BuchWelt: Das vergessene Heer

Wolfgang Hohlbein


„Das vergessene Heer“ ist Band 9 des 11-bändigen Fantasy-Zyklus „Enwor“, erdacht von den deutschen Autoren Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler. Auf WeltenDing werden nach und nach Rezensionen zu allen 11 Bänden veröffentlicht, abschließend gibt es eine Gesamtbewertung des Zyklus.

Gesamteindruck (Band 9): 6/7


Der Höhepunkt der Enwor-Reihe.

Alles, was für den unmittelbaren Vorgänger, „Der flüsternde Turm“, gilt, kann auch für „Das vergessene Heer“, den 9. Band von Wolfgang Hohlbeins großer Enwor-Saga, gesagt werden. Mit einer Ausnahme: Hier ist es dem Autor gelungen ein wirklich von vorne bis hinten spannendes und in sich schlüssiges Werk zu schaffen. Nach dem langsamen, behäbigen und zum Teil ärgerlich langatmigen Aufbau der Gesamtserie scheint es, als ob die treuen Leser in den letzten Bänden der Geschichte belohnt werden sollen.

Wie dem auch sei, im „vergessenen Heer“, das zu den kürzesten Büchern des Zyklus zählt, gibt es neben ständiger Action und interessanten Beschreibungen der Landschaft weitere Erklärungen zum Hintergrund des gesamten Geschehens. Man gewinnt endlich Einblicke in die Lebensweise und Psychologie der Quorrl (die allerdings nicht allzu tief gehen) und erfährt, wieso es die Reptilienwesen überhaupt gibt. Die Darstellung des Helden Skar ist immerhin konsequent – wieder einmal ist er schwer verletzt bzw. krank, was ihn selbstverständlich nicht daran hindert, zu kämpfen und zu überleben. Noch stärker als in allen Vorgängern erinnert der Satai dabei an einen Jedi-Ritter aus Star Wars.

Teil 9 ist neben „Die Brennende Stadt“ das einzige Enwor-Buch, an dem ich praktisch nichts auszusetzen finde. Lediglich der Titel selbst kommt mir im Buch ein wenig zu kurz – was „Das Vergessene Heer“ eigentlich genau ist, zieht sich zwar irgendwie durch die Handlung (vor allem ab der zweiten Hälfte), wird aber lediglich in Nebensätzen wirklich konkret angesprochen. Exakt dasselbe Phänomen trat bereits beim „flüsternden Turm“ auf, sodass man sich hier fragt, ob die Bücher irgendwie falsch „geschnitten“ wurden. Ein Teil des Vorgängers scheint nämlich in dieses Werk hineinzuragen (nahezu die Hälfte des Buches handelt vom „flüsternden Turm“), während das Finale des „vergessenen Heeres“ eigentlich kein richtiges ist, sondern im nächsten Band fortgesetzt wird.

Das soll aber nicht als Kritik, sondern eher als Hinweis verstanden werden. Wer soweit durchgehalten hat, wird sowieso auch noch die Folgebände lesen und diese vielleicht auch schon im Regal stehen haben, sodass es hier zu keiner Unterbrechung im Lesefluss kommt.

Die zusammenfassende Wertung der Serie ist hier zu finden.

Gesamteindruck (Band 9): 6/7


Autor: Wolfgang Hohlbein
Originaltitel: Das vergessene Heer.
Erstveröffentlichung: 1989
Umfang: ca. 250 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch