MusikWelt: Blizzard Beasts

Immortal


Dass Immortal auf ihrem 1997er-Werk „Blizzard Beasts“ auf dem Weg zu noch größeren Taten waren, als sie zuvor schon abgeliefert haben, merkt man dieser Scheibe nur bedingt an. Ja, es gibt sie, die guten Nummern. Aber allein dass auf diesem Album 6 von 9 Songs nicht einmal die 3-Minuten-Marke überschreiten, spricht Bände. Oft ist es ja gut, zu schweigen, wenn alles gesagt ist – hier klingt es aber eher, als wäre den Bergenern einfach nichts Kreatives mehr eingefallen. Ein Zwischenschritt, mehr ist „Blizzard Beasts“ aus meiner Sicht nicht.  

Gesamteindruck: 4/7


Nicht umsonst umstritten.

„Blizzard Beasts“ ist wohl das umstrittenste Werk der norwegischen Kult-Band Immortal. Grund dafür ist meiner Ansicht nach, dass es sich um ein Übergangs-Album handelt. Die generelle Qualität im Songwriting ist stark schwankend, wobei zumindest technisch alles passt. Gerade an den Instrumenten haben sich Immortal im Lauf der Jahre sowieso enorm gesteigert, ein Trend, der mit „Blizzard Beasts“ fortgesetzt wird (so richtig auffällig wird das allerdings auf den Nachfolge-Platten). Ein Problem ist eher der hier vorherrschende Stil. Die LP klingt, als ob sich die Truppe aus Bergen nicht entscheiden kann, ob sie den infernalischen Black Metal der Anfangstage, die spätere, majestätische Erhabenheit eines „At The Heart Of Winter“ (1999) oder doch lieber die metallische Geradlinigkeit von „Damned In Black“ (2000) praktizieren soll. Hinzu kommt, dass auf „Blizzard Beasts“ auch noch mit Death Metal experimentiert wird, was ebenfalls nicht jedermanns Sache ist.

Dementsprechend stehen für Immortal-Verhältnisse doch einige schwache Songs auf dieser Platte. Das beginnt bereits beim nach dem (starken) Intro platzierten Titeltrack, der bis auf den guten Galoppier-Rhythmus gegen Ende keinerlei Wiedererkennungswert hat. Auch „Suns That Sank Below“ und „Battlefields“ rauschen völlig unspektakulär am Hörer vorbei – reines Füllmaterial. Etwas besser gelungen, wenngleich ebenfalls kein Klassiker ist „Winter Of The Ages“. Damit gibt es bei acht Liedern (plus einem Intro) drei wirkliche und einen halben Ausfall. Bei diesen Tracks merkt man auch das Dilemma, in dem Immortal hier stecken: Weder wirklich räudig und rasend, noch so hymnisch, dass es interessant wäre und auch nicht richtig metallisch schallen die Songs aus den Boxen und sorgen damit lediglich für Ratlosigkeit.

Viel besser macht es das Trio bei den restlichen Nummern. Vor allem das epische „Mountains Of Might“ und das eiskalt klirrende „Nebular Ravens Winter“ sind überzeugend und lassen das typische Immortal-Feeling beim Hören aufkommen. Mit dem heftigen „Frostdemonstorm“ hat man außerdem einen sehr guten Schlusspunkt für die Platte gewählt, der trotz der für Immortal ungewohnt ambivalenten Qualität wieder halbwegs mit den „Blizzard Beasts“ versöhnt.

Stichwort Produktion: Im Vergleich zu Immortals Frühwerken zeigt sich der Sound um Welten verbessert, andere Black Metal-Veröffentlichungen ähnlicher Bands sticht er sowieso aus. Dennoch muss man sagen, dass die Qualität vor allem beim Mix ein wenig schwankt – stellenweise stehen die Vocals, so gut sie auch sind, zu sehr im Vordergrund. Wobei das Thema Produktion und Black Metal eine eigene Geschichte ist, deren Erörterung hier den Platz sprengen würde und die in die Bewertung nicht allzu stark einfließen sollte.

Bewertungstechnisch müssen jedenfalls großzügige 4 Punkte ausreichen. Insgesamt ist das Album zwar nicht komplett unbrauchbar, aber im Angesicht des Backkataloges von Immortal wäre eine bessere Note klar überbewertet.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Intro – 1:00 – 5/7
  2. Blizzard Beasts – 2:49 – 2/7
  3. Nebular Ravens Winter – 4:13 – 6/7
  4. Suns That Sank Below – 2:47 – 3/7
  5. Battlefields – 3:40 – 2/7
  6. Mountains Of Might – 6:38 – 6/7
  7. Noctambulant – 2:22 – 4/7
  8. Winter Of The Ages – 2:33 – 4/7
  9. Frostdemonstorm – 2:54 – 5/7

Gesamteindruck: 4/7 


Immortal auf “Blizzard Beasts” (1997):

  • Abbath − Vocals, Bass
  • Demonaz − Guitar, Lyrics
  • Horgh – Drums

Anspieltipp: Mountains Of Might

2 Gedanken zu “MusikWelt: Blizzard Beasts

  1. Pingback: Musik A-Z | Weltending.
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