FilmWelt: In 3 Tagen bist du tot

Grundsätzlich ist der Versuch, einen Teenie-Slasher „made in Austria“, zu schaffen, zu begrüßen. Leider ist man – zumindest in diesem Fall – an der Umsetzung gescheitert. Statt mit den für das Genre typischen Stilmitteln etwas Eigenes zu kreieren, beließen es die Filmemacher bei einer schlichten Kopie. Man kann „In 3 Tagen bist du tot“ zwar einen gewissen Charme nicht absprechen, aber der Hype, mit dem der Film in unseren Breiten gepusht wurde, scheint mir nicht gerechtfertigt zu sein. 4 Punkte für den gut gemeinten Versuch, die Abzüge für die Umsetzung, die zu sehr auf Nummer sicher geht.

Gesamteindruck: 4/7


Standard-Kost – lediglich aufgrund der Herkunft etwas Besonderes.

Prinzipiell gibt es (auch ohne die rot-weiß-rote Brille zu sehr zu strapazieren) einiges, das diesen Film vom typisch amerikanischen Teenie-Horror abhebt. Vordergründig ist das im Dialekt begründet, der den Streifen – zumindest für alle, die die Sprache verstehen – schon einmal wohltuend von der breiten Masse abhebt. Gerade im Bereich der Synchronisation gibt es im Genre doch einige katastrophale Beispiele (wer das unsägliche 2009er-Remake von „Freitag, der 13.“ gesehen hat, weiß wovon ich rede). Hier macht es die natürliche Sprache der Darsteller deutlich besser.

In zweiter Linie – und das geht wesentlich tiefer als die Sprechweise – besticht der Film jedoch durch eine kaum greif- und beschreibbare düstere Atmosphäre, die man in so mancher Hochglanz-Produktion aus Hollywood vergeblich sucht. Das liegt vor allem auch an den einfachen Mitteln, mit denen der Regisseur sein Material auf Bild gebannt hat. Besonders wohltuend ist das Set selbst, das naturgemäß nicht das in amerikanischen Slashern übliche „Hinterwäldler-Setting“ mit seinen versifften Kulissen bemüht. Hier sehen die Häuser ebenso wie die Darsteller weitestgehend normal aus.

Schade nur, dass aus diesen interessanten Ansätzen nicht so viel gemacht wurde. Die Handlung selbst geht nämlich kompromisslos und sich selbst viel zu ernst nehmend (zumindest entsteht dieser Eindruck) wieder genau in die schon tausend Mal gesehene Richtung, die man vor allem aus den USA kennt. Die Hauptdarsteller werden auf die übliche Art und Weise dezimiert (lediglich die Szene mit dem Aquarium zeigt einen gewissen Einfallsreichtum), ihr Gegenspieler erinnert an „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ und „Scream“. Auch, was die jungen Leute unternehmen, um sich zu retten und das Problem zu lösen, entspricht gänzlich der Erwartungshaltung, bis hin zum klischeehaften Ende.

Gesamteindruck: 4/7


Originaltitel: In 3 Tagen bist du tot
Regie: Andreas Prochaska
Jahr: 2006
Land: Österreich
Laufzeit: 97 Minuten
Besetzung (Auswahl): Sabrina Reiter, Laurence Rupp, Michael Steinocher, Nadja Vogel, Konstantin Reichmuth, Julia Rosa Stöckl



 

Ein Gedanke zu “FilmWelt: In 3 Tagen bist du tot

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