BuchWelt: Das Buch der verschollenen Geschichten

J.R.R. Tolkien


Wie beim „Silmarillion“ ist es auch in den zwei Bänden, aus denen „Das Buch der verschollenen Geschichten“ besteht, sehr wichtig, zunächst das Vorwort von Christopher Tolkien zu lesen. Dann wird sofort klar, dass es sich erstens um kein Buch im Stile von „Herr der Ringe“ handelt und zweitens sein Vater J.R.R. Tolkien das Material, das hier verarbeitet wurde ursprünglich gar nicht zur Veröffentlichung vorgesehen hatte. Insgesamt ist das alles jedoch im „Silmarillion“ eine Spur besser und lesbarer geschehen. Von daher reicht es hier nicht ganz für die volle Punktzahl.

Gesamteindruck: 6/7


Ergänzende Literatur zum „Silmarillion“.

Grundsätzlich haben wir es hier mit frühen Entwürfen der Geschichten zu tun, die auch im „Silmarillion“ erzählt werden. Unterschiede in den Erzählungen werden von Christopher Tolkien jeweils am Kapitelende hervorgehoben und kommentiert. Diese Kommentare sind hauptsächlich für Literatur- und Sprachwissenschaftler oder zumindest Menschen mit einem gewissen Interesse an diesen Disziplinen lesenswert und spannend. Alle anderen können die Anmerkungen überspringen und sich in einer fantastische Geschichte über die frühesten Tage von Mittelerde verlieren. Größter Unterschied zum „Silmarillion“ ist die Einbettung der Geschichten in einen Handlungsrahmen – sie liegen in Mittelerde also nicht quasi-schriftlich, wie das „Silmarillion“, vor, sondern werden mündlich überliefert. Dadurch kann man sich auch Abweichungen in Namen und Bezeichnungen erklären, immerhin wird hier eine uralte Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes „erzählt“.

Insgesamt halte ich „Das Silmarillion“ allerdings für das bessere Buch. Das hat vor allem damit zu tun, dass man dem „Buch der verschollenen Geschichten“ zum Teil sehr stark anmerkt, dass sie später überarbeitet wurden bzw. zum Teil fragmentarisch sind. Wer sich mit dem „Silmarillion“ schwer tut, wird auch mit diesem Werk kämpfen – und umgekehrt. Beide Werke zu lesen ist allerdings für das Gesamtverständnis ohnehin nicht nötig, da die Geschichten praktisch ident sind. Als Voraussetzung für das Lesen gilt auch beim „Buch der verschollenen Geschichten“: man muss sich in die Welt hineinversetzen, die Tolkien erschaffen hat, dann wird man seine Freude daran haben.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: J.R.R. Tolkien
Originaltitel: The Book of Lost Tales, Pt I & II.
Erstveröffentlichung: 1983/84
Umfang: 318/376 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Hardcover


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2 Gedanken zu “BuchWelt: Das Buch der verschollenen Geschichten

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