FilmWelt: Indien

Alfred Dorfer und Josef Hader, zwei Urgesteine des österreichischen Kabaretts tanzen in der niederösterreichischen Einöde zu indischen Klängen. Hört sich erst einmal verrückt an – ist es auch. Letztlich dreht sich der Film aber um eine sich langsam entwickelnde Männerfreundschaft mit tragischem Ende. Dazwischen ist man viel unterwegs – so muss ein Roadmovie made in Austria wohl aussehen.

Gesamteindruck: 5/7


Typisch österreichische Tragikomödie.

In diesem Film, in dem mit Alfred Dorfer und Josef Hader zwei der stärksten heimischen Kabarettisten der 1990er Jahre mitwirken, wird – irgendwie typisch für den österreichischen Film – das Komisch-skurrile mit dem Tragischen verbunden. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere begeben sich in „Indien“ auf eine Art Roadtrip. Für die niederösterreichische Landesregierung überprüfen die beiden Herren die hiesige Gastronomie.  Die Entwicklung der Figuren (Hader als ältlicher, wortkarger Griesgram „Bösel“ und Dorfer als naiver, redseliger Sonderling „Fellner“) ist ebenfalls recht typisch. Zuerst gehen sich die zwei natürlich unglaublich auf die Nerven gehen, kommen sich langsam näher und sind am Ende die besten Freunde. Man sieht daran also schon, dass die Handlung an sich nichts Besonderes ist.

Was den Film dennoch sehr gut macht, ist die schauspielerische Leistung der beiden Protagonisten. Die detaillierte und gewitzte Darstellung der zwei Landesangestellten sucht ihresgleichen. Der Film lebt somit fast ausschließlich vom Wortwitz und der Sprache seiner Hauptdarsteller – und natürlich auch von der abwechselnd tristen und romantischen Kulisse des tiefsten Niederösterreichs. Zum Ende hin nimmt der Film eine dramatische Wendung, was ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde, allerdings bei zartbesaiteten Gemütern eventuell nicht ganz so gut ankommen dürfte.

Typisch österreichisch ist an „Indien“ auch, dass es einerseits neben klassischer Situationskomik und ein wenig Klamauk auch viel bitterbösen, schwarzen Humor gibt. Andererseits fehlt auch die übliche, relativ große Prise Tragik und Melancholie nicht. In Verbindung mit der Milieustudie von österreichischem Gastgewerbe und Beamten in Diensten der Landesregierung (die allerdings nicht allzu tief geht), ergibt das einen Film, der gute Unterhaltung auf einigermaßen hohem Niveau bietet.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: Indien
Regie: Paul Harather
Jahr: 1993
Land: Österreich
Laufzeit: 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Josef Hader, Alfred Dorfer



 

Ein Gedanke zu “FilmWelt: Indien

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