BuchWelt: Die Schwestern des Lichts

Terry Goodkind


„Die Schwestern des Lichts“ ist Band 2 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“, geschrieben vom US-amerikanischen Autor Terry Goodkind. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlich, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus. Wer eine Kaufempfehlung möchte, sollte also bis dahin warten.

Gesamteindruck (Band 2): 4/7


Qualitatives Auf und Ab.

Bereits „Das Erste Gesetz der Magie“, Band 1 von Terry Goodkinds großem Zyklus um „Das Schwert der Wahrheit“, war mit über 1.000 Seiten ein gewichtiges Werk. Band 2, „Die Schwestern des Lichts“, ist noch einmal um rund 300 Seiten länger. Leider geht die Anhebung der Quantität nicht immer mit gesteigerter Qualität einher. Es gilt diesmal – ganz im Gegensatz zum praktisch durchgängig spannenden Teil 1 – einige Längen zu bewältigen. Vor allem stören zahlreiche Wiederholungen von Ereignissen aus „Das Erste Gesetz der Magie“ den Lesefluss oftmals empfindlich (was sich in späteren Bänden leider zu einem regelrechten Markenzeichen des Zyklus entwickelt). Gerade, wenn man sich die Bücher kurz nacheinander vornimmt, fällt das negativ auf und erzeugt das Gefühl, dass der Autor seinem Publikum kein gutes Gedächtnis zutraut. Verwunderlich, da auch innerhalb der Handlung selbst nur wenige Tage zwischen den Ereignissen aus Band 1 und 2 vergangen sind. Diese Unterbrechungen im Lesefluss betreffen vor allem die ersten 300 Seiten und auch dort eigentlich nur die beiden Helden Richard und Khalan. Deren Geschichte kommt überhaupt nicht in Fahrt und zieht sich zu Beginn stark in die Länge. Anders die zusätzlichen Erzählstränge. Die sind von Beginn an spannend umgesetzt und machen dadurch die Unzulänglichkeiten der Handlung um die beiden Hauptpersonen, die sich in vielen Nebensächlichkeiten verliert, umso auffälliger.

Später (nach 500 – 600 Seiten) ändert sich das glücklicherweise und es gibt bis auf einzelne, langwierige Dialoge kaum noch zähe Passagen zu überwinden. Im Gegenteil, das Buch wird plötzlich extrem spannend und zu einem echten Page-Turner, den man kaum noch aus der Hand legen will. In diesem Bereich ist ein deutlicher Bruch im Erzähltempo wahrnehmbar: Ziehen sich Dialoge und Szenen zu Beginn teilweise gehörig in die Länge, kommt plötzlich das andere Extrem zum Vorschein; eine starke Raffung der Ereignisse, die aber zum Glück nur zeitweise etwas überhastet wirkt und somit in Ordnung geht. Daran ändern auch die manchmal recht weit hergeholten Verhaltensweisen der Figuren und einige Logiklöcher nichts. Womit man als Leser des Zyklus sowieso leben muss: manche Eigenschaften (vor allem die der Hauptperson Richard) nerven mit der Zeit unglaublich. Insbesondere ist die Art und Weise, wie er Probleme löst, zwar grundsätzlich interessant, allerdings fallen ihm seine Strategien und Ansätze für meinen Geschmack viel zu leicht ein. Ähnliches gilt diesmal auch für Khalan, der man das jedoch aufgrund ihrer Konfessoren-Kräfte eher nachsieht, die aber andererseits für eine Person mit so viel Macht ein bisschen zu weinerlich gezeichnet wurde.

Im Endeffekt wird eine höhere Wertung dadurch verhindert, dass Terry Goodkind hier das alte Klischee „Weniger ist mehr!“ hätte beachten sollen. Selten ist mir bei einem Buch derart deutlich vor Augen geführt worden, dass ein Umfang von unter 1.000 Seiten und dafür eine Straffung der Handlung wahre Wunder bewirken können. Dennoch ist – vor allem aufgrund des letzten Drittels der Geschichte – eine Bewertung mit vier Punkten angemessen. Die Frage ist allerdings, ob es überhaupt viele Leser so weit schaffen.

Gesamteindruck (Band 2): 4/7


Autor: Terry Goodkind
Originaltitel: Stone of Tears.
Erstveröffentlichung: 1995
Umfang: 1.328 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch