FilmWelt: House of Wax (2005)

„House of Wax“, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen 1953er-Klassiker (mit Vincent Price), zeigt Hotel-Erbin, It-Girl und was-weiß-ich-noch-alles Paris Hilton erstmals in einer größeren Rolle – die ihr auch prompt die „Goldene Himbeere“ als schlechteste Nebendarstellerin einbrachte. Allerdings: Hilton ist nicht das Hauptproblem des Streifens, bei dem es an allen anderen Ecken und Enden hapert.

Gesamteindruck: 2/7


Überflüssig.

Von der üblichen Story um ein paar Teenies, die irgendwohin (in diesem Fall zu einem Footballspiel) fahren, dabei auf ein paar böse Buben treffen (hier: getrennte siamesiche Zwillinge, die eine von aller Welt abgeschnittene Kleinstadt in ein Wachsfigurenkabinett verwandeln wollen) und von diesen einer nach dem anderen (möglichst bestialisch) umgebracht werden, braucht man nicht weiter zu sprechen. Es handelt sich um biederste Teenie-Horror-Standardkost – tausend mal wurde diese Geschichte bereits durchgekaut. Spannung kommt also kaum auf – zu langatmig ist die Einführung, zu vorhersehbar die Reihenfolge der Morde, zu unspektakulär die Motive der Mörder („schlimme Kindheit“, irgendwer?).

Was bleibt also? a) die Special Effects und b) die schauspielerische Leistung. Während a), wie in fast allen Filmen dieses Genres, gelungen ist (die üblichen versifften Kulissen und gute Ekel-Effekte), trennt sich bei b) die Spreu vom Weizen. Und hier haben wir es durchgehend mit „Spreu“ zu tun. Denn: Wenn man keinen Unterschied zwischen der Schauspielkunst einer „Ikone“ (Vorsicht, Ironie!) wie Paris Hilton und der restlichen Riege bemerkt, muss etwas falsch gelaufen sein.

Man kann nicht sagen, dass Hilton schlecht spielt, sie macht wohl das, was sie kann. Aber dass die übrige Riege, aus der den meisten wohl vor allem die „Gilmore Girls“-Stars Jared Padalecki und Chad Michael Murray ein Begriff sein werden, ebenso farblos bleiben, ist schon ein Armutszeugnis. Es mag auch die Schuld des Drehbuchs mit seinen dümmlichen Dialogen, uninteressanten Charakteren und der schablonenhaften Erzählweise sein – das entschuldigt aber nicht die uninspirierte Leistung der Darsteller. Letztlich retten nur die brauchbaren Effekte und Kulissenden Film vor einer noch niedrigeren Wertung.

Gesamteindruck: 2/7


Originaltitel: House of Wax
Regie: Jaume Collet-Serra
Jahr: 2005
Land: USA/Australien
Laufzeit: 113 Minuten
Besetzung (Auswahl): Elisha Cuthbert, Chad Michael Murray, Brian Van Holt, Paris Hilton, Jared Padalecki



Thematisch verwandte Beiträge auf WeltenDing:

5 Gedanken zu “FilmWelt: House of Wax (2005)

  1. Pingback: Filme A-Z | Weltending.
  2. Finde das etwas zu hart, denn so scheiße ist der Film tatsächlich nicht – was mich nebenbei damals selbst überrascht hat. Das Ding bei diesen Streifen ist doch einfach, dass die Darsteller IMMER kacke sind, bzw. nur das Nötigste tun, weil einfach auch einfach nix von ihnen verlangt wird. Ich meine, wie gut kann man schon spielen, wenn 90 % der Rolle daraus besteht schreiend durch die Gegend zu laufen, oder über Möbelstücke zu fallen?
    Und gerade die Kulissen hier sind ja doch mal etwas besonderes, im Gegensatz zum tausendsten Wald- oder Wüsten-Schnetzler, finde ich.
    Klar, das Teil ist absolut nix besonderes, aber wenn man dem hier ne schlechte Wertung gibt, muss man einfach jedem anderen Teenie-Horror-Slasher genau die gleiche Wertung geben, denn es ist eh immer der gleiche Quark. Für mich ist der hier im guten Mittelmaß, wo die Dinger fast alle hingehören. Ich fand den unterhaltsam, er hat nen richtig üblen (wenn auch völlig unrealistischen) Kill am Start und das Ende war auch ganz cool inszeniert. Viel mehr kan ich von simplem Quark wie dem hier doch einfach nicht erwarten, oder?

    • Kann man natürlich so sehen. Ich weiß nicht, ich fand es irgendwie noch dümmlicher, als viele andere derartige Filme. „Scream“ war gut. „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ war gut. „Cabin in the Woods“ war gut. „Texas Chainsaw Massacre“ war gut (auch die Neuverfilmung, wie ich finde). Das sind die, die mir spontan einfallen. Ja, auch die sind vorhersehbar, haben lachhafte Dialoge und sind generell keine tiefgründigen Meisterwerke. Aber wesentlich sehenswerter als „House of Wax“ finde ich sie dennoch. Mit Abstand. Von daher: Hart bewertet, ja. Aber ich fand den Film wirklich sehr, sehr schlecht. Hmm… Nagut, vielleicht wären 3 Punkte wirklich gerechter gewesen. Darüber werde ich nochmal nachdenken 😉

      • Ist schon okay, wenn du das so siehst. Immerhin reden wir hier über ein Genre, das mehr Müll hervorgebracht hat, als so ziemlich jedes andere.
        Vielleicht habe ich auch einfach schon zu viel Scheiße gesehen, um sowas wie House Of Wax dann noch richtig schlecht zu finden. Vergleichsweise halte ich ihn aber trotzdem für einen der besseren. Klar, an Scream kommt er nicht ran (an die Fortsetzungen schon). Aber ein Letzter Sommer zB war mMn auch nicht besser, als das hier. Ich glaube, der einzige neben Scream aus dem Genre den ich wirklich noch gut fand war der erste Final Destination. Das sind quasi die beiden Filme, die da herausstechen. Alles andere bewegt sich für mich eh im Mittelmaß bis Mülltonne.

  3. Pingback: FilmWelt: The Devil’s Rejects | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.