FilmWelt: Cube Zero

„Cube Zero“ kam 2004 als Prequel zum erfolgreichen „Cube“ und wesentlich weniger erfolgreichen „Cube 2: Hypercube“ auf den Markt. Auf die große Leinwand hat es der Film nur in einigen amerikanischen Kinos geschafft – in Europa wurde der Streifen direkt auf DVD veröffentlicht. Das hat seine Gründe. Die ursprüngliche Idee wurde mit „Cube“ erzählt und eigentlich auch ausgereizt. Weder Teil 2 noch vorliegendes Prequel können dieser Story neue Facetten geben. Wo sie es probieren, scheitern sie – von daher ist „Cube Zero“ mit 3 Punkten noch recht gut bedient.

Gesamteindruck: 3/7


Prequel als zweischneidiges Schwert.

Mit dem minimalistischen „Cube“ (1997) wurde einst ein gänzlich neuartiger Film geschaffen, den man durchaus als sehr gut gelungen bezeichnen kann. Der Nachfolger „Cube 2: Hypercube“ (2002) konnte den großen Erwartungen leider nicht gerecht werden und fiel trotz – oder gerade wegen – einiger Neuerungen eher unterdurchschnittlich aus. Komplettiert wurde die Reihe 2004 mit „Cube Zero“, der allerdings, der Titel deutet es an, nicht der chronologisch dritte Teil, sondern ein Prequel ist. Zeitlich spielt er damit vor dem Original-Cube.

Die Grundhandlung muss natürlich in allen Teilen dieselbe sein, ansonsten verliert der Film jegliche Existenzberechtigung. Es geht also immer noch darum, dass Menschen, die sich nicht kennen und deren Gedächtnis manipuliert wurde, in einem riesigen Würfel aufwachen, dessen Räume mit tödlichen Fallen gespickt sind. Nichts Neues an dieser Front – genau darum wurden beginnend mit „Hypercube“ behutsam Änderungen eingeführt – mal besser, mal schlechter gelungen.

Der große Unterschied: Was in Teil 2 am Ende angedeutet wird, nämlich die Welt außerhalb des Würfels, wird im Prequel zu einer parallelen Handlung. So kann man in diesem Film erstmals die „Täter-Seite“ (bzw. einen kleinen Teil davon) bei ihrer Arbeit beobachten. Genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister: Einerseits war dieser Schritt nach draußen wohl notwendig, um die naturgemäß minimale Handlung wenigstens etwas zu erweitern, andererseits wird der Geschichte um den Cube damit eindeutig etwas genommen. Natürlich werden dadurch einige der Fragen, die nach Teil 1 aufkamen, geklärt, aber ob das unbedingt notwendig war, bleibt dahingestellt. Zumal auch die Auflösung selbst einige Rätsel aufgibt und zum Teil sehr verworren wirkt. Hier wäre weit mehr drin gewesen.

Einzig der Handlungsfaden mit dem autistischen Insassen aus Teil 1 wird stimmig und gelungen erklärt. Alles andere wirkt wie zusammengestückeltes Beiwerk und eine Rechtfertigung um einen weiteren Film zu diesem Thema zu drehen. Schade eigentlich, denn mit einem besseren Drehbuch wäre es sicher möglich gewesen, einige Rätsel die den Würfel umgeben auf angemessene Weise zu lüften – ob das im Endeffekt überhaupt eine gute Idee ist, liegt ganz im Auge des Betrachters. Ich persönlich finde solche Blicke hinter die Kulissen nicht schlecht, aber die Umsetzung muss eben auch stimmen, ansonsten kann es lächerlich werden (Stichwort: Entlassungsprozedur). Die Fallen sind zwar recht gut gelungen, hauen einen aber nicht wirklich vom Hocker. Alles in allem reicht das für 3 Punkte, wobei durchaus mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre.

Dass es bei Filmen dieser Art Pflicht ist, die Uncut-Version zu erwerben, versteht sich sowieso von selbst.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: Cube Zero
Regie: Ernie Barbarash
Jahr: 2004
Land: Kanada
Laufzeit: 92 Minuten
Besetzung (Auswahl): Zachary Bennett, Stephanie Moore, Martin Roach, David Huband, Michael Riley



 

2 Gedanken zu “FilmWelt: Cube Zero

  1. Pingback: Filme A-Z | Weltending.
  2. Schön gesagt! Der erste Cube-Film ist für mich eine Lehrstunde in Sachen atmosphärischer Low-Budget-Horror. Der zweite hatte ein paar abgefahrene Konzepte, war aber nicht annähernd so rund.

    Mein Riesenproblem mit Cube Zero ist tatsächlich, dass es ein Prequel ist, welches den Original-Film aktiv untergräbt: Die Tatsache, dass wir nie erfahren, wer das Ding warum gebaut hat und wie es draußen aussieht, macht einen Großteil der Stimmung aus. Auch wenn der Ansatz wesentlich schlimmer hätte sein können – grundsätzlich mag ich diese sehr kafkaesken Perspektive, dass selbst die Mitarbeiter und Konstrukteure nicht wirklich wissen, was sie für wen tun – die Tatsache, dass da am Ende des Tages bloß Typen an Knöpfen sitzen, macht den ganzen Zauber irgendwie kaputt. Ignorieren und lieber nochmal den ersten Cube schauen. 🙂

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