BuchWelt: Der flüsternde Turm

Wolfgang Hohlbein


„Der flüsternde Turm“ ist Band 8 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Enwor“, erdacht von den deutschen Autoren Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlicht, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus.

Gesamteindruck (Band 8): 6/7


Hochspannung und endlich ein paar Erklärungen.

„Der Flüsternde Turm“ ist bereits der 8. Band des Enwor-Zyklus von Wolfgang Hohlbein. Dieser Teil beginnt recht zögerlich – das erste Viertel des Buches ist zwar nicht wirklich langweilig, plätschert aber eher vor sich hin. Alles wirkt ungewohnt oberflächlich und uninspiriert. Wenn man diese Herausforderung jedoch überstanden hat, gibt es zunächst – endlich – eine Kurzzusammenfassung der bisherigen Ereignisse und ihrer Bedeutung. Alleine dafür sollte das Buch gelesen werden, man erfährt nach so langer Zeit noch einmal gebündelt, was es mit Skar, den Sternengeborenen, dem Dronte und einigen anderen Dingen auf sich hat, über die man bisher maximal spekulieren konnte. Schade, dass Hohlbein diese Idee nicht schon früher hatte, dann wären einige Teile der Saga weniger mühsam zu lesen gewesen.

Nach diesen recht kurzen Erklärungen gibt es eine dramatische Wendung in der Handlung und ab diesem Zeitpunkt ist die Spannung gewohnt (und wunschgemäß) auf höchstem Niveau. Auch scheint der Autor endlich die richtige Inspiration gefunden zu haben, um sein Werk stimmungsvoll weiterzuführen. Man erfährt so viel Neues über Skar, die Quorrl, die Errish und andere Dinge, dass es fast unmöglich ist, das Buch zur Seite zu legen – durchaus bemerkenswert, da das in einigen der Vorgänger-Bände bei weitem nicht so war. Schade, dass diesmal schon nach rund 250 Seiten Schluss ist; obwohl man sich vielleicht eher darüber freuen sollte, weil nicht so viel Platz für Füll- und Stückwerk bleibt wie in anderen Teilen.

Was dennoch auffällt, ist eine seit den vorangegangenen Teilen abnehmende Qualität der Landschaftsbeschreibungen, die in den ersten Bänden noch positiv prägend für Hohlbeins Werk waren. Mittlerweile lassen die Darstellungen (die auch kaum noch von Illustrationen unterstützt werden, Karten sind ebenfalls keine mehr enthalten), keine wirklich realistischen Bilder mehr im Kopf entstehen, woran auch immer das liegt. Das ist allerdings nur ein Detail am Rande, das nicht so wichtig ist und den Lesefluss vielleicht sogar verbessert.

„Der flüsternde Turm“ ist im Endeffekt – zusammen mit seinen beiden unmittelbaren Nachfolgern – einer der kurzweiligsten und spannendsten Bände der gesamten Reihe. In diesem Buch (und noch viel mehr in Teil 9 und 10) werden Hohlbeins Stärken aufgezeigt, während seine Schwächen nahezu nicht vorhanden sind. Dadurch entsteht beinahe ein Zwang, auch die restlichen Teile der Saga regelrecht zu verschlingen. Lediglich der etwas uninspirierte Anfang und das Wissen um das, was später noch folgt, verhindern hier die Höchstwertung.

Die zusammenfassende Wertung der Serie ist hier zu finden.

Gesamteindruck (Band 8): 6/7


Autor: Wolfgang Hohlbein
Originaltitel: Der flüsternde Turm.
Erstveröffentlichung: 1989
Umfang: ca. 250 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch