MusikWelt: Whoracle

In Flames


Auf „Whoracle“ (1997) schaffen In Flames – wie auch auf dem Nachfolger „Colony“ (1999) – den perfekten Spagat aus düsterer, unheilvoller Atmosphäre (die auch auf den neueren Alben gelegentlich noch zu finden ist) und hartem Geknüppel (das praktisch nur auf den alten Platten zelebriert wird). Garniert ist das Ganze mit Gitarrenharmonien, die direkt von Iron Maiden und Judas Priest stammen könnten.

Gesamteindruck: 7/7


So muss Melodic Death Metal klingen.

Wer beim 1997 erschienen Album „Whoracle“ der schwedischen Melodic Deather In Flames nach einem Schwachpunkt sucht, wird nicht leicht fündig werden. Aus meiner Sicht sind alle Songs bis auf das überflüssige (wie bei In Flames leider üblich) Depeche Mode-Cover „Everything Counts“ gut bis sehr gut ausgefallen. Auch die Produktion ist meiner Meinung nach in Ordnung, lediglich der Gesang könnte bei einigen Stücken lauter sein.

Bereits der furiose Opener „Jotun“ zeigt extrem filigrane Instrumentalarbeit, messerscharfe Harmonien und Riffs, tolle Melodien und rauen Gesang – damit ist gleich klar, was man von dem Album erwarten kann. Das folgende, auch heute noch ab und an live dargebotene „Food For The Gods“ lässt sogar ein wenig die spätere, klanglich „futuristischere“ Ausrichtung der Band durchschimmern, ist aber wesentlich härter als alles, was in der Neuzeit von der Truppe kam.

Die restlichen Songs auf der Platte können ebenso restlos überzeugen, besonders hervorzuheben sind der düstere, atmosphärische Midtempo-Stampfer „Gyroscope“ mit seiner interessanten Gesangslinie und der exzellenten Gitarrenarbeit sowie der erste wirkliche Hit der Band, „Episode 666“, zu dem wohl nicht mehr viel gesagt werden muss. Erwähnt werden sollten auch noch „The Hive“ und „Morphing Into Primal“, die den brachialen Death Metal der Anfangstage bieten, der der Truppe heute leider fast komplett fehlt. Aber auch die hier nicht aufgezählten Lieder sind durchwegs gelungen, sodass das Album tatsächlich komplett ohne Ausfälle auskommt (wenn man von „Everything Counts“ absieht, das zwar nicht schlecht gespielt ist, mir aber einfach nicht gefällt).

Insgesamt ist „Whoracle“ eine äußerst stimmige und gelungene Mischung, die die Schweden im Endeffekt nur mehr auf dem Nachfolgealbum „Colony“ und in dieser geballten Form erreichen sollten. Was danach kam finde ich zwar nicht durchgängig schlecht, aber dieses Niveau und diese Intensität wurden nicht mehr geboten. 7 Punkte für ein erstklassiges Album einer jungen, hungrigen Band.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Jotun – 3:53 – 7/7
  2. Food For The Gods – 4:21 – 6/7
  3. Gyroscope – 3:26 – 7/7
  4. Dialogue With The Stars – 3:00 – 6/7
  5. The Hive – 4:03 – 7/7
  6. Jester Script Transfigured – 5:46 – 6/7
  7. Morphing Into Primal – 3:05 – 6/7
  8. Worlds Within The Margin – 5:06 – 6/7
  9. Episode 666 – 3:45 – 7/7
  10. Everything Counts (Depeche Mode-Cover) – 3:17 – 4/7
  11. Whoracle – 2:44 – 5/7

Gesamteindruck: 7/7 


In Flames auf “Whoracle” (1997):

  • Anders Fridén – Vocals
  • Jesper Strömblad – Guitars
  • Glenn Ljungström – Guitars
  • Johan Larsson – Bass
  • Björn Gelotte – Drums

Anspieltipp: Episode 666

Ein Gedanke zu “MusikWelt: Whoracle

  1. Pingback: Musik A – Z. | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.