ä. und eine zum Teil mangelhafte KI auf. Lange Laufwege kommen ebenfalls vor, sind aber zum Glück nicht die Regel. Einzig das Ende des Spieles hätte besser gestaltet werden können. Insgesamt übertrifft das Spiel seinen – beileibe nicht schlechten – Vorgänger aber noch einmal deutlich, vor allem aufgrund des größeren Umfangs und der durchdachter wirkenden Quests.

Die Gold-Edition enthält zusätzlich das Add-On „Die Nacht des Raben“, das eine sinnvolle und große Erweiterung der ohnehin nicht kleinen Welt von „Gothic II“ bietet und den Wiederspielwert noch einmal erhöht. Die Installation macht allerdings erforderlich, dass man das Spiel noch einmal von vorne beginnt – was sich aber lohnt. Außer dem neu hinzugekommenen Bereich und einer neuen, zusätzlichen Storyline (die sehr geschickt in die ursprüngliche eingebracht wurde) wird durch das Add-On nicht viel verändert, zu beachten ist nur, dass der Schwierigkeitsgrad insgesamt erheblich gesteigert wurde.

Gesamteindruck: 7/7


Genre: Rollenspiel
Entwickler: Piranha Bytes
Jahr: 2003
Gespielt auf: PC


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