FilmWelt: The Devil’s Rejects

War Rob Zombies Erstwerk „Haus der 1000 Leichen“ (2003) ein akzeptables, wenn auch nicht herausragendes Debüt, konnte sich der Musiker und Regisseur bei „The Devil’s Rejects“ (2005), dem zweiten Teil seiner „Firefly-Familiengeschichte“, erheblich steigern. Vornehmlich merkt man das am Drehbuch, das den Streifen deutlich aus dem Einheitsbrei ähnlicher Horror-Slasher heraushebt. Hier geht es ausnahmsweise mal nicht um ein paar Teenies, die vom rechten Weg abkommen und von irgendwelchen Hinterwäldlern ermordet werden, sondern eher um das, was danach kommt.

Gesamteindruck: 5/7


Unerwartet gute Fortsetzung.

Folgerichtig beginnt der Film mit der Flucht eines Teils der Familie Firefly vor der Polizei. Dadurch entsteht eine Art Gangster-Road-Movie – wenn auch extrem überzeichnet und abgedreht – der so gar nichts mehr mit seinem Vorgänger gemeinsam hat (natürlich abgesehen von den Darstellern). Was in Teil 1 ganz leicht angedeutet wurde, nämlich die Beleuchtung der „Täter-Seite“ wird hier auf konsequente Weise fortgesetzt. Für Zombie spricht dabei, dass er sich nicht an tiefenpsychologischen Erklärungen für die Handlungen seiner Antagonisten versucht (woran schon andere Filme desselben Genres kläglich gescheitert sind), sondern die Familie einfach als sadistische Psychos darstellt, was auch sehr gut funktioniert. Das brutale Vorgehen lässt keinen Zweifel daran, wer die Bösen sind – bis die zweite Hälfte des Filmes beginnt, und sich das Bild komplett wandelt. An dieser Stelle gelingt dem Regisseur das Meisterstück, die Killer, die zuerst derart verachtenswert erscheinen, wieder in Menschen zu verwandeln bzw. zumindest einen Anflug von Sympathie beim Publikum zu wecken. Eine wahrlich reife Leistung, die man sich allerdings selbst ansehen muss, um zu verstehen. Dazu passt das aus (moralischer Sicht) happy end, das aber im Licht der vorhergegangenen Ereignisse und Wendungen irgendwie doch merkwürdig traurig macht.

Alles in allem ist auch „The Devil’s Rejects“ ein extrem derber, überraschend humorloser, Comic-artiger Streifen (bis auf ein paar trockene Sprüche gibt es eigentlich nicht sehr viel zu lachen) – lediglich die deutliche Überzeichnung der Charaktere bewahrt manche Szenen vor einer unfreiwilligen Komik, ein Grad der glücklicherweise nie überschritten wird. Das gesamte versiffte „Hinterwäldler-Setting“ ist mittlerweile sattsam bekannt („Texas Chainsaw Massacre“, „The Hills Have Eyes“, „House of Wax“ usw.), wirkt hier aber doch eine Spur zurückhaltender, weil sich der Drehbuchschreiber mehr auf die Charaktere konzentriert haben dürfte. Die Auswahl der Schauspieler ist wie schon bei den „1000 Leichen“ in Ordnung und mit Captain „Wichser“ Spaulding hat Rob Zombie ja schon in Teil 1 eine Kultfigur geschaffen, die diesmal eine wesentlich wichtigere Rolle spielt. Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Musik, die sanftere Klänge anschlägt und damit das Road Movie-Feeling unterstreicht.

Nicht unerwähnt soll allerdings bleiben, dass Rob Zombie unverhohlen (absichtlich?) einige Klassiker zitiert. So erkennt man im Film Versatzstücke aus „From Dusk Till Dawn“, „Texas Chainsaw Massacre“, „Bonnie & Clyde“, „Natural Born Killers“ und einiger anderer Klassiker – ohne jedoch ganz deren Klasse zu erreichen. Damit muss man aber rechnen, wenn man sich bei den Besten bedient.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: The Devil’s Rejects
Regie: Rob Zombie
Jahr: 2005
Land: USA
Laufzeit: 109 Minuten
Besetzung (Auswahl): Sid Haig, Bill Moseley, Sheri Moon Zombie, William Forsythe, Ken Foree



 

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MusikWelt: Warriors Of The World

Manowar


Manowar waren bis zur Veröffentlichung von „Warriors Of The World“ (2002) relativ unumstritten, was ihre Studioalben betrifft. Ja, der eine oder andere Ausfall war immer mal wieder zu beklagen, aber im Prinzip hatten alle Platten ihre Momente. Daran konnte auch die Attitüde des exzentrischen Band-Chefs nichts ändern. 2002 wurde dann aber doch Kritik laut. Nicht zu unrecht – hatten sich Manowar doch vor „Warriors Of The World“ eine lange Studiopause gegönnt und die Erwartungen selbst ins unermessliche Höhen geschraubt. Das wäre nicht notwendig gewesen, denn das Album ist in meinen Ohren auch ohne übertriebene Lobhudelei wesentlich besser, als oft behauptet wird.

Gesamteindruck: 5/7


Wesentlich besser als oft behauptet.

Das neunte Studioalbum der selbsternannten „Kings Of Metal“ erschien 2002, ganze sechs Jahre nach dem überwiegend positiv aufgenommenen „Louder Than Hell“ (1996). Genau in diesem Zeitraum begann sich erstmals Kritik an Manowar aufzubauen, die – im Gegensatz zu vorangegangenen Jahrzehnten – weder die Texte noch das Auftreten der Band betraf. Der Grund: Zwischendurch gab es Live-Alben und Compilations, die im Prinzip zwar gute Kost boten, allerdings auch den Geruch der Fan-Abzocke mit sich brachten. Außerdem wurden beim sowieso schon schwierigen Band-Boss Joey DeMaio immer stärkere Anzeichen von Größenwahn und Selbstüberschätzung sichtbar. Der Bassist sorgte letztlich selbst dafür, dass die Erwartungshaltung an „Warriors Of The World“ ins Unermessliche stieg – und natürlich nicht so richtig erfüllt wurde.

Das nur zur Erklärung, warum diese Platte damals bereits mit einem merkbaren Malus ins Rennen ging. Das mag auch ein Mitgrund für die teils übertriebenen Verisse sein, mit denen „Warriors Of The World“ bedacht wurde. Dabei stehen auf dem Album durchaus einige Songs, die man heute, fast 15 Jahre später, als Klassiker bezeichnen kann. Bereits der Opener, „Call To Arms“ bietet einen sehr starken Auftakt, typisches Manowar-Feeling und macht sofort Lust auf mehr. Genauso will man das von Manowar hören! Noch um eine Spur besser sind die ganz hinten platzierten „Hand Of Doom“ (saustarker Refrain, Eric Adams in Hochform), „House Of Death“ (ähnlich wie „Hand Of Doom“, ziemlich hymnisch und mit passenden „Die! Die!“-Schreien unterlegt) sowie der Höhepunkt des Albums, „Fight Until We Die“. Dieser Track ist eingängig, schnell und unglaublich aggressiv (inklusive Text mit „Swords“, „Thunder“, „Metal“, „Blood“ usw.). Insbesondere diese drei Stücke sind allesamt Kracher vor dem Herrn, an denen es absolut nichts auszusetzen gibt und die mit zum Besten gehören, was Manowar jemals fabriziert haben.

Nicht ganz so gelungen, aber immer noch in Ordnung: Der quasi-Tteltrack „Warriors Of The World United“. Ein Midtempo-Stampfer, ultra-eingängig und mal wieder mit Pathos an der Grenze des guten Geschmacks – „Tell my family how I died…“? Wirklich? Auf jeden Fall ist das Stück bestens zum Mitsingen geeignet – und auch das ist etwas, was man von Manowar erwartet. A pro pos Erwartungen: Natürlich darf auch eine dramatische Power-Ballade nicht fehlen. Auf „Warriors Of The World“ haben es sogar gleich zwei davon geschafft, nämlich „The Fight For Freedom“ und „Swords In The Wind“. Zweitere ist ausgezeichnet gelungen, wenn auch nicht so gut, wie andere Manowar-Epen dieser Art. Erstere erinnert vom Klaviergeklimper her stark an „Courage“ (auf „Louder Than Hell“) und ist von ziemlich viel 9/11-Pathos durchzogen. Ein kompletter Reinfall ist das Stück zwar nicht, aber im Endeffekt lediglich Durchschnittskost und mit den patriotischen Anwandlungen muss man halt klar kommen.

Damit haben wir von elf Songs auf „Warriors Of The World“ sieben genannt, die entweder großartig sind, oder die Erwartungen zumindest erfüllen. Ausfall gibt es darunter mit „The Fight For Freedom“ einen halben, also keine schlechte Quote. Ganz im Gegensatz zum Rest der Platte, der praktisch den gesamten Mittelteil einnimmt und sich in der Rückschau wie ein erster Fingerzeig Richtung „Gods Of War“ (2007) anhört. Zunächst mal ist bei „Nessun Dorma“ nachzuhören, dass Eric Adams nicht nur einer der besten Metal-Shouter ist, sondern auch in der Oper keine schlechte Figur gemacht hätte. Das Stück ist eine Arie aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini. Spätestens an dieser Stelle darf man sich fragen, was das auf einer Metalscheibe zu suchen hat? Noch dazu, weil es keine der gar nicht so seltenen „Metal meets Klassik“-Fusionen ist, sondern einfach eine Opernarie mit einzelnen Gitarrenleads. Für Fans dieses Genres vielleicht interessant, der Metaller wird nach einmaligem Hören achselzuckend die Skip-Taste betätigen. Auf dieser Taste kann man den Finger anschließend gleich lassen – mit „Valhalla“ folgt eine Art wagnereske Overtüre, die wohl kein Mensch außer Joey DeMaio braucht. Gleiches gilt übrigens für „The March“.

Damit fehlt nur noch der absolute Totalausfall auf „Warriors Of The World“ und für den muss kein geringerer als der „King“ selbst herhalten. Nein, nicht „Metal-King“ DeMaio… „An American Trilogy“ stammt ursprünglich von Elvis Presley und wird von Manowar mit leichtem Country-Einschlag vorgetragen. Ich kann damit einfach überhaupt nichts anfangen – das Ding eignet sich, wenn überhaupt, als Bonus für irgendeine Best Of oder Special Edition. Auf einem regulären Album hat sowas meiner Ansicht nach noch weniger verloren, als eine Puccini-Arie. Aber sei’s drum, gibt ja die Skip-Taste.

Damit ist alles geklärt. Auf „Warriors Of The World“ stehen vier brettharte True Metal-Stücke, die allesamt ausgezeichnet sind. Es gibt zusätzlich eine gute Singleauskopplung und eine Ballade, die in Ordnung ist. Also sechs von elf Stücken, die im Haben verbucht werden können. „Fight For Freedom“ gefällt nicht so sehr, noch weniger aber alle übrigen Tracks auf der Platte. Aufgrund der oberen Güteklasse der übrigen Songs reicht das trotz aller Mängel für sehr knappe fünf Punkte. Größtes Problem meiner Ansicht nach: Die Songreihenfolge ist denkbar ungünstig. Nach der fulminanten Eröffnung „Call To Arms“ gibt es bis Nummer acht kaum etwas, was man von Manowar öfter als eimmal hören möchte. Einen so dichten Block an schwachen Songs sieht man eigentlich recht selten. Aber ich denke, fünf Punkte gehen trotzdem in Ordnung – wer mit den Experimenten auf diesem Album gar nicht leben kann, muss wohl mindestens zwei abziehen.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Call To Arms – 5:31 – 7/7
  2. The Fight For Freedom – 4:31 – 4/7
  3. Nessun Dorma – 3:29 – 3/7
  4. Valhalla – 0:36 – 2/7
  5. Swords In The Wind – 5:20 – 5/7
  6. An American Trilogy – 4:20 – 1/7
  7. The March – 4:02 – 2/7
  8. Warriors Of The World United – 5:51 – 6/7
  9. Hand Of Doom – 5:50 – 7/7
  10. House Of Death – 4:25 – 7/7
  11. Fight Until We Die – 4:03 – 7/7

Gesamteindruck: 5/7 


Manowar auf “Warriors Of The World” (2002):

  • Eric Adams − Vocals
  • Karl Logan − Guitar, Keyboard
  • Joey DeMaio − Bass, Keyboard
  • Scott Columbus († 2011) − Drums

Anspieltipp: Fight Until We Die

MusikWelt: Soulside Journey

Darkthrone


Wer Darkthrone nur von späteren Veröffentlichungen kennt, wird seinen Ohren nicht trauen, wenn er „Soulside Journey“ (1991) erstmals auflegt. Der Black Metal der 2. Generation, jene Musikrichtung, die von dieser Band (mit-)geprägt wurde, ist hier nicht einmal in homöopathischen Dosen auszumachen. Maximal der Gesang von Noct… Verzeihung, Ted Skjellum, erinnert rudimentär an das, was da kurze Zeit später auf die Menschheit losgelassen würde. Ist „Soulside Journey“ deshalb ein schlechtes Album? Nein. Aber ein wirklich gutes auch nicht.

Gesamteindruck: 4/7


An diesem Album ist alles ungewohnt.

“Soulside Journey” lässt nicht nur wegen der „falschen“ Musikrichtung aufhorchen, auch wenn es für den Kenner späterer Darkthrone-Werke zunächst irritierend ist, lupenreinen Death Metal von den Norwegern serviert zu bekommen. Denn bevor man überhaupt dazu kommt, die Genre-Schublade zu öffnen, fällt etwas Anderes auf: Das 1991er Album, gleichzeitig das Full Length-Debüt, wartet mit der vermutlich besten Produktion aller Veröffentlichungen der Band auf. Etwas trocken abgemischt ist „Soulside Journey“ zwar, aber vom Lo-Fi-Sound (nekro!), den Darkthrone später so geprägt haben, wie keine andere Truppe, ist überhaupt nichts zu hören. Überraschend ist es definitiv, die jungen Männer, damals noch als Quartett und mit ihren bürgerlichen Namen unterwegs (Ausnahme: Fenriz, der sich aus unerfindlichen Gründen „Hank Amarillo“ nannte), in einem solchen Soundgewand zu hören. Man ertappt sich gelegentlich sogar beim ganz leisen Wunsch, die Band hätte auch nach ihrer radikalen Kursänderung gen Black Metal (ab „A Blaze In The Northern Sky“, 1992; mehr noch ab „Transilvanian Hunger“, 1994) zumindest eine halb so gute Produktion aufgefahren, auf dass die Feinheiten ihrer Alben besser zur Geltung kämen. Ja, ich gebe es zu, dass mir dieser Gedanke ab und an gekommen ist. Untrve? Mag sein. Ich bin auch schon still.

Doch genug der philosophischen Betrachtungen, kommen wir zur Musik auf „Soulside Journey“. Death Metal also, mit einem leicht frostigen Einschlag, der als zarter Fingerzeig auf die Zukunft der Band durchgehen kann. Merkbar ist das zum Teil an den Vocals, mehr noch an der Rhythmus-Gitarre, die ziemlich angeschwärzt klingt. Von den Punk-Elementen späterer Tage ist hingegen noch nichts zu hören. Unabhängig von der verzweifelten Genre-Suche bleibt aber eines festzuhalten: Darkthrone waren 1991 noch keine großen Meister im Songwriting. Talentiert an den Instrumenten: Ja, das waren sie damals schon – und das ist im Gegensatz zu späteren Veröffentlichungen paradoxerweise sogar zu hören. Die ganz großen Songs sucht man auf „Soulside Journey“ allerdings vergeblich.

„Cromlech“ eröffnet das Album und ist gleichzeitig auch eine der besseren Nummern auf „Soulside Journey“. Oder ist das nur eine Art Bonus, weil das Stück der Opener ist? So oder so: Wenn die Textzeile „Into the abyss I fall…“ ertönt, fühlt man sich tatsächlich irgendwie zu Hause. Doch leider beginnt „Soulside Journey“ spätestens ab der Halbzeit, anstrengend zu werden. Das liegt weniger an den in der zweiten Hälfte platzierten Songs selbst (dort sind sogar drei der besten Nummern platziert), sondern einfach daran, dass die Abwechslung und – vor allem – die feinen Nuancen fehlen. So bleibt auch nach mehreren Durchgängen nicht so viel im Gedächtnis, wie erhofft. Neben „Cromlech“ krallen sich noch am ehesten „Iconoclasm Sweeps Cappadocia“ mit seinen auffälligen Bassläufen, „The Watchtower“ mit gutem Riffing und „Grave With A View“ mit seinen tatsächlich schon in Black Metal-Sphären geschriebenen Lyrics im Gehörgang fest. Der Rest ist – man verzeihe mir die harschen Worte – reichlich belanglos.

Es ist, als würde „Soulside Journey“ aus vielen guten und einigen weniger guten Versatzstücken bestehen – und Darkthrone hätte das Können gefehlt, all das zu stimmigen Songs zusammenzufügen. Letztlich kann damit nur eine durchschnittliche Wertung stehen bleiben, egal, wie sehr man sich als Fan der Norweger auch bemüht, dieses Frühwerk zu mögen.

Am interessantesten dürfte „Soulside Journey“ noch für Musik-Archäologen und „Was-wäre-wenn“-Fetischisten sein. Aus heutiger Sicht werden viele Fans froh sein, dass die Band sich nach ihrem Debüt dem Black Metal zuwandte. Doch „Soulside Journey“ zeigt, was hätte sein können, wäre Death Metal die Waffe der Wahl gewesen. Mag sein, dass dann nicht nur die Entwicklung von Darkthrone völlig anders verlaufen wäre, sondern auch der Black Metal als solches heute ein anderes Gesicht hätte. Mehr als derartige Gedankenspiele fasziniert mich persönlich aber etwas Anderes: Auf „Soulside Journey“ zeigen Darkthrone an technisch bereits sehr großes Können. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die generelle Einfachheit, die miese Produktion und auch die der Band immer wieder vorgeworfene Schlampigkeit an den Instrumenten, die ab dem Nachfolger „A Blaze In The Northern Sky“ im Hause Darkthrone Einzug hielt, wohl nichts mit den tatsächlichen (technischen) Fähigkeiten der Musiker zu tun hatte. Ob das nun ein genialer Schachzug oder ein dummer Zufall war, wage ich nicht zu beurteilen… Im Endeffekt bin ich froh, dass Darkthrone sich nach „Soulside Journey“ etwas so entwickelt haben, wie es nun in den Geschichtsbüchern steht.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Cromlech – 4:11 – 5/7
  2. Sunrise Over Locus Mortis – 3:31 – 3/7
  3. Soulside Journey – 4:36 – 4/7
  4. Accumulation Of Generalization – 3:17 – 3/7
  5. Neptune Towers – 3:15 – 4/7
  6. Sempiternal Sepulchrality – 3:32 – 3/7
  7. Grave With A View – 3:27 – 6/7
  8. Iconoclasm Sweeps Cappadocia – 4:00 – 5/7
  9. Nor The Silent Whispers – 3:18 – 3/7
  10. The Watchtower – 4:58 – 5/7
  11. Eon – 3:39 – 2/7

Gesamteindruck: 4/7 


Darkthrone auf „Soulside Journey“ (1991):

  • Ted Skjellum − Vocals, Lead Guitar
  • Ivar Enger − Rhythm Guitar
  • Dag Nilsen − Bass
  • Hank Amarillo − Drums

Anspieltipp: Grave With A View

BuchWelt: „Enwor“ – Zusammenfassende Bewertung

Wolfgang Hohlbein & Dieter Winkler


Wolfgang Hohlbein ist einer der bekanntesten Namen der deutschsprachigen Fantasy. Ein Vielschreiber, was man vor allem seinem Spätwerk sehr deutlich anmerkt. Der Enwor-Zyklus stammt hingegen großteils aus den 1980er Jahren, zählt also eher zum Frühwerk des Autors. Noch dazu hat Hohlbein sich Enwor nicht im Alleingang ausgedacht, sondern hatte mit Dieter Winkler einen Partner – zumindest bei der Konzeption, geschrieben hat Hohlbein die ersten 10 Bände im Alleingang. All das ändert meiner Ansicht nach nichts daran, dass Enwor (leider!) ein Sinnbild von Wolfgang Hohlbeins Schaffen ist. Es ist stellenweise unfassbar gut, andernorts immer noch besser als vieles, was die Konkurrenz zustande bringt, oft ein Ärgernis und manchmal einfach grottenschlecht weil schlampig.

Gesamteindruck: 4/7


Ein stetiges Auf und Ab.

Der Enwor-Zyklus besteht aus 11 Bänden, was auf manche Leser zunächst abschreckend wirken mag. Das muss man allerdings relativieren, insgesamt haben wir es mit „nur“ 3.300 Seiten zu tun, viele der Bücher haben einen Umfang von deutlich unter 300 Seiten. Es ist also durchaus möglich, den Zyklus relativ zügig zu beenden. Das Überspringen von einzelnen Bänden ist nicht möglich – wir haben es hier mit einem kontinuierlichen Aufbau einer komplexen Geschichte zu tun.

Qualitativ gibt es an Enwor in der Retrospektive einiges auszusetzen, sowohl am Gesamtwerk als auch an einzelnen Teilen. Die Güte von Wolfgang Hohlbeins Arbeit (er ist nunmal der Hauptautor!) schwankt manchmal sogar innerhalb der Einzelbände sehr stark. Die grundsätzliche Idee der Geschichte ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, sie wirkt auch heute noch frisch und unverbraucht. Elemente aus Fantasy und Science Fiction, sogar ein wenig vom Lovecraft’schen Mythos der „Großen Alten“, vermengen sich zu einer tollen Vision, die theoretisch ihresgleichen suchen sollte. In der Praxis ist es jedoch leider so, dass die Welt, die Hohlbein erschafft, bei weitem nicht so logisch und in sich stimmig ist, wie es beispielsweise J.R.R. Tolkien oder Steven Erikson gelingt. Das scheint mir einzig und allein an der – was ist es eigentlich? – Schlampigkeit oder Ungeduld des Autors liegen.

Hundert verschiedene Dinge werden angedeutet, aber nur ein verschwindender Bruchteil davon wird zu Ende gedacht. Interessante Handlungsstränge wechseln sich mit undeutbaren Absätzen ab, ähnlich ist es mit den Dialogen, die zwischen Wortwitz und Dramatik auf der einen und Belanglosigkeit bzw. sogar Lächerlichkeit auf der anderen Seite wechseln. Selbst die dramatischen Wendungen, die großteils extrem spannend umgesetzt wurden, sind manchmal zuviel des Guten (vor allem in Band 10). Sogar die Landkarten sind bis auf eine („Das schwarze Schiff“, eine sehr gute Übersicht!) samt und sonders zum Vergessen. Einzig und allein der Held Skar weiß durchgehend zu gefallen – wenn man das katastrophale „Elfte Buch“ herausnimmt. In diesem Abschlussband nimmt auch etwas überhand, was den Enwor-Leser eigentlich von Anfang an begleitet: Die Sprache der Hauptfiguren orientiert sich zum Teil doch sehr an unserer eigenen – damit meine ich Satz- und Wortkonstruktionen, die einfach nicht in ein Fantasy-Werk (oder auch Science Fiction Buch – je nachdem) passen und die Atmosphäre immer wieder empfindlich stören.

Damit komme ich trotz der sehr guten Rahmenbedingungen nicht umhin, die Enwor-Saga als „durchschnittlich“ einzustufen, was mich zwar einige Überwindung kostet, aber letzthin gerechtfertigt scheint. Meiner Ansicht nach extrem schade, da hier so viel mehr drin gewesen wäre, wenn sich der Autor mehr Zeit genommen und alles nur ein wenig besser ausgearbeitet hätte.

Für Fantasy-Fans ist der Zyklus dennoch eine Überlegung wert, weil auf diesem Gebiet weitaus Schlechteres veröffentlich wurde und die gute Idee durchaus Beachtung verdient. Lediglich Band 11 (und alles, was danach kommt) kann man sich tatsächlich komplett schenken.

Einzelwertungen:

  1. Enwor 1: Der wandernde Wald: 5/7
  2. Enwor 2: Die brennende Stadt: 6/7
  3. Enwor 3: Das tote Land: 5/7
  4. Enwor 4: Der steinerne Wolf: 3/7
  5. Enwor 5: Das schwarze Schiff: 2/7
  6. Enwor 6: Die Rückkehr der Götter: 4/7
  7. Enwor 7: Das schweigende Netz: 4/7
  8. Enwor 8: Der flüsternde Turm: 6/7
  9. Enwor 9: Das vergessene Heer: 6/7
  10. Enwor 10: Die verbotenen Inseln: 5/7
  11. Enwor 11: Das elfte Buch: 1/7

Gesamteindruck: 4/7


Autorden: Wolfang Hohlbein & Dieter Winkler
Umfang: 11 Bände, ca. 3.300 Seiten
Originaltitel:
 Enwor.
Gelesene Sprache: Deutsch


 

BuchWelt: Das Elfte Buch

Wolfgang Hohlbein


„Das Elfte Buch“ ist Band 11 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Enwor“, erdacht von den deutschen Autoren Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlicht, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus.

Gesamteindruck (Band 11): 1/7


Erschreckend schwaches Spätwerk des Enwor-Zyklus.

Es stellt sich zu Beginn die Frage, ob man „Das Elfte Buch“, das 1999, also zehn (!) Jahre nach dem ursprünglichen Abschluss der Enwor-Saga („Die verbotenen Inseln“) erschienen und in der Handlung 300 Jahre später angesiedelt ist, überhaupt zum Original-Enwor-Zyklus zählen sollte. Dagegen spricht das doch recht eindeutige und endgültige Finale von Band 10, das zwar unbefriedigend und unausgereift wirkte, jedoch trotzdem ein recht würdiger Abschied für den großen Helden war. Im Gegenzug lässt die Bezeichnung „Enwor 11“ und das Wiederauftauchen von Skar sowie die Verbindungslinien zu dessen und Enwors Vergangenheit doch eher darauf schließen, dass wir es hier mit einer mehr oder weniger direkten Fortsetzung zu tun haben. Dass das nicht notwenig gewesen wäre (vor allem in der vorliegenden Qualität) ist die Meinung vieler Enwor-Fans, der ich mich vorbehaltlos anschließen muss. Das Buch ist (nicht nur) im Hinblick auf den Gesamtzyklus sogar so schwach, dass ich es ein Fall für die World of Shame ist.

Dabei ist der Einstieg durchaus vielversprechend. Skar erwacht, ohne zu wissen, was passiert und wie viel Zeit vergangen ist, unter dem Wasserfall, der in „Die verbotenen Inseln“ zu seinem Schicksal wurde. Dieses Erwachen und langsame Erinnern bis er schließlich zum ersten Mal auf Lebewesen trifft, wurde vom Autor – geschrieben wurde diesmal von Enwor-Miterfinder Dieter Winkler, was zu Gunsten der größeren Bekanntheit von Wolfgang Hohlbein allerdings verschwiegen wird – sehr gut und durchaus Enwor-typisch dargestellt. Die Welt nimmt den Leser sofort wieder gefangen und ehe man es sich versieht, hat man die ersten 120 Seiten bewältigt. Danach ist der erste Teil abgeschlossen und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Ab dem zweiten Teil, der über die nächsten 200 (!) Seiten lediglich von einem Kampf in einer Höhle handelt verändert sich der Stil der gesamten Geschichte. Die Veränderung ist nicht einmal unmerklich – es ist, als ob plötzlich ein anderer Autor am Werk wäre, der die Handlung zwar kennt, aber eben einen gänzlich anderen Schreibstil hat – allein die Art und Weise auf die die Charaktere sprechen hat sich grundlegend geändert (oder hat Skar vorher schon einmal „Huch!“ gesagt?). Dafür kommen meiner Ansicht nach nur zwei Gründe in Frage: Entweder hat Hohlbein genau bis zu dieser Stelle noch selbst geschrieben und dann an seinen (ungenannten) Co Dieter Winkler übergeben – oder der erste Abschnitt wurde, von wem auch immer, gleich anschließend an „Die verbotenen Inseln“ (1989) verfasst und der Stil des Autors hat sich in den zehn Jahren dazwischen grundlegend geändert (in diesem Falle stark verschlechtert).

Egal, wie man es sieht bzw. wie es wirklich war, ein absolut inhomogenes Bild wird erzeugt, das den Leser wünschen lässt, der Autor hätte nach Band 10 Schluss gemacht. Das Verhalten der Figuren wirkt derart an den Haaren herbeigezogen, dass die lächerlichen Dialoge und die ungenügenden Ortsbeschreibungen auch keine große Rolle mehr spielen. Ein weiteres Negativbeispiel für die neue Erzählweise ist, dass Skar über ungefähr ein Drittel des Buches ohne Hose (und natürlich auch ohne Unterhose) herumläuft, was höchstens unfreiwillig komisch wirkt und keinerlei Storyrelevanz hat. Dass der Schluss des Buches noch dazu völlig offen und unbefriedigend ist, braucht wohl nicht mehr extra erwähnt werden – viele werden es ohnehin nicht bis hierher geschafft haben.

Hinzu kommt – neben einigen kleineren und größeren logischen Ungereimtheiten – dass vielfach ganze Absätze aus verschiedenen Vorgängerbüchern kopiert und eingefügt wurden. Das mag Neueinsteigern zwar das Lesen erleichtern, wirkt aber insgesamt eher wie Faulheit bzw. Angst davor, sich mit seinen eigenen Logikfehlern erneut auseinander zu setzen. Insgesamt bleibt alles völlig undurchschaubar, unnötig in die Länge gezogen und derartig oberflächlich, dass man von einem Kauf tatsächlich nur abraten kann – nur dann kann man Enwor nämlich in guter Erinnerung behalten. Inzwischen sind übrigens unter dem Titel „Neue Abenteuer“ weitere, von Dieter Winkler verfasste, Bände erschienen, die ich mir aber nicht mehr antun werde.

Die zusammenfassende Wertung der Serie ist hier zu finden.

Gesamteindruck (Band 11): 1/7


Autor: Wolfgang Hohlbein & Dieter Winkler (nicht genannt)
Originaltitel: Das Elfte Buch.
Erstveröffentlichung: 1999
Umfang: ca. 480 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


 

FilmWelt: Star Trek Beyond

„Star Trek Beyond“ ist der erste der neuen „Star Trek“-Filme, bei dem das Feindbild vieler altmodischer Trekkies, J. J. Abrams, nicht auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Als Produzent war er zwar dabei, Regie führte allerdings Justin Lin, der für diverse „Fast & Furious“-Teile verantwortlich zeichnete. Daran ist schon zu erkennen, dass niemand damit rechnen sollte, dass „Beyond“ zu den Wurzeln zurückkehrt. Dennoch ist dieser Film der bisher beste Teil des Reboots geworden.

Gesamteindruck: 5/7


Bis dato bester Teil des Reboots.

„Star Trek“ startete 2009 das alt-ehrwürdige Universum von Gene Roddenberry komplett neu. Auch wenn das Ergebnis die Fangemeinde zwiegespalten hat, kam man nicht umhin, zuzugeben, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Der Nachfolger, „Into Darkness“ (2013), war eine Spur besser, ließ aber immer noch den Tiefgang vermissen, den der gemeine Trekkie so gerne gesehen hätte. 2016 ging es dann mit Teil 3 weiter: „Star Trek Beyond“ (wer hat eigentlich die Doppelpunkte oder Bindestriche aus den Titeln eliminiert?).

Grundsätzlich sollte man sich mittlerweile ja an den neuen Stil gewöhnt haben, der im Star Trek-Universum herrscht: Rasante Action, schnelle Schnitte, wilde Musik. Und doch macht „Beyond“ einiges anders als seine Vorgänger. Zunächst löst sich der Film komplett vom prä-Reboot-Star Trek. Das bedeutet, dass die Handlung nicht auf bereits bestehende Strukturen aufbaut, sondern eigens für diesen Film entworfen wurde. Ein Pluspunkt, weil so weniger Vergleichsmöglichkeiten da sind und das neue Star Trek-Universum endlich für sich selbst zu stehen lernt. Das führt auch dazu, dass sich das Drehbuch endlich etwas mehr auf die Charaktere konzentrieren kann. Die wirken erstmals einigermaßen etabliert, was weiteren Filmen nur gut tun kann. An dieser Stelle wäre es natürlich interessant, zu erfahren, was jemand, der vor dem Reboot noch nie etwas von „Star Trek“ gehört hat, über die generelle Charakterentwicklung denkt. Ich selbst tue mir leider nach wie vor zu schwer, die alten von den neuen Figuren zu trennen – speziell bei Chris Pine fällt mir das auf, den ich einfach nicht mit dem von William Shatner geprägten Captain James T. Kirk in Verbindung bringen kann. Allerdings muss ich auch zugeben, dass sich diese Situation bessert, seit man ihn zumindest ein wenig ruhiger auftreten lässt.

Die Story, die „Beyond“ erzählt ist – im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen des Reboots – eher an das angelehnt, was man aus der Original-Serie kennt. Die Enterprise ist mitten in ihrer berühmten 5-Jahres-Mission, alles geht seinen Gang, bis der Frieden plötzlich unterbrochen wird und man ausrückt, um das Universum zu retten. Dabei trifft man jedoch erstmals nicht auf alte Bekannte, sondern auf neue Feinde. Das ist als positive Entwicklung zu werten, auch wenn man sich als altgedienter Trekkie etwas schwerer mit der Orientierung tut. Erinnert hat mich die Geschichte ein wenig an den Coppola-Klassiker „Apocalypse Now“ (1979), freilich ohne dessen Tiefgang zu erreichen. Man kommt jedenfalls nicht umhin, „Beyond“ als durchwegs spannenden Film ohne nennenswerte Längen zu beschreiben.

Grund zur Kritik gibt es eigentlich nicht viel, wenn man akzeptiert, dass Star Trek mittlerweile zum Popcorn-Kino ohne allzu großen Anspruch geworden ist. Es herrscht diese Gigantomanie, die man vorher nur aus Star Wars kannte (siehe die Raumstation „Yorktown“), alles ist wesentlich schneller, die Dialoge sind gut aber nicht mehr so ausgefeilt, ebenso die erzählten Geschichten.

Wer damit leben kann, sieht mit „Star Trek Beyond“ einen keineswegs perfekten, aber doch soliden Film. Wer es immer noch nicht geschafft hat, sich ganz vom klassischen Star Trek-Universum zu lösen, wird mit „Beyond“ wohl auch keine große Freude haben, vielleicht aber mehr als mit den beiden Vorgängern. Es ist irgendwie merkwürdig, das zu behaupten, dennoch ist es so: Star Trek ist zur Geschmacksache geworden. Nicht nur generell, sondern – vor allem! – innerhalb der Trekkie-Gemeinde.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: Star Trek Beyond
Regie: Justin Lin
Jahr: 2016
Land: USA
Laufzeit: 123 Minuten
Besetzung (Auswahl): Chris Pine, Zachary Quinto, Idris Elba, Sofia Boutella, Karl Urban, John Cho, Simon Pegg



 

BuchWelt: Die verbotenen Inseln

Wolfgang Hohlbein


„Die verbotenen Inseln“ ist Band 10 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Enwor“, erdacht von den deutschen Autoren Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlicht, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus.

Gesamteindruck (Band 10): 5/7


Spannendes, aber chaotisches (vorläufiges) Ende.

Einen fulminanten Auftakt mit Action und Hochspannung bietet „Die verbotenen Inseln“, der 10. (und ursprünglich letzte) Band des Enwor-Zyklus von Wolfgang Hohlbein. Das Buch schließt unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers „Das vergessene Heer“ an und geht in ähnlich atemberaubend-spannender Weise weiter.

Der Autor bietet noch einmal seine ganze Erzählkunst auf, um den Leser in die Welt von Enwor zu versetzen. Das Buch ist auf eine Art und Weise geschrieben, die es nahezu unmöglich macht, es zur Seite zu legen. Ein echter Page-Turner also, was vor allem an zwei Dingen festgemacht werden kann: Zum einen ist die Spannung durchgängig hoch (was leider nicht für alle Enwor-Bände gesagt werden kann), zum anderen ist die Handlung von absolut überraschenden Wendungen durchsetzt. So kann man gegen Ende nur staunen, wenn man überlegt, welchen Verlauf der Zyklus bis zu seinem Finale genommen hat.

Neben dieser erzählerischen Qualität schafft es Wolfgang Hohlbein in Band 10 allerdings leider nicht, seine Schwächen (wie im Vorgänger) zu verbergen bzw. ganz beiseite zu lassen. Es gibt in diesem Buch einige (und in der Gesamtserie eine Unzahl) offener Handlungsstränge, die nicht oder unbefriedigend zu Ende geführt werden. Verschiedene Logikfehler haben die Enwor-Fans mittlerweile nahezu lieb gewonnen, unbedingt notwendig sind sie dennoch nicht. Durch diese Probleme endet das Buch mehr oder weniger im Chaos – wirklich schlau wird man daraus nicht. So bleibt es im Endeffekt dem Leser nahezu völlig selbst überlassen, die Geschehnisse zu interpretieren und einen Sinn hinter Skars langer Reise zu entdecken. Hohlbein bleibt klare Antworten schuldig, was zu einem zutiefst unbefriedigenden Gefühl führt, das im Nachhinein den gesamten Zyklus etwas hinunterzieht. Hinzu kommt die allerletzte Wendung in der Handlung, die zwar wirklich überraschend ist, aber prinzipiell doch einiges, das man vorher gelesen hat, ad absurdum führt. Was mit Skar zum Schluss passiert, hinterlässt also einige Fragezeichen, da sein letzter Feind ihn schon lange Zeit vorher eliminieren hätte können. Warum das nicht passiert ist, bleibt völlig offen, wie einige andere Fragen, betreffend die Quorrl und die Sternengeborenen, ihr Verhältnis zueinander und die Rolle einzelner Figuren in dem großen Spiel der Mächte, das der Enwor-Zyklus letztlich ist.

Der zehn (!) Jahre später erschienene Nachfolger, „Das Elfte Buch“, hätte hier Abhilfe schaffen können, dass das aber nicht passiert ist, ist eine andere Geschichte.

Die zusammenfassende Wertung der Serie ist hier zu finden.

Gesamteindruck (Band 10): 5/7


Autor: Wolfgang Hohlbein
Originaltitel: Die verbotenen Inseln.
Erstveröffentlichung: 1989
Umfang: ca. 250 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch