MusikWelt: Myrskyntuoja

Teräsbetoni


Teräsbetoni wurden immer mal wieder als finnische Antwort auf Manowar bezeichnet. Wer mit solchen Phrasen um sich wirft, muss sich natürlich zwangsläufig mit den großen Vorbildern messen lassen – und prompt ist es so, dass die Nordmänner mit ihrem 2008er-Output „Myrskyntuoja“ klar den Kürzeren ziehen.

Gesamteindruck: 3/7


Harter Stahlbeton fühlt sich anders an.

Auf der Habenseite stehen bei den wilden Kriegern aus Suomi Attitüde, Optik und Bandname (finnisch für „Stahlbeton“). Auch die Texte sind angeblich denen der „Kings Of Metal“ recht ähnlich; eine Überprüfung ist mir mangels finnischer Sprachkenntnisse nicht möglich. Technisch ist ebenfalls alles im grünen Bereich, die Truppe, deren Album-Debüt aus dem Jahre 2005 datiert, beherrscht ihre Instrumente sehr gut. Mehr Ähnlichkeiten konnte ich aber beim besten Willen nicht ausmachen. Die Musik klingt in meinen Ohren eher nach einer schwachbrüstigen Variante von HammerFall, mit Manowar haben die Tracks auf „Myrskyntuoja“ wenig zu tun, wenn man von gelegentlich eingesetzten Chören und einem leichten Hang zum Pathos absieht.

Die Stücke sind prinzipiell eher fröhlich und partytauglich angelegt, was an manchen Stellen extrem aufgesetzt klingt und spätestens ab der zweiten Albumhälfte nervt. Besagte Nerven strapaziert vor allem auch die extrem in den Vordergrund gemischte Stimme von Sänger/Bassist Jarkko Ahola (bekannt auch vom Cover-Projekt Northern Kings), die jegliche Aggressivität und Dynamik vermissen lässt und damit den grundsätzlich sehr glatten Titeln noch mehr an Härte nimmt.

Insgesamt kann ich auch nach mehreren Durchläufen keine Songs entdecken, die zumindest eine etwas längere Halbwertszeit bieten. Am ehesten fällt noch der gelungene Opener „Voiman Vartijat“ in diese Kategorie, auch die Ballade „Teräksen Taakka“ kann zumindest musikalisch überzeugen. Ansonsten bleibt nicht allzu viel hängen, lediglich die gute Gitarrenarbeit haftet im Gedächtnis. Fraglich übrigens, warum die Band ausgerechnet mit schwächsten Stück der CD, „Missä Miehet Ratsastaa“ zum Eurovision Song Contest 2008 angetreten ist. Allerdings hätte es damals wohl auch keinen großen Unterschied gedacht, wenn man mit einer anderen Nummern gestartet wäre.

Damit reicht es für mich leider nur für 3 Punkte, die hauptsächlich vom Exotenbonus der finnischen Sprache und der brauchbaren Instrumentalarbeit leben. Wer sich einmal eine stellenweise verkrampft fröhliche, mit finnischen Texten und zumindest fragwürdiger Gesangsleistung versehene HammerFall-Version anhören möchte, kann ein Ohr riskieren. Für den typischen Metaller dürfte dieses Stück Stahlbeton eindeutig zu weich und glatt sein.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Voiman Vartijat – 4:27 – 6/7
  2. Painajainen – 4:13 – 3/7
  3. Missä Miehet Ratsastaa – 3:55 – 2/7
  4. Ukkoshevonen – 3:19 – 3/7
  5. Orjakaleeri – 5:24 – 4/7
  6. Paha sanoo – 3:56 – 3/7
  7. Teräksen Taakka – 5:27 – 5/7
  8. Metallin Voima – 4:10 – 4/7
  9. Kuumilla Porteilla – 4:24 – 3/7
  10. Vihollisille – 3:53 – 3/7
  11. Huominen Tulla Jo Saa – 5:15 – 2/7
  12. Seiso Suorassa – 4:49 – 3/7

Gesamteindruck: 3/7 


Teräsbetoni auf “Myrskyntuoja” (2008):

  • Jarkko Ahola – Vocals, Bass
  • Arto Järvinen – Guitar, Vocals
  • Viljo Rantanen – Guitar
  • Jari Kuokkanen – Drums

Anspieltipp: Voiman Vartijat