FilmWelt: Abraham Lincoln Vampirjäger

Unterm Strich ein zwar absurder, aber keineswegs dummer Actionfilm. Die Vampirelemente wurden überraschend elegant verarbeitet, die Darsteller sind großteils glaubwürdig. Leider lässt das schwache Drehbuch keine bessere Bewertung zu, es kommt einfach zu selten wirkliche Spannung auf. Damit reicht es aus meiner Sicht nur für vier Punkte, fünf wären mit ein bisschen (!) mehr Tiefgang möglich gewesen.

Gesamteindruck: 4/7


Kann man sich ansehen – zu einem Meisterwerk fehlt aber einiges.

Auf die Idee, den 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln zu einem Vampirjäger zu machen, muss man erst einmal kommen. Klingt bizarr, ist es auch – wobei man zugeben muss, dass der Vampirmythos einigermaßen „plausibel“ in die amerikanische Geschichte rund um den Sezessionskrieg eingebunden wurde. Neben Lincoln tauchen im Film weitere historische Figuren auf, auch Anspielungen auf reale Ereignisse fehlen nicht. Wobei man die Darstellungsweise bzw. Umdeutung des großen Konflikts um das Ende der Sklaverei, der hunderttausende Opfer auf beiden Seiten gefordert hat, durchaus für fragwürdig halten könnte. Andererseits kann man den Film auch als Satire betrachten – und eine Satire darf bekanntlich (fast) alles.

Von diesen Überlegungen abgesehen ist der überraschend humorlose Film durchaus unterhaltsam. Die Story ist dermaßen absurd, dass es fast schon wieder genial ist. Nur „fast“, weil die Geschichte eben zwar vom Ansatz her gut ist, ansonsten bleibt jedoch eher dünn bleibt. Auch das Drehbuch schafft es nicht, viel Spannung aufzubauen – viel mehr als eine Aneinanderreihung von Action-Sequenzen und eine kleine Liebesgeschichte darf man sich nicht erwarten. A pro pos „Action“: Diesen Part darf man fast durchwegs als gelungen betrachten. Die Kampfszenen sind sehr gut choreografiert, die vollkommen übertrieben dargestellten Fights sehen sogar richtig gut aus. Auch andere rasante Szenen wie eine Pferde-Stampede wurden sehr spektakulär eingefangen. Gerade diese Szene zeigt trotz der rasanten Sprungeinlagen aber auch, wo die Grenzen der Special Effects liegen. Dermaßen nach „Computer“ aussehende Pferde hat man selten gesehen.

Größter Bonuspunkt des Films sind die zwar auch nachbearbeiteten, aber ausgesprochen schönen Außenaufnahmen. Das Spiel mit den Farben wird in „Abraham Lincoln Vampirjäger“ exzessiv betrieben – immer mit außergewöhnlich gutem Ergebnis. Wunderschönes Sepia dominiert, wird in passenden Momenten aber immer von intensiven Farben und Kontrasten abgelöst. Viel besser kann man das meiner Ansicht nach nicht hinbekommen, dafür gibt es sogar einen Bonuspunkt. Der Soundtrack ist im Vergleich dazu eher zweckmäßig, aber immer noch bombastisch genug.

Die Leistung der Schauspieler ist soweit in Ordnung. Charakterlichen Tiefgang sollte und darf man natürlich nicht erwarten, im Rahmen seiner Möglichkeiten agiert das Ensemble aber recht gut. Schade, dass das Drehbuch nicht ein paar mehr Ecken und Kanten an den Figuren zugelassen hat.

Gesamteindruck: 4/7


Originaltitel: Abraham Lincoln: Vampire Hunter
Regie: Timur Bekmambetov
Jahr: 2012
Land: USA
Laufzeit: 105 Minuten
Besetzung (Auswahl): Benjamin Walker, Dominic Cooper, Anthony Mackie, Mary Elizabeth Winstead, Rufus Sewell



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Ein Gedanke zu “FilmWelt: Abraham Lincoln Vampirjäger

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