BuchWelt: Konfessor

Terry Goodkind


„Konfessor“ ist Buch 11 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“, geschrieben vom US-amerikanischen Autor Terry Goodkind. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlich, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus. Wer eine Kaufempfehlung möchte, sollte also bis dahin warten.

Gesamteindruck: 4/7


Qualitatives Auf und Ab vor durchwachsenem Finale.

Im elften und den ursprünglichen Zyklus abschließenden Band seiner großen Saga um „Das Schwert der Wahrheit“ bricht Terry Goodkind – endlich – mit einer vielen Lesern in den vorangegangenen Teilen verhasst gewordenen Tradition: Die Einführung in die Geschehnisse wird nicht von langwierigen Wiederholungen bestimmt, sondern setzt nahtlos nach den Ereignissen von „Am Ende der Welten“ an. Es bleibt also spannend und man kann kaum erwarten, endlich die entscheidenden Enthüllungen zu erfahren. Der Autor berichtet in guter, flüssig zu lesender Sprache von spannenden Kämpfen und interessanten Begebenheiten, die den Ehrgeiz des Lesers schüren, auch die letzten gut 600 Seiten des Zyklus zu genießen.

Schade, dass sich Goodkind wiederum selbst durch sein unverhohlenes Schielen nach einer höheren Seitenanzahl ein Bein stellt. Die gut aufgebaute Spannung wird nämlich immer wieder von umständlichen Dialogen, die metaphysische Probleme zum Thema haben und sich jeglichem Verständnis entziehen, unterbrochen. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Gespräche oft auch keinerlei Relevanz für die eigentliche Handlung haben. Das kommt einer erneuten Einladung zum Querlesen ganzer Abschnitte gleich – diese kann von allen potentiellen Lesern, die keinen Spaß an derart langatmigen Passagen haben, ohne Reue angenommen werden. Man verpasst dadurch definitiv nichts Wichtiges. Als Beispiel sei genannt, dass zunächst äußerst umständlich die Regeln des Ja’La-Spiels erklärt werden. Als ob diese theoretische Lehrstunde nicht trocken genug wäre, wird danach seitenlang auch noch ein komplettes Spiel beschrieben, was sich in etwa so spannend liest, wie ein detaillierter schriftlicher Bericht einer Fußballpartie, bei der man praktisch keinen Spieler kennt. Das mag für Einzelne interessant sein, die Masse dürfte dagegen so gut wie nichts damit anfangen können (vor allem weil sich aus der Natur der Geschichte sehr schnell ergibt, wer das Spiel im Endeffekt gewinnt). Sportberichterstattung scheint jedenfalls – genau wie Landschaftsbeschreibungen – nicht gerade zu Goodkinds Stärken zu gehören.

Wenn man diese Passagen, die insgesamt gut 200 der weit über 600 Seiten einnehmen, übersteht, hat man jedoch ein durchaus spannendes und kurzweiliges Buch vor sich, das zunächst alle positiven Eigenschaften der Vorgängerbände in sich vereint und trotz der angeführten Schwächen sogar eine sehr hohe Wertung verdienen würde. Den Konjunktiv verwende ich mit gutem Grund, da sich zwei große Schwierigkeiten auftun. Erstens haben sich im Laufe des Zyklus sehr viele lose Fäden der Geschichte angesammelt, was unter anderem an den vielen Charakteren liegt, die zum Einsatz kamen. Gerade der vermehrte Einsatz von „alten“ Figuren in „Konfessor“ wirkt sehr aufgesetzt und macht die unvollendeten Handlungsstränge unangenehm deutlich. Schwerer wiegt aber, dass der Schluss selbst eher so wirkt, als ob dem Autor die Ideen aus- und die Lust vergangen wäre. Ein befriedigendes Ende einer so umfangreichen Geschichte sieht jedenfalls anders aus, vor allem, wenn man die ausufernden und langwierigen Beschreibungen bedenkt, die ansonsten Stilmittel von Terry Goodkind sind. Spätestens auf den letzten Seiten werden die Erklärungen sehr hanebüchen und das eigentliche Ende scheint einfach lustlos hingeschrieben zu sein. Schade, damit ist erneut – trotz bester Ausgangslage – nur eine durchschnittliche Wertung möglich.

Es folgen einige Bemerkungen zur Serie als Ganzes und eine Übersicht über die Bewertung der Einzelbände. Dort lege ich auch dar, wie ich zu einer eher ernüchternden Gesamtwertung komme.

Gesamteindruck: 4/7


Autor: Terry Goodkind
Originaltitel: Confessor.
Erstveröffentlichung: 2007
Umfang: 672 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


 

2 Gedanken zu “BuchWelt: Konfessor

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