FestivalWelt: Wacken:Open:Air 2016

Datum: 4. bis 6. August 2016
Location: Wacken, Schleswig-Holstein
Festival: Wacken:Open:Air 2016
Bands: ca. 180, national & international
Publikum: 75.000
Ticketpreis: 190 Euro (inkl. VVK-Gebühren, keine Abendkasse bzw. Tagespässe)


(Holy Wacken) Land unter.

Vorgeschichte

Man wollte eigentlich nicht mehr hin. Nach Wacken – dorthin, wo sie alle einmal gewesen sein müssen und auch die Jungen unbedingt einmal hin wollen, einfach, um dabei gewesen zu sein, einfach um mitreden zu können. Für mich waren zwei Mal eigentlich genug. Hatte ich gedacht. Aber eigentlich… hmmm… war es dann ja doch ganz lustig, bei den ersten zwei Besuchen. Und so kam im August 2015 eines zum anderen: Ein Kumpel, der bisher noch nie da war, wollte unbedingt hin (siehe oben!), die Erinnerung an den Spaßfaktor von 2010 und 2014 war immer noch da – also setzten wir uns wieder um Mitternacht vor den Rechner, um schnell noch eines der begehrten Tickets für das Wacken:Open:Air 2016 zu ergattern. Ich wiederhole: Anfang August 2015 war das. Vor über einem Jahr! Man kennt es ja mittlerweile. Ganz so schnell ging der Ausverkauf aber nicht von Statten, sodass wir relativ problemlos an unsere 7 Tickets kamen und die Nacht-und-Nebel-Aktion eigentlich für den berühmten „Hugo“ war.

Und dann begann wieder das lange Warten auf vernünftige Bands.

Tag 1 (Donnerstag, 4. August 2016)

Die Anreise war wie immer sehr ermüdend – Abflug in Wien um 07:15 Uhr, heißt, man ist gegen Mittag am Festival. Es geht also mit ordentlich Schlafdefizit los, aber da muss man halt durch. Abgesehen davon ist diese Art der Anreise (Flugzeug – Bus – Mietzelt) offenbar weniger mühsam, als mit dem eigenen Auto zu kommen, wenn man so liest, was bezüglich Wartezeiten, bis man auf den Platz darf, so auf Facebook stand. Der Zugang zum Campground vom Busterminal aus (bei A) war bei unserer Ankunft sogar noch Sneaker-tauglich, der Weg zur Zelt-Rezeption dann eher nicht mehr so, aber immer noch im Rahmen. An dieser Stelle war dann aber auch schon zu merken (bzw. zu riechen), dass das Festival wohl nicht ohne schweres Schuhwerk zu überstehen sein würde – es sei denn, es würde wirklich trocken und heiß werden.

Egal – in der Zeltrezeption eingechecked, Zelt eingerichtet und ab zur Wristband-Ausgabe. Alles reibungslos, schnell und bestens organisiert. Nur zu dumm, dass man die Metal-Bags nicht mit aufs Gelände nehmen durfte (ja, war vorher bekannt – gut war es trotzdem nicht gelöst). Der Weg zurück zum Zelt war nämlich ziemlich weit. Auf dem Weg vom und zum Wristband-Office wurde auch schnell klar, welche Bodenbeschaffenheit tatsächlich zu erwarten war. In den Senken und vor allem in der Nähe der Duschen war es wirklich katastrophal. Dass man das nach wie vor nicht in den Griff bekommt, ist mir einfach unverständlich.

Nachdem die Pflicht erledigt war, kam die Kür. Im Wackinger-Village schnell was zu essen abgegriffen (da gibt’s mE wirklich gute Sachen), dann ein nettes Plätzchen in der „Euterbar“ gefunden und erstmal diverese Biere geleert, während auf einer der großen Bühnen bereits SKYLINE und SAXON auftraten. Erstere waren ok, letztere hatten, zumindest kam es dort hinten so an, mit erheblichen Soundproblemen zu kämpfen. Dann nochmal kurz zum Zelt, nicht ohne diverse Zwischenstopps für Bier, dort ein wenig gerastet und – man glaubt es kaum – Bier getrunken, bis es dann Zeit für den Gang ins Infield war. Dort wartete bereits am späten Nachmittag ziemlich viel Matsch. Die Shows von FOREIGNER und vor allem WHITESNAKE waren trotzdem sehr gut. Kurz vor dem Headliner IRON MAIDEN gab es dann einen kleineren Regenschauer und der Boden wurde langsam aber sicher immer tiefer. Bei MAIDEN fing es dann so richtig zu schütten an und es bildeten sich diverse Seen, dadurch wurde das Gedränge auf den wenigen halbwegs trockenen/festen Stellen extrem ungangenehm. Zur Hälfte des Sets war es dann nicht mehr auszuhalten und wir gingen zurück, wo der Boden besser und weniger Leute waren. Bei diesen paar Schritten war schon zu merken, was für ein Spießrutenlauf die nächsten Abende warten würde, wenn der Boden so blieb. Schlammseen, dazwischen ein wenig härterer Boden, wo kaum ein Durchkommen war und immer wieder gefährlich tiefe Löcher, in die man einsank. Die Show von MAIDEN war gut, glaube ich, denn so langsam tat das viele Bier dann seinen Wirkung und macht die Erinnerung ein wenig dumpf. Beim Zelt war – im Gegensatz zu mir selbst – alles in Ordnung und trocken, immerhin etwas.

Tag 2 (Freitag, 5. August 2016)

Als ich mich gegen 07:30 Uhr fast komplett unverkatert aus dem Zelt gekämpft habe, hätte mir mein gefühlt recht guter Zustand gleich verdächtig vorkommen müssen. Aber erstmal freute ich mich, dass es mir vermeintlich gut ging und machte mich gemeinsam mit einem Kumpel auf den Weg zum Duschcamp und zum Frühstückszelt. Das Duschen verging mir fast, als ich den Zustand des Platzes vor der Dusche und dann auch den Zustand des Duschzeltes selbst sah. Pfui Teufel – vor allem der Gestank, den man kaum beschreiben kann. Waren die Duschen nicht mal größer mit mehr Ablagemöglichkeiten? Egal, ging trotzdem alles gut, Wasser war warm, lang warten musste man auch nicht, früher Uhrzeit sei Dank. Was dann jedoch passierte war weniger schön.

Im Kaffeezelt war schon eine lange Schlange, trotzdem stellte man sich an. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich plötzlich auf einer Bierbank saß, neben einigen Typen, die aussahen, als wären sie vom Vortag übrig geblieben. Kumpel hatte mich dort hingesetzt und sagte mir, dass ich plötzlich wie ein nasser Sack zusammengefallen wäre. Klassischer Schwächeanfall. Wenigstens war im Frühstückszelt der Boden nicht so schlammig… Ein kurzer Besuch im SaniZelt war die Folge, wo ich sehr gut und kompetent behandelt wurde. Zum Camp zurück ging es schon wieder zu Fuß (irgendwie merkwürdig, dass sie einen da nicht wieder hin bringen, sind ja doch die meisten nicht so gut beisammen, wenn sie mal zu den Sanis müssen und die Wege waren weit und matschig). Dort angekommen war der Tag erstmal gelaufen – im dem Sinne, dass ich erstmal nur Wasser/Cola trank, während die anderen gerade die erste Dose Becks öffneten (war ja doch schon halb 10 durch). Irgendwann ging es dann ins Dorf zum Metal Place, wo ordentlich gesoffen wurde (ich habe mich allerdings komplett rausgehalten). War recht amüsant, den Niedergang der Bande zu beobachten, jedoch fiel mir in meinem nüchternen Zustand umso mehr auf, dass die Playlist im Metal Place wohl maximal 30 Songs umfasst. Verstehe ich überhaupt nicht.

Ans erste Bier wagte ich mich dann am frühen Nachmittag bei einem Spaziergang durchs Dorf. War gar nicht mal so gut, insgesamt sollte ich mir an diesem Abend nur 4 oder 5 Biere gönnen, mehr war in meinem Zustand einfach nicht drin. Nach dem Metal Place ging es irgendwann zurück zum Zelt, wo weitergetrunken wurde und ich mir das Rumgesabbere und -getorkel meiner Mitcamper ansehen durfte. So sehen wir also für Außenstehende aus… Irgendwann bequemten wir uns dann doch noch ins Infield, weil einer aus der Truppe unbedingt BULLET FOR MY VALENTINE sehen wollte. Wie er die anderen Besoffskis dazu gebracht hat, weiß ich nicht. War aber eine gute Idee, ich hatte die Band irgendwann mal als „nicht tauglich“ abgetan und seither nie mehr gehört. War dann aber doch sehr geil, alles in allem. Danach versuchten wir die Party Stage zu erreichen – gar nicht so leicht, auf diesem Gelände. Besagte Stage war im Übrigen fast komplett abgesoffen, zumindest auf der linken Seite (Blickrichtung Bühne) war der Boden ein einziger See aus Matsch, teilweise knietief. HANSEN & FRIENDS haben wir uns trotzdem angesehen, war recht cool, vor allem die alten HELLOWEEN-Gassenhauer „Ride The Sky“, „Murderer“ und „Victim Of Fate“. Ganz verstand ich den Sinn der Sache zwar nicht, hat mir aber trotzdem sehr gut gefallen. Nur, dass der Sound von der Black Stage, wo gerade TARJA auftrat, empfindlich überlagert wurde, hat mich sehr gestört. Von besagter ex-NIGHTWISH-Sängerin haben wir uns dann auch noch die eine oder andere Nummer angeschaut, immerhin wollte man sich rechtzeitig für BLIND GUARDIAN eine halbwegs trockene Position suchen. Sehen muss ich die Opernsängern jedoch nicht mehr unbedingt.

Anders die Haudegen aus Krefeld. Hansi Kürsch war ausgezeichnet bei Stimme, die Setlist war gut – allerdings kannte ich das Ganze ohnehin schon vom MetalDays-Festival eine Woche vorher. War trotzdem nett, fertig angesehen haben wir uns den Gig aber nicht, das Gedränge war einfach zu groß und dass der Weg zurück gleichzeitig mit der Masse zu anstrengend werden würde, war auch absehbar. „The Bard’s Song“ verfolgten wir noch von außerhalb des Infields, dann ging es in die Heia. Der Weg zurück war wiederum katastrophal, vor allem im Bereich der Merchandise/Fressstände sowie am Ausgang war die Situation nicht viel besser als im verschlammten Infield.

Tag 3 (Samstag, 6. August 2016)

Neuer Tag, neues Glück? Ja, diesmal ging bei mir alles gut, keinerlei Verschleißerscheinungen feststellbar. Kaffee und Frühstück holen: Check! Gerade als wir gegen 10 (oder war es 11?) das erste Bier öffneten, öffnete gleichzeitig auch der Himmel seine Schleusen. Morgens war es noch schön gewesen, nun wurde es plötzlich zappenduster, so etwas habe ich noch nie gesehen. Es half nichts, man musste ins Zelt – die Durchsage über die Lautsprecher war in dem Prasselregen kaum zu verstehen, aber ich meinte zu vernehmen, dass die Leute in ihre Fahrzeuge geschickt wurden. Pech für uns – wir hatten natürlich keine. War aber dann doch nicht so schlimm und bald vorbei. Allerdings war das auch ein Vorbote, was uns an Bodenbeschaffenheit erwarten würde – sogar zwischen unseren Zelten und unter dem TARP stand einiges an Wasser, der Weg vom Busterminal zum Platz war ebenfalls sehr, sehr nass und der Graben neben unserem Zelt bedenklich voll.

Auf diesen Schock ging es nach den ersten zwei Dosen Becks erneut zum Metal Place, um sich halbwegs zu erholen. Wieder floss das Bier in Strömen (zwischendurch auch der Regen) – für mich, bis im Zelt MYRKUR aufspielten, eine Truppe, die meine Freundin unbedingt sehen wollte. War gut, sowohl Bier als auch Konzert (letzteres war sogar sehr gut besucht). Außerdem konnte ich feststellen, dass es in Wacken doch noch trockene Plätze gab. Das Zelt war ein Genuss – vor allem nach dem Weg dorthin – sowas wie zuerst beim Merch, dann im Wackinger Village (dort war es wirklich grausam!) habe ich noch nie gesehen. Nach MYRKUR sahen wir uns noch BORKNAGAR auf der Black Stage an, dann ging es zurück zum Metal Place, wo die anderen in einem teils erbärmlichen Zustand waren. Einer schlief am Boden, einer verabschiedete sich mit fahlem Gesicht Richtung Camp und zwei tanzten und gröhlten auf der Bühne (der, der zum Zelt ging, hat an diesem Tag übrigens keine Band mehr gesehen, dafür in unmöglicher Stellung am Campingstuhl geschlafen und dazwischen mal „ein bisschen“ gekotzt).

Auch ich stieg wieder gut ein, so gut, dass ich TRIPTYKON, die ich eigentlich sehen wollte, „vergaß“. STEAK NUMBER EIGHT waren dann im Zelt auf der Headbanger’s Stage die überraschende erste Band des Abends. Allerdings kamen wir eher spät, 2 Nummern wurden noch gespielt, die waren ganz ok, wenn ich mich recht erinnere. Anschließend gab es DAGOBA auf der benachbarten W.E.T. Stage – eine positive Überraschung, haben mir wirklich gut gefallen, die Franzmänner.

Wieder aus dem Zelt draußen hatte sich die Situation mit dem Matsch ein wenig verbessert, was aber relativ zu betrachten ist. Wir gingen dennoch zurück zu den großen Bühnen, weil dort TWISTED SISTER auftraten. Ein kurzer Blick von den Fressbuden in Richtung Infield sagte uns dann aber, dass wir dort auf keinen Fall mehr rein wollten – das sah gefährlich voll aus und zwischen den Leuten konnte man diverse Seen glitzern sehen. Nein, danke! Ein paar Songs sahen wir uns von hinten an, dann war aber bald Schicht im Schacht, der harte Wacken-Alltag hatte uns geschafft.


Fazit

Auch wenn sich das jetzt vielleicht anders gelesen hat: Wacken 2016 war lustig, Wacken 2016 war in Ordnung. Ich habe einmal mehr nicht sooo viele Bands gesehen, was meine eigene Schuld ist. Macht nix. Wobei ich allerdings schon bereue, dass ich mich nicht näher mit der Running Order der Zeltbühnen beschäftigt habe – da war einiges dabei, was mir gefallen hätte – auf trockenem Grund wohlgemerkt. Das ärgert mich tatsächlich, ist aber natürlich auch meine eigene Schuld. Vor allem hätte ich unbedingt BLIND GUARDIAN gegen 1349 tauschen sollen.

Wieder kommen werde ich auf absehbare Zeit nicht mehr – vielleicht war es sogar mein allerletztes Mal. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Erstens ist mir der ganze Spaß einfach zu teuer. Ich habe schon vor 2 Jahren (als ich letztmals in Wacken war) angemerkt, dass mir das Preis-Leistuns-Verhältnis nicht passt – dieser Eindruck hat sich für mich noch verstärkt. Das betrifft natürlich nicht nur das Festival, sondern auch die teure Anreise. A pro pos Anreise: Das ist der zweite Grund. Mir ist das einfach zu mühsam und anstrengend geworden. Simple as that. Früh aufstehen, hin fliegen, Bus fahren, Zelt halbwegs in Ordnung halten, weil man sonst nix mehr findet, wieder früh aufstehen, Bus erwischen, Flieger erwischen, heimkommen – alles sehr, sehr kraftraubend und nicht notwendig, wenn man eh Festivals in der Nähe hat. Ich gönne es allen, die noch Freude daran haben – bei mir ist die Euphorie vor Ort dann auch groß, aber nicht anders, als auf anderen Festivals. Auch wenn ich geneigt bin, das im Alkohol- und Freudenrausch zu vergessen.


Wacken 2016: Kritikpunkte und Lobeshymnen

– Matsch: Wacken ist doch 2015 komplett im Morast versunken – ich war zwar nicht da, könnte aber, nachdem was man an Fotos gesehen und von Augenzeugen gehört hat, nicht sagen, dass da irgendwas besser geworden wäre. Es war meiner Ansicht nach einfach ganz, ganz viel Glück, dass es diesmal nicht sooo viel geregnet hat. Dass es nicht/nur schwer möglich ist, das Infield in Ordnung zu halten, ist irgendwo sogar verständlich, auch wenn es doch mal geheißen hat, dort wären irgendwelche Drainagen verbaut. Wie auch immer: Hackschnitzel/Stroh o. ä. wurde nicht gestreut, oder? Das Infield war nämlich ein unglaublicher Sumpf, vor allem vor der Party Stage. Oder ist es nur dort aufgefallen, weil weniger Leute dort sanden? Wirklich unverständlich auch, dass es nach wie vor so gut wie keine (!) befestigten Wege gibt. Weder am Campingplatz, noch vor den Einlässen, noch beim Merchandise, noch vor dem Infield – überall nur Matsch, Matsch, Matsch. Am schlimmsten (nach dem Infield) bei den Duschzelten, wo sich teilweise richtige Bäche bildeten – wieso bekommt man das nicht unter Kontrolle? Verstehe ich einfach nicht. Das Wackinger Village war ebenfalls eine einzige Zumutung, diverse Stände waren trockenen Fußes überhaupt nicht zu erreichen.
– Hygiene: Es gibt doch jedes Jahr Diskussionen über die Toilettensituation. Da sehe ich in den 3x, die ich in Wacken war, nicht die geringste Verbesserung. Wieder gab es in unserer Ecke für 3 Campingplätze nur 8 Dixies. Wie kann das sein? Der einzige „Pisswürfel“ (oder wie man die Dinger nennt) lief ständig über und stand entsprechend in einem See – kein Wunder, dass die Männer von Tag zu Tag mehr dazu übergingen, den „Graben“ zu benutzen. Auch die Zahl der (Bezahl-)Spülklos auf dem Campingplatz war wieder viel zu gering bemessen. Lange Schlangen waren die Folge. Aber noch schlimmer war es im Infield – da waren die Schlangen so lang, dass man gut und gerne ein halbes Konzert verpasste, wenn man mal hin musste. Fürs kleine Geschäft als Mann war es ja noch ok, auch wenn der Aufgang zu den Pissrinnen eine gefährliche Rutschpartie war. Aber für Frauen? Absolut unzumutbar!
– Preise: Ich fand und finde den Ticketpreis sowieso schon grenzwertig hoch. Natürlich muss man nicht hin – aber trotzdem kann man mal anmerken, dass man das nicht mehr „fanfreundlich“ findet. Bands gibt es keine, die man nicht sowieso dauernd irgendwo bekommt. Verbesserungen am Gelände/der Hygiene-Situation sind eigentlich nicht zu sehen. Der Sound wird nicht besser. Essen und Getränke sind teuer. Dafür wird das Drumherum gefühlt immer größer. Sorry, dafür bin ich nicht bereit, nochmal so viel zu zahlen. Die aktuelle Preispolitik (Ticket 2017: 220 Euro!) macht es mir auch leichter, „Adieu, Wacken!“ zu sagen. Das empfinde ich als Frechheit – klar ist es für die günstiger, die Duschen und Spülklos wollen und schon montags anreisen. Aber was haben ich und viele tausend andere damit zu tun? Hier hätten die Organisatoren locker einen Kompromiss finden können – indem man denjenigen, die früher anreisen und/oder schwere Fahrzeuge/Hausrat mitbringen wollen, extra etwas verrechnet – wie es bisher eigentlich auch war. Und die Spülklos sind nun im Preis integriert? Fein, dann bilden sich dort noch längere Schlangen und der Putztrupp kommt nicht mehr hinterher. Noch besser für Frauen, oder wie? Oder glaubt jemand daran, dass sie dann mehr davon aufstellen? So wie mit den Dixies, wo jeder sieht, dass es zu wenige sind? Wie man sich das schönreden kann, verstehe ich einfach nicht!

+/- Spielzeiten/Billing: TESTAMENT wollten also tatsächlich um 2 Uhr früh spielen? So behauptet man es zumindest von Orga-Seite… Und das sind nicht die einzigen mit einer merkwürdigen Spielzeit – was sollte das? Und generell fand ich das Billing wieder mal nicht so prickelnd – warum gibt es bei einem so teuren Festival eigentlich nur eine Band in der Größenordnung von Iron Maiden? Wäre natürlich nicht so schlimm, wenn man nicht 1 Jahr im Vorhinein Tickets kaufen und darauf vertrauen müsste, dass schon irgendwas Gutes dabei ist… Andererseits kann man sich über zu wenig Metal aus meiner Sicht auch nicht beschweren. Man muss halt auch hingehen, wenn die Bands spielen.
+/- Wacken-Feeling: Es ist ja merkwürdig. Einerseits merkt man an allen Ecken und Enden, wie einem das Geld aus der Tasche gezogen wird. Und auch eine gewisse Kirmes-Stimmung, z. T. sogar mit Ballermann-Einschlag macht sich immer wieder breiter, als man zugeben mag. Andererseits ist es trotzdem da: Das Gefühl, dass es hier schön ist und man dazu gehört. Ich weiß allerdings nicht so recht, was ich davon halten soll – kann nur sagen, dass es trotz allem irgendwie gut ist, wie es ist. Keine Ahnung.

+ Personal: Ich wiederhole gerne, was ich schon nach meinem letzten Wackenbesuch gesagt habe. Security, Ordner, Thekenpersonal – alles total im Grünen Bereich. Zumindest für mich – ich habe da auch schon anderes gehört, vor allem in Bezug auf die Einlasskontrollen, die wohl nicht so einheitlich gehandhabt wurden. Aber ich selbst kann mich da nicht beschweren. Freundlich, hilfsbereit, geduldig – das sind so die Attribute, die mir zur Crew einfallen.
+ Leute: Ja, ich weiß, es regen sich alle über die „Touris“ auf. Auch hier kann ich mich nur wiederholen – auf „A“ war alles bestens. Nur nette Leute, man hatte immer seine Ruhe, wenn man wollte, keine Idioten, keine Diebe, kein gar nichts. Nur die letzte Nacht war recht laut, aber das ist ja durchaus üblich. Übrigens: Der Typ, der die Busse ansagt, ist irgendwie schon recht cool – allerdings auch nur bis zu einem gewissen Grad (um 2 Uhr früh geht es los, da will man dann doch lieber schlafen)
+ Wacken-Dorf: Siehe Leute. Einfach nur cool! Abgesehen von der viel zu geringen Songauswahl beim Metal Place.
+ Medizinische Versorgung: Wenn man es nie braucht, weiß man es nicht – aber das war perfekt organisiert! Ich hatte am Freitag vormittags im Frühstückszelt einen Schwäche-Anfall mit kurzer Bewusstlosigkeit. Die gesamte Versorgung vom Holen eines Sanis durch den Verkäufer über den Transport bis hin zur Entlassung aus dem SaniZelt war meiner Meinung nach vorbildlich. Schnell, beruhigend, kompetent – so wirkte das medizinische Personal auf mich. Im SaniZelt konnte ich auch die Versorgung weiterer Patienten beobachten – das sah alles sehr, sehr gut aus. Daumen hoch dafür!

 


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Ein Gedanke zu “FestivalWelt: Wacken:Open:Air 2016

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