FilmWelt: Muttertag – Die härtere Komödie

Der Untertitel „Die härtere Komödie“ sagt eigentlich schon eine Menge aus: diese Komödie ist wirklich ziemlich hart, und zwar an der Grenze des guten Geschmacks. Alles in allem also genauso, wie man es vom österreichischen Kabarett gewohnt ist und entweder liebt oder hasst.

Gesamteindruck: 7/7


An schwarzem Humor kaum zu überbieten.

Dass „Muttertag“ wohl der beste und vielleicht auch beliebteste Film seiner Art ist, liegt wohl am Thema selbst, mit dem sich eigentlich jeder identifizieren kann. Natürlich ist auch in diesem Film alles ein wenig (?) überzeichnet, obwohl man sich durchaus vorstellen kann, dass es in manchen Familien am Festtag für Blumenhändler so oder zumindest so ähnlich zugeht. Dass es dabei in der Regel aber nicht Mord und Totschlag gibt, kommt einem, nachdem man „Muttertag“ gesehen hat, eher wie ein glücklicher Zufall vor. Der ganz normale Wahnsinn, der bei der kleinbürgerlichen Familie im Rahmen der Muttertags-Feierlichkeiten ausbricht, ist jedenfalls realistischer dargestellt, als manchen braven Mitbürgern lieb sein dürfte.

Wie bei vielen österreichischen Filmen üblich, handelt es sich auch hier um eine sehr gut umgesetzte Milieustudie. Neben dem allseits beliebten Muttertag werden die typische Wiener Gemeinde-Wohnsilo, die Beamten von Post und Polizei, das Kleinbürgertum und die katholische Kirche sowie einige andere kleine und größere Institutionen und Situationen des täglichen Lebens herrlich bissig aufs Korn genommen. Der Film nimmt dabei nach einem gemächlichen Aufbau bis zu seinem Höhepunkt rasant an Fahrt auf.

Meiner Ansicht nach ist „Muttertag“ das Sehenswerteste, was die österreichische Kabarett-Szene im filmischen Bereich abgeliefert hat – es sei denn, man tut sich mit der Sprache oder generell mit österreichischen Filmen schwer. Auch Menschen, die sehr viel von Moral und Sitte halten, dürften sich mit Schrecken abwenden, wenn ihnen Harald Sicheritz gnadenlos den Spiegel vors Gesicht hält. Die Schauspieler/Kabarettisten liefern durchgehend gute Leistungen ab, vor allem das Trio Roland Düringer/Alfred Dorfer/Reinhard Novak können mindestens in einer ihrer vielen Rollen begeistern. Ein Meisterwerk!

Gesamteindruck: 7/7


Originaltitel: Muttertag – Die härtere Komödie
Regie: Harald Sicheritz
Jahr: 1992
Land: Österreich
Laufzeit: 99 Minuten
Besetzung (Auswahl): Roland Düringer, Alfred Dorfer, Reinhard Nowak, Eva Billisich, Andrea Händler



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2 Gedanken zu “FilmWelt: Muttertag – Die härtere Komödie

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