FilmWelt: Sucker Punch

Es mag einigen Fans wie ein Sakrileg vorkommen – anderen nicht, wie die allgemein eher schwachen Bewertungen von „Sucker Punch“ belegen: Dieser Film gibt bei weitem nicht das her, was der Trailer verspricht und was man sich nach dem ersten Blick auf die Optik erhofft. Leider müssen drei Punkte für die gewaltige und gewaltig eingesetzte Technik reichen – ehrlich gesagt wurde das Ansehen durch das schwache Drehbuch regelrecht zur Qual, nachdem ich mich an den superben Bildern satt gesehen hatte.

Gesamteindruck: 3/7


Schöner Stil, gewaltige Bilder – aber schwache Story.

Es gibt daran nichts zur rütteln: „Sucker Punch“ weiß optisch und stilistisch zu überzeugen. Allein die Anfangssequenz zu den Klängen von „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ ist unglaublich intensiv umgesetzt. In dieser Tonart geht es auch danach weiter – Regisseur Zack Snyder hat hier tatsächlich etwas ganz Großes geschaffen. Er spielt geradezu meisterhaft mit den Farben, die je nach Handlungsebene unterschiedliche Nuancen und Intensität haben. Dieses Zusammenspiel ist in praktisch jeder Szene überzeugend.

Auch die Effekte sind toll – wobei ich hier anmerken möchte, dass die CGI allein durch ihre Masse eine gewisse Übersättigung erzeugen; das ist aber kein isoliertes Problem dieses Films sondern zieht sich seit einigen Jahren durch die Bank, weil die Regisseure einfach zu verschwenderisch mit der Technik umgehen. Ebenfalls eine gute und für diesen Film passende Idee ist es übrigens, einigen Schauspielern verschiedene Rollen auf unterschiedlichen Handlungsebenen zu geben. Dadurch wird der Zuseher regelrecht in die Welt von „Sucker Punch“ hinein gezogen.

Das alles klingt sehr positiv? Ist es auch. Dennoch hat der Film ein großes Problem – weder Story noch Drehbuch können überzeugen. Die Hintergrundgeschichte an sich bietet wenig Neues (was aber nicht stört), wurde aber immerhin in eine gute Idee verpackt. Leider mangelt es dem Film aber ganz klar an erzählerischem Talent. Das Ganze ist nicht mehr als eine Aneinanderreihung einzelner Episoden oder Quests – teilweise erinnert das an ein Computer-Rollenspiel, was wohl auch beabsichtigt war. Problematisch ist, dass die Verbindung zwischen den Episoden viel zu dünn ist, um wirkliche Spannung aufkommen zu lassen. Es fehlt völlig an Tiefe, der Regisseur verlässt sich einzig und allein auf seine atemberaubenden Bilder. Das führt letztlich so weit, dass der Film durcheinander, inkonsistent und verwirrend wirkt – was ob der einfach gestrickten Charaktere fast schon ein Paradoxon ist.

Nach dem grandiosen Trailer hätte ich nicht erwartet, dass ich diesem Film so wenig Punkte geben würde. Aber letztlich ist „Sucker Punch“ tatsächlich einer der Fälle, in denen die Grenz überschritten wird. Nämlich die, in der man sich zurücklehnen und von der Action berieseln lassen kann, ohne zu viel auf die Story zu geben. In diesem Fall ist die Diskrepanz zwischen Optik und Inhalt sowie das Durcheinander, das durch das chaotische Drehbuch geschaffen wird, so groß, dass es nur für eine durchschnittliche Wertung reicht. Da wird das gute Aussehen wirklich zum Problem: Der Grundsatz „so mies, dass es schon wieder gut ist“ gilt hier einfach nicht.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: Sucker Punch
Regie: Zack Snyder
Jahr: 2011
Land: USA
Laufzeit: 127 Minuten
Besetzung (Auswahl): Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone, Vanessa Hudgens, Jamie Chung, Carla Gugino, Oscar Isaac



 

3 Gedanken zu “FilmWelt: Sucker Punch

  1. Pingback: Filme A-Z | Weltending.
  2. Wären bestimmt ein paar tolle Musikvideos geworden. In dieser Form ist es aber tatsächlich ziemlicher Käse. Und nee, es liegt nich daran, dass ichs nicht verstanden hätte.

    Meine Freundin ist damals auf halbem Weg in ihrem Kinosessel eingeschlafen – und ich hab sie ein klein wenig beneidet. 😉

    • Ich fand das wirklich schade. Noch nie habe ich die Diskrepanz zwischen Optik (eigentlich sind ja nicht die Effekte allein, sondern die Art, wie sie eingesetzt werden und die Atmosphäre, die sie schaffen) und Inhalt als größer empfunden.

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