Fremdwelt: Montagsfrage (17)

Beim Surfen auf diversen Blogs findet man immer wieder interessante Dinge. Mich interessiert es beispielsweise, Fragen zu beantworten – und auch die Antworten Anderer zu lesen. Ein Blog, auf dem eine „Montagsfrage“ gestellt wird, habe ich unlängst entdeckt: „Buchfresserchen“ nennt sich das Ding, dessen Startseite hier zu finden ist. Ich werde versuchen, die Montagsfrage regelmäßig zu beantworten.


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Bist du mit Büchern kritischer geworden, seit du bloggst?

Nach längerer Zeit einmal wieder eine – für mich – interessantere „Montagsfrage“. Mein Blog gibt es ja noch nicht so lange, aber Rezensionen schreibe ich schon seit Jahren, bis vor kurzem halt ausschließlich auf Amazon. Wenn ich mir so ansehe, was ich da alles veröffentlicht habe, könnte man schon meinen, dass ich kritischer geworden bin. Allerdings hat das meiner Ansicht nach weniger mit der „Arbeit“ als Rezensent zu tun. Es ist vielmehr die wachsende Erfahrung als Leser, die dazu beiträgt. Denke ich wenigstens. Wer mehr liest, liest zwangsläufig auch mehr schwaches Material. Daher stellt sich diese Frage für mich nicht, zumindest nicht auf diese Weise, da ihr aus meiner Sicht eine falsche Annahme zugrunde liegt. Wobei es sicher auch reinspielen kann, wenn man viel über Literatur schreibt. Aber die Kausalität ist meines Erachtens anders, denn „kritisch sein“ hat nur mit dem Inhalt und der Qualität des Buches, nicht mit dem Schreiben über den Inhalt zu tun. Die Antwort also:

Die vereinfachte Formel lautet: „Mehr lesen = mehr Kritik“. Kritischer bin ich nicht durch das Schreiben, sondern durch das Lesen geworden.

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2 Gedanken zu “Fremdwelt: Montagsfrage (17)

  1. Oh, eine wissenschaftliche Ansicht – interessant! Ich beantworte auch gerne Fragen – sie regen zum Denken an xD

    Wer mehr liest, liest mehr schwache Bücher? Ich glaube nicht. Bücher, die einem nicht gefallen, vielleicht. Aber mit wachsender Erfahrung wird der Geschmack irgendwann konkreter, sodass man, wenn sich der Geschmack nicht erweitern würde, irgendwann tatsächlich Bücher lesen würde, die mit hoher Wahrscheinlichkeit gut sind.

    Bücher, die mir nicht soviel bedeuten, rezensiere ich kurz, weil ich dem Autor eine Rückmeldung geben will. Große Werke bekommen große Rezis 😛

  2. „Wissenschaftlich“? Naja, so weit würde ich nicht gehen, aber danke trotzdem. Nun, „schwache Bücher“ und „Bücher die mir nicht gefallen“ kann ich zumindest zum Teil synonym verwenden, glaube ich. Klar, es gibt wirklich elendig schlecht geschriebene Geschichten, die auch nach „formalen Kriterien“ nur als „schwach“ bezeichnet werden können. Solche lese ich gelegentlich – aber in der Regel meine ich dann doch eher „Bücher, die mir nicht gefallen“. Allerdings ist das eine dermaßen subjektive Sache, dass ich mir schwer tue, überhaupt eine der beiden Umschreibungen zu fassen. Ich finde z. B. die Werke von Dan Brown unsäglich seicht und auf den Massenmarkt ausgerichtet. Sind die nun „schwach“ (wogegen der kommerzielle Erfolg sprechen würde) oder sind es „nur“ Bücher, die mir persönlich nicht gefallen? Das ist wohl nicht erschöpfend zu beantworten.
    Was die Rezensionen betrifft ist deine Herangehensweise natürlich auch nicht falsch. Bei mir persönlich merke ich kaum einen Unterschied, was die Länge des Textes betrifft. Leichter ist es oft, ein schwächeres Buch, Album, Film, was auch immer, mit vielen Worten zu zerreißen. Kommt mir vor. Lob ist nicht ganz so einfach – aber im Prinzip mache ich da keine großen Unterschiede und schreibe immer das, was mir gerade einfällt. Bremsen muss ich mich jedenfalls sowohl bei Lob, als auch bei Kritik.

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