MusikWelt: Reborn

Northern Kings


Grundsätzlich bin ich kein Gegner von Coverversionen, auch dann nicht, wenn Songs aus dem Pop-Bereich auf Metal getrimmt werden. Dabei können durchaus hörenswerte Interpretationen entstehen. Das gelingt den Northern Kings, die ich als Sänger und Musiker großteils sehr schätze, nur zum Teil. Woran diese CD meiner Ansicht nach scheitert, ist die viel zu geringe Energie, mit der die Lieder dargeboten werden. Von einer Supergroup Projekt aus dem Metalbereich erwartet man wesentlich schnellere und partytauglichere Umsetzungen.

Gesamteindruck: 3/7


Durchwachsene Geschichte.

Im Sinne der angesprochenen Partytauglichkeit sind auf „Reborn“ (2007) in meinen Ohren lediglich zwei Nummern gelungen: „Don’t Stop Believin'“ (Journey) und „We Don’t Need Another Hero“ (Tina Turner). Zum Teil könnte man noch „Hello“ (Lionel Richie) in die Kategorie „durchaus für Stimmung sorgend“ einordnen.

Neben diesen Songs sind noch zwei außergewöhnliche Tracks zu nennen, die so sehr vom Original abweichen, dass man den Jungs ein großes Lob zur ihrer Kreativität aussprechen muss. Bei „(I Just) Died In Your Arms“ (Cutting Crew) wird ein im Original recht flotter Song mit einer schleppenden, depressiven Grundstimmung und traurigem Gesang versehen. Ich finde das zwar sehr innovativ, aber insgesamt ist mir das Ganze doch etwas zu weinerlich. Anders ist das bei einem der besten Lieder, die in den 1980ern geschrieben wurden: „Brothers In Arms“ von den Dire Straits. Hier gelingt den Kings – kaum zu glauben – eine sehr gute, atmosphärische und stimmungsvolle Interpretation, die dem Song sehr gut zu Gesicht steht. Reicht zwar nicht an das Original heran, hat aber trotzdem das gewisse Etwas.

Die restlichen Tracks sind mehr oder weniger durchwegs unterdurchschnittlich. Als Totalausfälle würde ich vor allem „Sledgehammer“ (Peter Gabriel), „Creep“ (Radiohead), „Don’t Bring Me Down“ (Electric Light Orchestra) und die gefühlte 1.000ste Vergewaltigung von Billy Idols „Rebel Yell“ bezeichnen. Übrig bleiben 4 immerhin erträgliche Coverversionen, die die Welt aber auch nicht gebraucht hätte.

Die Wertung von 3 Punkten ergibt sich aus folgenden Gründen: zum einen ist das Konzept, mit vier sehr unterschiedlichen Sängern zu arbeiten, eine gelungene Sache, die dieses Album von ähnlichen Versuchen abhebt. Zweitens sind immerhin eine Handvoll Songs brauchbar umgesetzt. Andererseits fällt die zum Teil merkwürdig anmutende Songauswahl und die fehlende Energie und Geschwindigkeit negativ ins Gewicht. Wer ohne Neuinterpretationen „auf Metal“ nicht leben kann, kann sich 1 – 2 Punkte dazu denken, alle anderen sollten besser bei den Originalen bleiben oder sich selbstgeschriebene Songs von Metalbands anhören – auf sehr vielen Alben findet man ohnehin die eine oder andere gelungene Coverversion.


Track – Titel – Originalinterpret*

  1. Don’t Stop Believin‘ (Original: Journey)
  2. We Don’t Need Another Hero (Original: Tina Turner)
  3. Broken Wings (Original: Mr. Mister)
  4. Rebell Yell (Original: Billy Idol)
  5. Ashes To Ashes (Original: David Bowie)
  6. Fallen On Hard Times (Original: Jethro Tull)
  7. (I Just) Died In Your Arms (Original: Cutting Crew)
  8. Sledgehammer (Original: Peter Gabriel)
  9. Don’t Bring Me Down (Original: Electric Light Orchestra)
  10. In The Air Tonight (Original: Phil Collins)
  11. Creep (Original: Radiohead)
  12. Hello (Original: Lionel Richie)
  13. Brothers In Arms (Original: Dire Straits)

 Gesamteindruck: 3/7 

* Bei Live-, Tribute- und Best of-Alben verzichte ich auf eine Einzelbewertung der Songs.


Northern Kings auf “Reborn” (2007):

  • Jarkko Ahola − Vocals
  • Marco Hietala − Vocals
  • Tony Kakko – Vocals
  • Juha-Pekka Leppäluoto − Vocals

Studiomusiker:

  • Vili Ollila – Keyboards, Programming
  • Erkka Korhonen – Lead & Rhythm Guitars
  • Erkki Silvennoinen – Bass
  • Anssi Nykanen & Sami Osala – Drums, Percussion
  • Two Finger Choir – Backing Vocals

Anspieltipp: We Don’t Need Another Hero


 

2 Gedanken zu “MusikWelt: Reborn

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