FilmWelt: Star Trek Beyond

„Star Trek Beyond“ ist der erste der neuen „Star Trek“-Filme, bei dem das Feindbild vieler altmodischer Trekkies, J. J. Abrams, nicht auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Als Produzent war er zwar dabei, Regie führte allerdings Justin Lin, der für diverse „Fast & Furious“-Teile verantwortlich zeichnete. Daran ist schon zu erkennen, dass niemand damit rechnen sollte, dass „Beyond“ zu den Wurzeln zurückkehrt. Dennoch ist dieser Film der bisher beste Teil des Reboots geworden.

Gesamteindruck: 5/7


Bis dato bester Teil des Reboots.

„Star Trek“ startete 2009 das alt-ehrwürdige Universum von Gene Roddenberry komplett neu. Auch wenn das Ergebnis die Fangemeinde zwiegespalten hat, kam man nicht umhin, zuzugeben, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Der Nachfolger, „Into Darkness“ (2013), war eine Spur besser, ließ aber immer noch den Tiefgang vermissen, den der gemeine Trekkie so gerne gesehen hätte. 2016 ging es dann mit Teil 3 weiter: „Star Trek Beyond“ (wer hat eigentlich die Doppelpunkte oder Bindestriche aus den Titeln eliminiert?).

Grundsätzlich sollte man sich mittlerweile ja an den neuen Stil gewöhnt haben, der im Star Trek-Universum herrscht: Rasante Action, schnelle Schnitte, wilde Musik. Und doch macht „Beyond“ einiges anders als seine Vorgänger. Zunächst löst sich der Film komplett vom prä-Reboot-Star Trek. Das bedeutet, dass die Handlung nicht auf bereits bestehende Strukturen aufbaut, sondern eigens für diesen Film entworfen wurde. Ein Pluspunkt, weil so weniger Vergleichsmöglichkeiten da sind und das neue Star Trek-Universum endlich für sich selbst zu stehen lernt. Das führt auch dazu, dass sich das Drehbuch endlich etwas mehr auf die Charaktere konzentrieren kann. Die wirken erstmals einigermaßen etabliert, was weiteren Filmen nur gut tun kann. An dieser Stelle wäre es natürlich interessant, zu erfahren, was jemand, der vor dem Reboot noch nie etwas von „Star Trek“ gehört hat, über die generelle Charakterentwicklung denkt. Ich selbst tue mir leider nach wie vor zu schwer, die alten von den neuen Figuren zu trennen – speziell bei Chris Pine fällt mir das auf, den ich einfach nicht mit dem von William Shatner geprägten Captain James T. Kirk in Verbindung bringen kann. Allerdings muss ich auch zugeben, dass sich diese Situation bessert, seit man ihn zumindest ein wenig ruhiger auftreten lässt.

Die Story, die „Beyond“ erzählt ist – im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen des Reboots – eher an das angelehnt, was man aus der Original-Serie kennt. Die Enterprise ist mitten in ihrer berühmten 5-Jahres-Mission, alles geht seinen Gang, bis der Frieden plötzlich unterbrochen wird und man ausrückt, um das Universum zu retten. Dabei trifft man jedoch erstmals nicht auf alte Bekannte, sondern auf neue Feinde. Das ist als positive Entwicklung zu werten, auch wenn man sich als altgedienter Trekkie etwas schwerer mit der Orientierung tut. Erinnert hat mich die Geschichte ein wenig an den Coppola-Klassiker „Apocalypse Now“ (1979), freilich ohne dessen Tiefgang zu erreichen. Man kommt jedenfalls nicht umhin, „Beyond“ als durchwegs spannenden Film ohne nennenswerte Längen zu beschreiben.

Grund zur Kritik gibt es eigentlich nicht viel, wenn man akzeptiert, dass Star Trek mittlerweile zum Popcorn-Kino ohne allzu großen Anspruch geworden ist. Es herrscht diese Gigantomanie, die man vorher nur aus Star Wars kannte (siehe die Raumstation „Yorktown“), alles ist wesentlich schneller, die Dialoge sind gut aber nicht mehr so ausgefeilt, ebenso die erzählten Geschichten.

Wer damit leben kann, sieht mit „Star Trek Beyond“ einen keineswegs perfekten, aber doch soliden Film. Wer es immer noch nicht geschafft hat, sich ganz vom klassischen Star Trek-Universum zu lösen, wird mit „Beyond“ wohl auch keine große Freude haben, vielleicht aber mehr als mit den beiden Vorgängern. Es ist irgendwie merkwürdig, das zu behaupten, dennoch ist es so: Star Trek ist zur Geschmacksache geworden. Nicht nur generell, sondern – vor allem! – innerhalb der Trekkie-Gemeinde.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: Star Trek Beyond
Regie: Justin Lin
Jahr: 2016
Land: USA
Laufzeit: 123 Minuten
Besetzung (Auswahl): Chris Pine, Zachary Quinto, Idris Elba, Sofia Boutella, Karl Urban, John Cho, Simon Pegg



 

Ein Gedanke zu “FilmWelt: Star Trek Beyond

  1. Pingback: Filme A-Z | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.