BuchWelt: Schwester der Finsternis

Terry Goodkind


„Schwester der Finsternis“ ist Buch 6 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus Das Schwert der Wahrheit“, geschrieben vom US-amerikanischen Autor Terry Goodkind. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlich, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus. Wer eine Kaufempfehlung möchte, sollte also bis dahin warten.

Gesamteindruck: 5/7


Starke Verbesserung gegenüber den beiden Vorgängern.

Nachdem Leser mit gutem Durchhaltevermögen in Band 2 von Terry Goodkinds umfangreicher Saga um „Das Schwert der Wahrheit“ bereits die Schwestern des Lichts“ kennenlernen durften, widmet sich Teil 6 deren Gegenpart. Diesmal spielt – neben den bereits bekannten Figuren – also eine der Schwestern der Finsternis eine Hauptrolle. Auf diesem Perspektivenwechsel beruht ein Großteil des Reizes des vorliegenden Bandes. Anstelle der strahlenden Helden können endlich die Widersacher beobachtet werden, was dem Gesamtkomplex deutlich mehr Tiefe verleiht, als bisher vorhanden war. So entstehen diesmal auch zu Beginn des Buches deutlich weniger Längen, als noch im unsagbar zähen Vorgänger. Einen genauen Grund dafür kann ich nicht benennen, prinzipiell hat sich nämlich nicht viel geändert. Die Protagonisten fassen nach wie vor stur die bisherigen Ereignisse zusammen, was mittlerweile längst zu einem Markenzeichen des Zyklus geworden ist. Dennoch ist ein guter Lesefluss möglich, was schließlich die Hauptsache ist.

Zwei weitere Punkte sprechen für eine bessere Bewertung, als dies noch bei den Bänden 4 und 5 der Fall war: Einerseits befasst sich der zweite Teil des Bandes, „Der Palast des Kaisers“, eingehend mit den politischen Hintergründen und Motiven der Imperialen Ordnung, sodass auch der böse Gegenpart als Ganzes an Tiefe gewinnt. Positiv ist daran vor allem zu bemerken, dass dieser Teil im Gegensatz zur politischen Geschichte Anderiths (in „Die Seele des Feuers“) sehr gut gelungen ist, wobei hier die Ansätze einer Kritik an planwirtschaftlichen, diktatorischen Systemen noch deutlicher hervortreten. Zum anderen besinnt sich der Autor wieder auf seine größte Stärke und lässt die Charaktere einige Schlachten schlagen, die sehr gut beschrieben wurden und sich flüssig und angenehm lesen.

Die einzigen wirklichen Längen entstehen, wenn Terry Goodkind sich ausufernden Landschaftsbeschreibungen widmet. Hier hätten – aus meiner Sicht – gut und gern 200 Seiten eingespart werden können. Ein leidiges Thema, dass sich eigentlich bereits durch die gesamte Saga schleppt. Die Quantität scheint mir doch ein bisschen zu oft über die Qualität zu triumphieren. Sehr gelungen ist jedenfalls das Finale, das, durch einige Cliffhanger verstärkt, im Vergleich zum restlichen Material noch eine Schippe an Spannung und Lesefluss nachlegt. Schade, dass es dem Autor auch mit zunehmender Länge seines Zyklus nicht gelingen will, ein durchgängig spannendes Werk zu schreiben. Dennoch fünf gute Punkte für ein Buch, das vor allem im Vergleich mit seinen direkten Vorgängern ausgezeichnet gelungen ist. An die wirklichen Kapazunder im Fantasy-Genre reicht aber auch „Schwester der Finsternis“ nicht heran.

Gesamteindruck: 5/7


Autor: Terry Goodkind
Originaltitel: Faith of the Fallen.
Erstveröffentlichung: 2000
Umfang: 1.072 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch