MusikWelt: Metal Heart

Accept


„Breaker“ (1981), „Restless And Wild“ (1982) und „Balls To The Wall“ (1983) waren jeweils sehr starke Platten, die man mit Fug und Recht als Klassiker des deutschen Heavy Metal bezeichnen kann. Mit dem 1985er Longplayer „Metal Heart“ schoben Accept  ein nicht mehr ganz unumstrittenes Album nach, das aus heutiger Sicht bereits erahnen ließ, dass die Zukunft der Truppe eventuell doch „bewegter“ werden könnte, als ursprünglich angenommen.  

Gesamteindruck: 4/7


Nach drei Klassikern erstmals nicht mehr unumstritten.

Dabei beginnt „Metal Heart“ für meinen Geschmack sehr gut. Der eröffnende Titelsong ist tatsächlich ein kultiges Stück Musikgeschichte – nicht zuletzt aufgrund des an Beethovens „Für Elise“ angelehnten Gitarrensolos. Eine schöne Idee, die auch zeigt, wie nahe sich Klassik und Heavy Metal eigentlich stehen. Das darauf folgende „Midnight Mover“ steht dem Opener nicht viel nach und ist ebenfalls ein gut komponiertes Stück, das sofort ins Ohr geht.

Was darauf folgt, gibt leider nicht mehr so viel Anlass zur Freude und ist eine ständige Achterbahnfahrt. Gute Stücke wie „Wrong Is Right“ (herausragender Udo Dirkschneider, insgesamt eine Mischung aus Judas Priest und Iron Maiden), „Dogs On Leads“ (sehr düster, AC/DC lassen grüßen) und das Finale „Bound To Fall“ (mit deutlichen Glam Rock-Anleihen) wechseln sich mit Durchschnittsnummern wie beispielsweise „Up To The Limit“ und „Too High To Get It Right“ ab. Mit dem experimentell wirkenden „Teach Us To Survive“ werde ich hingegen überhaupt nicht warm, der Titel hat zwar einen gewissen Mystery-Touch, will aber so gar nicht zur restlichen Platte und zu den alten Accept passen.

Noch weniger geben mir „Screaming For A Love-Bite“, das nicht nur musikalisch unspektakulär ist, sondern auch lyrisch eher zum Fremdschämen einlädt (übertrieben gesagt). Vollkommen uninspiriert, langweilig und belanglos – und damit schwächster Song auf dem Album – ist die vorletzte Nummer „Leaving For Tonite“. Rohrkrepierer, könnte man sagen.

Alles in allem reicht es damit bei mir trotz zweier nahezu perfekter und einiger gutklassiger Songs leider nur zu einer durchschnittlichen Wertung. „Metal Heart“ ist zwar kein schlechtes Album, an die weitaus griffigeren Vorgänger kommt es jedoch nicht heran, wenn man ehrlich ist und die Nostalgie-Brille abnimmt.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Metal Heart – 5:19 – 7/7
  2. Midnight Mover – 3:05 – 6/7
  3. Up To The Limit – 3:47 – 6/7
  4. Wrong Is Right – 3:08 – 6/7
  5. Screaming For A Love-Bite – 4:06 – 3/7
  6. Too High To Get It Right – 3:47 – 4/7
  7. Dogs On Leads – 4:23 – 3/7
  8. Teach Us To Survive – 3:32 – 4/7
  9. Leaving For Tonite – 3:33 – 2/7
  10. Bound To Fail – 4:58 – 6/7

Gesamteindruck: 4/7 


Accept auf “Metal Heart” (1985):

  • Udo Dirkschneider − Vocals
  • Wolf Hoffmann − Guitar
  • Jörg Fischer − Guitar
  • Peter Baltes – Bass, Backing Vocals, Vocals
  • Stefan Kaufmann − Drums, Backing Vocals

Anspieltipp: Metal Heart

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Ein Gedanke zu “MusikWelt: Metal Heart

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