BuchWelt: Die Magie der Erinnerung

Terry Goodkind


„Die Magie der Erinnerung“ ist Buch 9 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“, geschrieben vom US-amerikanischen Autor Terry Goodkind. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlich, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus. Wer eine Kaufempfehlung möchte, sollte also bis dahin warten.

Gesamteindruck: 4/7


Langatmige Einführung vor spannendem Finale.

Für den Geschmack von Terry Goodkind scheinen seine beiden Hauptpersonen in den letzten Bänden der Saga um „Das Schwert der Wahrheit“ zuviel Zeit miteinander verbracht zu haben – eine erneute Trennung ist daher das alles beherrschende Thema von Band 9, „Die Magie der Erinnerung“. Zum Glück gelingt es dem Autor, die Trennung einigermaßen kreativ zu gestalten, was wiederum eine großteils interessante Hintergrundgeschichte zur Folge hat.

Was – auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – hingegen weniger gut gelungen ist: Goodkind benutzt die neuerliche Trennung von Richard und Khalan auf den ersten gut 200 Seiten lediglich, um alte Erinnerungen aufzufrischen. Viele Leser dürften dieses ewige Wiederkäuen mittlerweile gründlich satt haben – aber was soll man machen, wenn man bereits um die 8.000 Seiten des Zyklus gelesen hat und endlich wissen will, wie das Ganze endet. Abgesehen von diesem mittlerweile gewaltigen Ärgernis bietet „Die Magie der Erinnerung“ eigentlich ganz kurzweilige Unterhaltung, wobei es aber noch einen Kritikpunkt anzuführen gibt – bis gut zur Hälfte der Geschichte passiert nicht nur dank der schlichten Wiederholung vergangener Ereignisse recht wenig, hinzu kommt auch noch eine gewisse Umständlichkeit innerhalb der übrigen Dialoge. Dadurch zieht sich das Ganze so unglaublich in die Länge, dass man stellenweise trotz allem Interesse ums Querlesen kaum herumkommt.

Im letzten Drittel des Buches macht der Autor aber alle diese Verfehlungen wieder gut, indem er „Die Magie der Erinnerung“ zu einem echten Page-Turner macht. Es wird (wie schon öfters innerhalb des Zyklus geschehen) nahezu unmöglich, das Werk aus der Hand zu legen. Hier schimmert das große Potential durch, das diese Saga eigentlich hätte, wenn Terry Goodkind nicht so oft derart umständlich und weitschweifig zu Werke gehen würde. Das Ende des vorliegenden Bandes, der als Auftakt einer abschließenden Trilogie zu verstehen ist, ist übrigens komplett offen, was die Spannung, was im nächsten Teil passieren könnte, zusätzlich verstärkt.

Spätestens an dieser Stelle muss sich Goodkind aber auch von mir die Frage gefallen lassen, wieso er unbedingt eine derart umfangreiche Geschichte veröffentlichen wollte, wenn alles in allem mindestens ein Drittel (eher mehr) der bisher gelesenen Bände aus Wiederholungen besteht. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Zyklus auf sechs oder sieben Teile zu beschränken, um eine wirklich erstklassige Saga zu erhalten. So kommt immer wieder der Verdacht auf, dass manche Autoren pro geschriebener Seite bezahlt werden. Für „Die Magie der Erinnerung“ würde ich aufgrund des hervorragenden Schlusses gerne fünf Punkte geben, aber im Endeffekt reicht es doch wieder nur für vier, zu langatmig und zu gestreckt ist die Einführung.

Gesamteindruck: 4/7


Autor: Terry Goodkind
Originaltitel: Chainfire.
Erstveröffentlichung: 2005
Umfang: 736 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


 

BuchWelt: Das Reich des dunklen Herrschers

Terry Goodkind


„Das Reich des Dunklen Herrschers“ ist Buch 8 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“, geschrieben vom US-amerikanischen Autor Terry Goodkind. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlich, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus. Wer eine Kaufempfehlung möchte, sollte also bis dahin warten.

Gesamteindruck: 3/7


Gute Ansätze reichen nur für durchschnittliches Lesevergnügen.

Die Vorfreude, die man nach dem – aus meiner Sicht – überraschend starken Vorgängerband „Die Säulen der Schöpfung“ von Terry Goodkinds „Das Schwert der Wahrheit“-Zyklus auf den vorliegenden Teil empfindet, wird zu Beginn recht schnell von einer gewissen Ernüchterung abgelöst. Grund dafür ist der offenkundige Rückfall des Autors in alte Verhaltensmuster. Teilweise noch ausführlicher als je zuvor werden vergangene Ereignisse rekapituliert, obwohl jeder, der es bis hierhin geschafft hat, bestens darüber im Bilde sein sollte. Sogar der bisher lediglich in Band 1 vorgekommene Grenzposten Chase findet erstmals wieder Erwähnung. Beinahe scheint es, als ob Goodkind versucht, die „Versäumnisse“ des vorhergehenden Bandes wiedergutzumachen, in dem er auf solche Streckungen der Seitenanzahl verzichtete. Schade, mir gefiel der wesentlich straffere Einstieg von Band 7 deutlich besser.

Leider wendet sich auch nach dem zähen Einstieg nicht alles zum Guten. Grund dafür ist auch diesmal nicht die eigentliche Hintergrundgeschichte, die wiederum einigermaßen interessant ausgefallen ist, sondern die Umständlichkeit, mit der uns der Autor seine Thesen näher bringen will. Goodkind versucht, seine Figuren Wissenschaftsgebiete wie Philosophie oder Erkenntnistheorie („Wie wirklich ist die Wirklichkeit?„) streifen zu lassen – diese Ausflüge gestalten sich teilweise allerdings als nahezu unlesbar (was eventuell an der deutschen Übersetzung liegen könnte, was ich allerdings nicht glaube). Generell fällt auf, dass in diesem Band, wie schon zuvor des Öfteren beobachtet, Passagen vorkommen, die sich bei mir jeglichem Verständnis entziehen, wobei ich nicht verhehlen will, dass aufgrund der zeitweisen Langatmigkeit meine Konzentration ab und zu nachließ. Noch viel unangenehmer fällt eine verstärkt auftauchende Tendenz des Autors zum Predigen auf. Stellenweise lässt er seine Charaktere ihre Ansichten, die man zumindest als fragwürdig, zum Teil eher als bedenklich einstufen könnte, mit einer Vehemenz vertreten, die äußerst penetrant wirkt. Hier scheint mir zum Teil die doch sehr radikale Haltung des Amerikaners Terry Goodkind viel zu deutlich durchzuschimmern – ob man sich durch Grundsätze wie eine zumindest angedeutete Befürwortung der Todesstrafe durch die strahlenden Helden gestört fühlt, ist natürlich Geschmacksache, mir persönlich war das im vorliegenden Buch zu viel des Guten.

Natürlich ist aber auch hier nicht alles misslungen. Vor allem die Passagen zwischen den langatmigen Ansprachen haben es in sich und erinnern daran, wieso man die bisherigen knapp 8.000 (!) Seiten des Zyklus überhaupt durchgehalten hat und weiter durchstehen möchte. Terry Goodkind schafft es wirklich sehr gut, seine Schlachten in Szene zu setzen – schade, dass diesen Cliffhangern und interessanten Nebenhandlungen so viel sinnloses Geplapper gegenüber steht.

Im Endeffekt muss man festhalten, dass „Das Reich des dunklen Herrschers“ erschreckend wenig Substanz für eine so große Seitenzahl bietet. Ein Grundproblem der Gesamtserie, das auch hier trotz „nur“ 700 Seiten Umfang keine Lösung findet. Ein Wort noch zur Titelgebung: mehrmals ist mir schon unangenehm aufgefallen, dass sowohl Gesamt- als auch Zwischentitel (wo solche vorkommen) kaum Bezug zum Inhalt haben. Im vorliegenden Fall sei mir die Vermutung gestattet, dass durch den deutschen Titel eine gewisse Tolkien-Nähe hergestellt werden sollte, die das Buch allerdings bei weitem nicht bieten kann. Zwar sehe ich auch beim Original-Titel „Naked Empire“ keinen allzu großen Zusammenhang zum Inhalt, aber zumindest kokettiert dieser nicht ganz so offensichtlich mit dem auf dem Cover angepriesenen und doch weit verfehlten Vorbild. Drei Punkte für ein durchschnittliches Werk, das leider nicht über interessante Ansätze hinauskommt und in das einige irritierende Privatansichten des Autors viel zu offensichtlich eingeflossen sind..

Gesamteindruck: 3/7


Autor: Terry Goodkind
Originaltitel: Naked Empire.
Erstveröffentlichung: 2005
Umfang: 704 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


 

BuchWelt: Die Säulen der Schöpfung

Terry Goodkind


„Die Säulen der Schöpfung“ ist Buch 7 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“, geschrieben vom US-amerikanischen Autor Terry Goodkind. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlich, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus. Wer eine Kaufempfehlung möchte, sollte also bis dahin warten.

Gesamteindruck: 6/7


Spannende und interessante Nebenhandlung.

Was auch in anderen Bänden von Terry Goodkinds Saga um „Das Schwert der Wahrheit“ gelegentlich zum Tragen kam, wird in „Die Säulen der Schöpfung“ zum Hauptmotiv: Die Haupthandlung um die bereits mehr oder weniger lieb gewonnen Protagonisten tritt weitestgehend in den Hintergrund und ist hier nur durch einige Details und Kleinigkeiten bemerkbar. Die Konzentration liegt bis kurz vor dem Schluss des Buches auf einem Nebenschauplatz, der allerdings ebenfalls sehr interessant ist. Dabei werden die Nachkommen der Familie Rahl beleuchtet, die nicht mit der Gabe der Magie ausgestattet sind und der in diesem Fall üblichen Verfolgung entkommen konnten. Dieser Perspektivenwechsel, der noch radikaler als in „Schwester der Finsternis“ ausgefallen ist, bringt dringend notwendigen, frischen Wind in die Saga.

Der Autor beherzigt dabei aus meiner Sicht einige Dinge, die im bisherigen Verlauf des Zyklus immer wieder Grund zu wenig euphorischen Reaktionen gaben. Zum einen wagt Goodkind endlich den Versuch, den Grundsatz „weniger ist mehr“ einzuhalten. Die Seitenanzahl liegt deutlich unter dem Umfang sämtlicher Vorgängerbände, was eine merkliche Straffung der Handlung nach sich zieht. Es gibt eine inhaltliche Entschlackung, die dem Buch sehr gut tut – seitenlange Monologe über bereits bekannte Ereignisse fallen großteils weg, Rückblicke erfolgen (wenn überhaupt) nur noch kurz und knapp. Das führt letztlich zu einem deutlich gesteigerten Lesefluss, der das Buch (vor allem durch gute Cliffhanger und wenige Landschaftsbeschreibungen) zu einem echten Page-Turner macht.

Dennoch zeigt auch „Die Säulen der Schöpfung“ kleinere Schwächen. So ist die Handlung zwar sehr spannend und auch interessant umgesetzt, diese gute Leistung wird aber durch gewisse Unzulänglichkeiten ein wenig eingetrübt. So entbehrt das Verhalten einiger Charaktere oft jeglicher Nachvollziehbarkeit, hinzu kommen einige logische Ungereimtheiten und übertriebene Darstellungen. Diese Probleme, die man bereits aus anderen Büchern der Reihe kennt, wirken sich auf die schnelle und verdichtete Handlung dieses Werkes allerdings nicht allzu stark aus. Stellenweise hat man trotzdem das Gefühl, dass der Autor es verabsäumt hat, seine guten Ideen zu überarbeiten bzw. überhaupt fertig zu denken. Sehr schade, da man hier noch größeres Potential unter der Oberfläche spürt.

Trotz der beschriebenen Mängel reicht es damit bei mir für ganz knappe 6 Punkte, was vor allem auch daran liegt, dass Band 7 der erste Teil seit Längerem war, in dem das Lesen für mich nie zur Qual wurde.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Terry Goodkind
Originaltitel: The Pillars of Creation.
Erstveröffentlichung: 2005
Umfang: 640 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch