BuchWelt: Die Seele des Feuers

Terry Goodkind


„Die Seele des Feuers“ ist Buch 5 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“, geschrieben vom US-amerikanischen Autor Terry Goodkind. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlich, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus. Wer eine Kaufempfehlung möchte, sollte also bis dahin warten.

Gesamteindruck: 2/7


Bestätigung des in Teil 4 bemerkbaren Abwärtstrends der Serie.

Vielen leidgeprüften Lesern von Terry Goodkinds Saga um „Das Schwert der Wahrheit“ dürfte es bereits beim vorangegangenen „Tempel der Vier Winde“ aufgefallen sein: der Autor tut sich offenbar zunehmend schwer, seine Zielvorgabe, die bei rund 1.000 Seiten pro Buch zu liegen scheint, mit einer spannenden Geschichte zu füllen. Diesmal ist der Umfang wieder ein wenig geringer ausgefallen (ca. 980 Seiten), einen Aufschwung gegenüber dem schwachen 4. Band gibt es meiner Ansicht nach jedoch nicht, das Gegenteil ist der Fall.

Bereits der Einstieg (also die ersten 100-200 Seiten) fällt sehr holprig und zäh aus. Nicht nur dass die Protagonisten (wie immer) in Erinnerungen und Zusammenfassungen von Taten schwelgen, die mal mehr, mal weniger weit zurückliegen, sondern sie machen das zusätzlich in einer umständlichen und weitschweifigen Sprache. Immer wieder gibt es lästige Unterbrechungen im Erzählfluss, im Endeffekt muss man sogar erstmals konstatieren, dass überhaupt keine Spannung aufkommt. Auch die Verhaltensweisen, der Charaktere, die in die Dialoge mit einfließen, wirken alles andere als schlüssig und durchdacht. So wurde mir, zum ersten Mal in diesem Zyklus, bereits nach 60 Seiten das Lesen zur wirkliche Qual und ich stand mehr als einmal kurz vor dem Aufgeben.

Im Vorgänger war es noch so, dass zumindest die Nebenschauplätze der Handlung überzeugen konnten. Auch damit ist es in Band 5 leider vorbei, der Teil der Geschichte, der in Anderith spielt und uns in die Kultur und Politik dieses Landes einführen soll, ist sogar noch zäher ausgefallen als die unspannende Haupthandlung. Hier gab es für mich eine weitere Premiere: Während der umständlichen und langwierigen Beschreibungen erlag ich erstmals der Versuchung des Querlesens. Schuld daran ist nicht meine mangelnde Begeisterung für komplexe politische Zusammenhänge und Ränkespiele (was aber verständlicherweise für manche Leser dennoch zum Problem werden dürfte), sondern schlicht die unsagbare Langeweile, die hier aufkommt. Goodkind scheint zu den Beschreibungen, an denen er sich hier versucht, einfach nicht fähig zu sein, sein Talent liegt eindeutig im Action-orientierten Bereich.

Spannung kommt erst gegen Ende des Werkes auf – hier überschlagen sich die Ereignisse wiederum so sehr, dass die Auflösung überhastet und unfertig wirkt. Fast scheint es, als ob dem Autor klar geworden wäre, wie zäh sich „Die Seele des Feuers“ (merkwürdiger, irgendwie völlig zusammenhangloser Titel übrigens) liest. So bleibt insgesamt leider der bittere Nachgeschmack eines ausgesprochen unausgegorenen, zähen und unglaubwürdigen Buches, dem man aus meiner Sicht lediglich zwei Punkte geben kann. Alles andere wäre im Angesicht der vorangegangenen Teile zu hoch gegriffen.

Gesamteindruck: 2/7


Autor: Terry Goodkind
Originaltitel: Soul of the Fire.
Erstveröffentlichung: 1999
Umfang: 976 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch