MusikWelt: Restless And Wild

Accept


Auch wenn unterm Strich 6 Punkte stehen bleiben, kann ich mich den Begeisterungsstürmen nicht völlig kritiklos anschließen, die „Restless And Wild“ (1982) bei vielen Hörern auslöst. Die Platte ist zwar alles andere als schlecht oder auch nur durchschnittlich, kann meiner Ansicht nach aber nicht ganz mit dem für mich mit Abstand besten Accept-Werk „Balls To The Wall“ (1983) mithalten. Das ist klarerweise Kritik auf hohem Niveau, die dementsprechend näher ausgeführt sein will.  

Gesamteindruck: 5/7


Deutlich verbessertes Songwriting.

Auf der Habenseite von „Restless And Wild“ kann jedenfalls die im Vergleich zu „Breaker“ (1981) stark verbesserte Produktion verbucht werden. Zusätzlich ist der Reifungsprozess im Songwriting deutlich zu spüren, auch wenn dafür meiner Ansicht nach ein wenig die Lockerheit der ersten Scheiben verloren geht, was aber nicht allzu sehr ins Gewicht fällt.

Bei den Stücken auf dieser LP muss man ganz besonders das finale „Princess Of The Dawn“ hervorheben. Hierbei handelt es sich wohl um den atmosphärischsten Track der gesamten Accept-Diskographie. Ein im schleppenden Midtempo gehaltenes Stück, bei dem einfach alles stimmt (außer vielleicht das allzu abrupte Ende). Vor allem die hervorragende Arbeit von Wolf Hoffmann, der sowohl an der elektrischen als auch an der akustischen Gitarre eine exzellente Figur abgibt, kann man gar nicht hoch genug loben. Ebenfalls sehr gelungen: die Eröffnungsnummer „Fast As A Shark“, ein harter und schneller Track mit humoristischem Einschlag – polternde Double-Bass trifft auf schneidende Gitarren, garniert mit einem starken Refrain. Auch der stampfende Titeltrack geht sehr gut ins Ohr, ebenso das flotte „Ahead Of The Pack“. Und auch das harte „Flash Rockin‘ Man“ (erinnert etwas an Judas Priest) kann gut punkten.

„Restless And Wild“ wäre aber nicht von Accept, wenn sich neben diesen hochklassigen Nummern nicht auch ein paar Filler eingeschlichen hätten. Wobei das vielleicht ein zu hartes Wort für die deutlich an AC/DC angelehnten Midtempo-Rocker „Shake Your Head“, „Get Ready“ und „Don’t Go Stealin‘ My Soul Away“ ist. Diese drei Nummern verbreiten zwar gute Laune beim Hören, sind aber absolut nichts Herausragendes. Ähnliches gilt auch für „Demon’s Night“, das mir sogar noch eine Spur weniger gefällt.

Einziges Lied, mit dem ich persönlich praktisch nichts anfangen kann, ist das nicht nur vom Titel her an Black Sabbath erinnernde „Neon Nights“. Hier versucht sich die Truppe an schleppendem Doom Metal, was in meinen Ohren überhaupt nicht funktioniert. Instrumental und auch vom Gesang her ist zwar alles in Ordnung, trotzdem will der Funke auch bei wiederholtem Hören einfach nicht überspringen. Erst wenn am Ende das Tempo erhöht wird, stellt sich bei mir eine gewisse Zufriedenheit ein.

Insgesamt halte ich „Restless And Wild“ aufgrund einzelner Songs für eine recht starke Platte, die aber nur bedingt wie aus einem Guss klingt. An den Nachfolger reicht sie meines Erachtens nicht heran. Trotzdem gute 5 Punkte – „Fast As A Shark“ und „Princess Of The Dawn“ sei Dank!


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Fast As A Shark – 3:49 – 7/7
  2. Restless And Wild – 4:12 – 6/7
  3. Ahead Of The Pack – 3:24 – 6/7
  4. Shake Your Heads – 4:17 – 4/7
  5. Neon Nights – 6:02 – 2/7
  6. Get Ready – 3:41 – 4/7
  7. Demon’s Night – 4:28 – 3/7
  8. Flash Rockin‘ Man – 4:28 – 5/7
  9. Don’t Go Stealin‘ My Soul Away – 3:16 – 4/7
  10. Princess Of The Dawn – 6:16 – 7/7

Gesamteindruck: 5/7 


Accept auf “Restless And Wild” (1982):

  • Udo Dirkschneider − Vocals
  • Wolf Hoffmann − Guitar
  • Herman Frank − Guitar
  • Peter Baltes – Bass, Backing Vocals, Vocals
  • Stefan Kaufmann − Drums, Backing Vocals

Anspieltipp: Princess Of The Dawn

Ein Gedanke zu “MusikWelt: Restless And Wild

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