BuchWelt: Eiszeit 4000

Michael Moorcock


„Eiszeit 4000“ ist alles in allem ein kurzweiliger, nicht allzu tiefgründiger Roman, der schnell gelesen ist. Ein netter Zeitvertreib, nicht mehr, aber auch nicht weniger; für höhere Weihen reicht es jedoch nicht – warum das so ist, steht unten.

Gesamteindruck: 4/7


Kurzweiliges Buch mit durchwachsenem Finale.

Das eher suboptimal betitelte „Eiszeit 4000“ (im Original wesentlich eleganter als „The Ice Schooner“ bekannt) war mein erster Kontakt mit dem Werk des Briten Michael Moorcock. Da dessen Name in Fantasy-Kreisen großes Ansehen genießt, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Der vorliegende Roman konnte diese jedoch nur bedingt erfüllen, was aber vornehmlich daran liegen dürfte, dass es sich dabei um ein Frühwerk des Autors handelt, das noch nicht ganz ausgereift ist.

Positiv ist jedenfalls die zugrunde liegende Geschichte zu werten, die die Fantasie sehr schön anregt. Die Beschreibung einer postapokalyptischen Welt ist zwar nichts bahnbrechend Neues, dennoch gelingt es Moorcock, dem Ganzen eine völlig eigene Note zu verleihen. Vor allem die Idee der „Eissegler“ gefällt sehr gut und wurde anschaulich umgesetzt. Übrigens sollte man sich nicht vom Klappentext täuschen lassen, der erste Teil des Buches besteht großteils aus Beschreibungen der menschlichen Lebensart in einer feindlichen Welt, während der zweite Abschnitt eine Art Reisebeschreibung im Sinne eines Jules Verne ist (ohne freilich dessen Klasse zu erreichen). Diese beiden Ansätze sind durchaus gelungen und enthalten kaum Längen – sie treiben die Handlung spannend auf das Finale zu.

Dieses Finale gibt jedoch Anlass zur Kritik. Es gibt hier zwar eine recht überraschende Wendung, dennoch wirkt das Ganze ziemlich aufgesetzt. Hier scheint den Autor ein wenig die Lust und Inspiration verlassen zu haben, die Erklärungen sind viel zu knapp und hinterlassen ein sehr schales Gefühl. Gleiches gilt für die Art und Weise, wie sich der Held aus dem Buch verabschiedet – hier wäre wesentlich mehr möglich/nötig gewesen.

Gesamteindruck: 4/7


Autor: Michael Moorcock
Originaltitel: The Ice Schooner.
Erstveröffentlichung: 1969
Umfang: 214 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch (vergriffen)


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