SpielWelt: Guitar Hero: World Tour

Alles in allem kann man „Guitar Hero: World Tour“ aufgeschlossenen Musikfans nur empfehlen – sie werden lange Freude daran haben, auch wenn ihnen wohl nicht jeder Song gefallen wird. Denn sobald einen einmal der Ehrgeiz gepackt hat, kann man sich kaum noch vom Spiel lösen. Und allein bis man den Profi-Modus (die höchste Schwierigkeitsstufe) beherrscht, werden viele Spielstunden vergehen. Ein Paket, das sich lohnt. 

Gesamteindruck: 6/7


Gitarrenriffs im Wohnzimmer.

Der 2008er Streich der „Guitar Hero“-Serie aus dem Hause Activision ist allein schon aus gitarrentechnischer Sicht sehr gelungen. Der Controller ist stilvoll gearbeitet, sieht mit seiner einem „Sunburst“-Korpus nachempfundenen Farbe sehr gut aus und liegt optimal ausbalanciert in der Hand. Sowohl die Schalter am Griffbrett als auch die Anschlagtaste und das Tremolo („Jammerhaken“) sind bestens zu bedienen und erinnern – zumindest rudimentär – an eine echte Gitarre. Lediglich die „Starpower“-Taste bzw. Slide-Leiste zu aktivieren fällt ein wenig schwer, was aber lediglich an der mangelnden Übung meinerseits liegen dürfte. Bei mir fiel allerdings ein deutlich hörbares Quietschen (klingt nach mangelnder Schmierung) bei Betätigung des Tremolo auf, das einigermaßen die Atmosphäre stört, wenn man bei moderater Lautstärke spielt. Ansonsten ist das Gerät ausgezeichnet verarbeitet und lässt (die entsprechende Fingerfertigkeit vorausgesetzt) schnelles und präzises Spielen zu. Der Controller ist natürlich 2-in-1 und dient – je nach Geschmack – als Gitarre oder als Bass.

Das Spiel selbst ist mit rund 80 Songs einigermaßen umfangreich ausgefallen. Dazu kommt eine große Anzahl von Optionen, Schwierigkeitsstufen und Möglichkeiten, deren Auslotung viel Zeit in Anspruch nimmt. Beispielsweise kann man – ähnlich einem Rollenspiel – seinen eigenen Charakter zusammenbasteln und Aussehen, Kleidung, Instrument, Posen usw. nach eigenem Gutdünken einstellen. Erfolgreiche Konzerte bringen Geld und damit weitere Möglichkeiten zur „Aufrüstung“ des Alter Ego. Durch diese Features können sich auch Einzelspieler recht lang mit „Guitar Hero“ beschäftigen. Auch die verschiedenen Auftrittsorte wurden sehr gut in Szene gesetzt. Mit dabei sind zum Beispiel ein Flugzeugträger, die „Knochenkirche“ (die sich in Wirklichkeit allerdings in Tschechien und nicht, wie im Spiel behauptet, in Polen befindet) und das Dach eines Wolkenkratzers. Die beliebten Koop- und Battle-Modi für mehrere Spieler sind natürlich ebenfalls wieder enthalten und dürften, gerade wenn man auch Schlagzeug und Mikro besitzt, sehr viel Spaß machen.

Soweit ist alles im Grünen Bereich und wirklich empfehlenswert. Bleibt zuguterletzt noch ein Wort über die Songauswahl zu verlieren. Dass bei 80 Songs für Abwechslung gesorgt ist, braucht nicht extra betont zu werden. Es gibt Balladen, Hard Rock und Kuschelrock, Blues und Country zu hören. Der Großteil der Auswahl ist recht gut gelungen und es ist wohl für jeden etwas dabei. Allerdings wäre es meiner Ansicht nach besser gewesen, ein paar mehr wirkliche Hits mitzuliefern. Einige Songs dürften dem Publikum nicht sehr geläufig sein – zumindest ging es mir so. Dass es schwer ist, mit einem solchen Spiel alle Musikgeschmäcker zu befriedigen ist mir natürlich klar. Für mich hätten beispielsweise ruhig ein paar mehr Tracks aus dem Metal-Bereich dabei sein können, diese sind nämlich rar gesät und teils noch dazu solche, die man nicht gerade als die besten einer Band bezeichnen kann (wieso ist zum Beispiel ausgerechnet „Trapped Under Ice“ von Metallica dabei?). Für den Rocker ist natürlich auch so manche Ballade ein kleines Ärgernis, aber allzu viele sind es ja zum Glück nicht. Lediglich auf Tokio Hotel („Monsoon“) hätte man komplett verzichten sollen, da dieses Stück wohl eher für eine Schlager-Version von „Guitar Hero“ passend gewesen wäre.

Gesamteindruck: 6/7


Genre: Musik, Geschicklichkeit
Entwickler: Activision
Jahr: 2008
Gespielt auf: Nintendo Wii


 

Ein Gedanke zu “SpielWelt: Guitar Hero: World Tour

  1. Pingback: Spiele A-Z | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.