SpielWelt: The Elder Scrolls III: Morrowind

Alles in allem halte ich „Morrowind“ für ein extrem gutes Spiel, das seinen Nachfolger locker in die Tasche steckt. Diese Atmosphäre schafft „Oblivion“ einfach nicht – im Falle von „Skyrim“ kann man hingegen darüber diskutieren.

Gesamteindruck: 7/7


Auch heute noch ein tolles Spiel.

Selten habe ich mich mit einem Spiel so beschäftigt wie mit diesem. Das liegt vor allem an der unglaublichen (und Außenstehenden natürlich schwer zu beschreibenden) Atmosphäre, die Teil III der Reihe The Elder Scrolls, Morrowind„, auch heute noch bietet. Diese besteht zum einen in der absoluten Freiheit – in diesem Spiel kann man tatsächlich machen was man will und alles was man tut hat irgendwo auf irgendjemanden Einfluss, was man oft erst später merkt. Man kann sich den verschiedensten Gilden und Gruppen anschließen und Aufträge erfüllen, wobei man aber bedenken sollte, dass manche davon im späteren Verlauf gegeneinander arbeiten, was jeweils eigene Auswirkungen hat. Allein schon in diesem Bereich gibt es unzählige Entscheidungen zu treffen, die das Spielgeschehen beeinflussen. Andere Entscheidungen werden schon vor Spielbeginn getroffen: die Auswahl an Klassen und Rassen ist sehr groß und enthält wirklich für jeden etwas. Es gibt unzählige Fähigkeiten und Talente, sodass allein die Charaktererstellung oft über eine Stunde in Anspruch nehmen kann (wenn man sich so lange damit beschäftigen will, es geht durchaus auch schneller).

Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Hauptstory (was man vom Nachfolger Oblivion nur mehr bedingt behaupten kann und woran auch Teil V, Skyrim, schwächelt). Die Hintergrundgeschichte ist sehr düster und ein wenig morbide ausgefallen und lässt den Spieler kaum mehr los. Neben diesen Punkten trägt die ziemlich abwechslungsreiche Umgebung einen Großteil zum Spielgefühl bei. Allein die Städte und Dörfer heben sich wohltuend vom mittelalterlichen Einheitsbrei (siehe „Oblivion“) ab, aber auch der Kontinent selbst, mit trostlosen Vulkangebieten, idyllischen See- und Flusslandschaften, Sumpf- und Steppengebieten ist liebevoll gestaltet. Das Wetter reicht dabei von Sonnenschein über Regen und Nebel bis hin zu düsteren Pest-Stürmen. Ebenfalls interessant sind die Transportmöglichkeiten und die Option, mittels Zauberspruch oder -stab die Gegend aus der Luft zu erkunden. Die beiden Add-Ons „Bloodmoon“ und „Tribunal“ fügen sich nahtlos ins Hauptprogramm ein und vergrößern das Ganze noch einmal massiv, sodass „Morrowind“ mittlerweile beinahe zu einer Lebensaufgabe werden kann, wenn man sich wirklich darauf einlässt.

Soweit ist alles perfekt und dürfte Puristen wirklich nicht mehr loslassen. Dennoch muss man einige der Schwächen, die dem Spiel attestiert werden, bestätigen. Die Landschaft kann trotz aller Abwechslung rasch eintönig werden, was paradox klingt. Grund dafür ist die etwas zu große Ausdehnung des Spielgebietes und die dadurch oft sehr langen Laufwege. Zwar hat man immer wieder mal die Möglichkeit den Weg mittels Schlickschreiter oder Boot abzukürzen, aber alle Orte können so nicht erreicht werden. Immerhin sieht man so sehr viel von der Gegend und stößt auf manch interessante Nebenquests, aber weniger Größe wäre hier wohl mehr gewesen. Das merkt man auch daran, dass die Umgebung doch sehr dünn mit Monstern und NPCs besiedelt ist. Das war aber für mich auch schon der größte Kritikpunkt – die eher sparsame Synchronisation stört mich genauso wenig, wie die angeblich eintönigen Quests, die ich als recht abwechslungsreich empfand. Wenn man außerdem Patches und Add-Ons installiert hat, kann man sich auch über das – in der ursprünglichen Version wirklich indiskutable – Questlog nicht mehr beschweren.

Dass man bei einem Spiel, das schon so viele Jahre auf dem Buckel hat, die Grafik nicht mehr zu bewerten braucht, sollte klar sein. Gesagt werden kann aber, dass die Umgebung in der Game of the Year-Edition, mit allen zusätzlichen Erweiterungen und Patches, immer noch sehr gelungen aussieht. Über die Trostlosigkeit von Teilen der Landschaft braucht man sich eigentlich nicht zu wundern – immerhin handelt es sich größtenteils um eine raue, unfruchtbare Umgebung. Die Gestaltung der Figuren ist zweckmäßig und dürfte echte Fans so oder so nicht stören.

Gesamteindruck: 7/7


Genre: Rollenspiel
Entwickler: Bethesda Game Studios
Jahr: 2002
Gespielt auf: PC


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3 Gedanken zu “SpielWelt: The Elder Scrolls III: Morrowind

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