FilmWelt: Possession – Das Dunkle In Dir

Für „Possession“ muss eine Gesamtwertung von drei Punkten reichen. Der Grund: Der Film ist im Endeffekt weder Fisch noch Fleisch. Gute Ideen werden durch klischeehafte Szenen zunichte gemacht, statt echtem Humor oder wenigstens Sarkasmus gibt es nur unfreiwillige Komik. Ganz schlecht ist der Film natürlich nicht, aber für höhere Weihen reicht das, was in diesem Exorzismus-Streifen geboten wird, bei weitem nicht.

Gesamteindruck: 3/7


Exorzisten-Horror ohne Überraschungen und Höhepunkte.

Mit „Possession“ kann Regisseur Ole Bornedal dem beinahe schon eigenständigen Genre des Exorzismusfilms nicht viel Neues hinzufügen. Lediglich, dass der böse Dämon, der wie üblich von einem unschuldigen Mädchen Besitz ergreift, aus der jüdischen Mythologie stammt, ist bisher noch nicht dagewesen. Aber einen essentiellen Unterschied zwischen der „Dybbuk-Box“ und anderen Artefakten, die zur Besessenheit führen, kann der Zuseher nicht erkennen. Ebenso spielt es letztlich keine großartige Rolle, ob der Exorzismus durch einen Priester oder – wie in diesem Fall – einen Rabbi durchgeführt wird.

Ohne zuviel auf die Handlung eingehen zu wollen: Die Geschichte entspricht dem für einen derartigen Film üblichen Muster. Die Effekte sind prinzipiell in Ordnung, das Publikum wird an den passenden, teils leider arg vorhersehbaren Stellen erschreckt. Auch einige der bekannten Klischees (u. a. zerrüttete Familie, die sich im Angesicht der Gefahr langsam wieder annähert) sind selbstredend vorhanden. In Ordnung, wenn auch nicht herausragend, ist die Leistung der großteils wenig bekannten Schauspieler. Niemand aus der Riege sticht besonders hervor, maximal Matthew Paul „Matisyahu“ Miller kann als jüdischer Exorzist für Akzente sorgen.

Ebenfalls erwähnenswert: Generell ist „Possession“ ein völlig humorloser Film. Das führt dazu, dass – wie so oft in einem solchen Fall – in verschiedenen Situationen trotzdem ausgiebig gelacht werden darf. Insbesondere beim übertriebenen und absurden Finalkampf kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Leider ist dieser Humor aus Sicht der Filmemacher wohl eher unfreiwillig und ein weiteres Manko des Streifens.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: The Possession
Regie: Ole Bornedal
Jahr: 2012
Land: USA
Laufzeit: 92 Minuten
Besetzung (Auswahl): Natasha Calis, Jeffrey Dean Morgan, Kyra Sedgwick, Matthew Paul „Matisyahu“ Miller



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