BuchWelt: Die brennende Stadt

Wolfgang Hohlbein


„Die brennende Stadt“ ist Band 2 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Enwor“, erdacht von den deutschen Autoren Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlicht, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus.

Gesamteindruck (Band 2): 6/7


Schrammt nur knapp an der Höchstwertung vorbei.

Gleich zu Beginn des 2. Teiles der großen Enwor-Saga (gleichzeitig Teil 1 der serien-internen Trilogie „Der Stein der Macht“) von Wolfgang Hohlbein fällt auf, dass vorerst kein Zusammenhang mit Band 1  („Der wandernde Wald“) besteht. Die Geschichte beginnt sozusagen mittendrin – das war auch im Auftakt schon so, wirkt hier aber zunächst sehr verwirrend, da man eigentlich mit einer nahtlosen Fortsetzung rechnet. Ein schwieriger Einstieg also, dessen Nebel sich aber allmählich lichten. Die anfängliche Verwirrung liegt nämlich am Aufbau des Buches: Zwischen den normalen, chronologischen Kapiteln gibt es immer wieder Sprünge, in denen zeitlich davor liegende Ereignisse erklärt werden. Diese Erzählweise mag auf manche zu fordernd, sogar den Lesefluss einschränkend wirken, mir persönlich hat sie jedoch keine Schwierigkeiten bereitet. Dennoch ist es etwas gewöhnungsbedürftig, erst nach und nach zu erfahren, was man eigentlich von Anfang an wissen müsste, um sämtliche Ereignisse und Handlungen der Charaktere zu verstehen.

Sehr gut gelungen ist die Entwicklung, die Hauptprotagonist Skar nimmt. Der etwas glatte Satai aus Band 1 wird durch die Ereignisse langsam zu einer Figur, die innerlich immer zerrissener zwischen Gut und Böse wirkt. Die Beschreibung dieser Wandlung, die natürlich mit diesem Buch nicht abgeschlossen ist, sondern erst ihren Anfang nimmt, ist Hohlbein grandios geglückt. Die anderen Figuren lassen dagegen zwangsläufig etwas an Tiefe vermissen (ausgenommen Gowenna), was aber auch kein Wunder ist, immerhin tauchen sie in „Die brennende Stadt“ zum ersten Mal auf. Ebenfalls meisterhaft ist Hohlbein in der Beschreibung seiner Landschaften, die nahezu sofort vor dem inneren Auge zum Leben erwachen. Genauso verhält es sich mit den Personen, die man sich – durch einige Illustrationen unterstützt – sehr schön vorstellen kann.

Negatives gibt es allerdings auch von Teil 2 zu vermelden. So ist die Anzahl der Wort- und Wortgruppenwiederholungen nach wie vor viel zu groß, um übersehen zu werden – bereits ein Fingerzeig auf die späteren Copy-and-Paste-Unarten des Autors? Auch gibt es wieder einige Längen in den Dialogen. Was jedoch am meisten stört ist, wie viel extremen Schmerz, Erschöpfung und Verletzungen die Protagonisten aushalten. Natürlich handelt es sich bei ihnen um wahre Helden und außerdem ist das – wie man im späteren Verlauf der Serie sieht – eine Art Markenzeichen, aber hier hätten es ein paar Superlative weniger getan, um das Ganze glaubwürdiger zu machen.

Nebenbei bemerkt hätte dem Enwor-Zyklus eine einzige, dafür große, detaillierte und vor allem korrekte Landkarte sehr gut getan. Das Stückwerk, das sich in jedem einzelnen Teil findet, trägt eher zur Verwirrung als zu einer besseren Vorstellung der Welt bei. Vielleicht hat Hohlbein das aber absichtlich gemacht, um durch die Umrisse von Enwor nicht gleich zu Beginn zu verraten, wo die Handlung eigentlich spielt.

Ganz reicht es für die spannende Geschichte, die sich hier langsam entspinnt und immer mehr Fahrt aufnimmt, nicht für die Höchstwertung. Nahe dran ist sie aber – vor allem, weil sie es schafft, die Spannung über praktisch jede Seite so extrem hoch zu halten.

Die zusammenfassende Wertung der Serie ist hier zu finden.

Gesamteindruck (Band 2): 6/7


Autor: Wolfgang Hohlbein
Originaltitel: Die brennende Stadt/Der Stein der Macht 1.
Erstveröffentlichung: 1983
Umfang: ca. 250 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


 

4 Gedanken zu “BuchWelt: Die brennende Stadt

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