MusikWelt: Heljareyga

Heljareyga


Heri Joensen, der bisher hauptsächlich als Chef, Sänger und Gitarrist der färöischen Ausnahmeband Týr in Erscheinung getreten ist, legte 2010 mit „Heljareyga“ das Debüt seiner gleichnamigen Zweitband vor. In einem solchen Fall sucht man natürlich zunächst nach den Unterschieden zum Hauptbetätigungsfeld. Bei genauem Hinhören wird man auch relativ bald fündig. Die Songs sind zwar ähnlich episch angelegt, aber bei weitem nicht so folkig wie bei Týr.  

Gesamteindruck: 5/7


Gutklassiges Debüt.

Die fünf (!) Lieder auf „Heljareyga“ spielen sich allesamt im Bereich zwischen acht und elf Minuten ab, was bereits zeigt, dass eine sofort zündende Hymne á lá „Hail To The Hammer“ fehlt. Überhaupt bewegen sich die Tracks fernab vom üblichen Strophe-Refrain-Strophe-Modus; dennoch zeigen Heljareyga die Fähigkeit extrem eingängige Melodien zu schreiben und schaffen es, den Spannungsbogen in sämtlichen Tracks hoch zu halten. Vor allem das von ausgeprägtem Metal-Riffing beherrschte „Lagnan“ kann hier vorbehaltlos überzeugen und ist für mich neben dem finalen „Vertrarbreytin“ das beste Stück auf der Platte.

Spieltechnisch ist erwartungsgemäß alles im grünen Bereich, hervorzuheben wäre die ausgezeichnete Gitarrenarbeit, vor allem im Solo-, aber auch im Rhythmussektor. Die Stimme von Heri Joensen ist druckvoll und glasklar – wer sie bereits von Týr kennt, weiß, was einen erwartet – auch wenn die Gesangslinien hier etwas anders angelegt wurden, weil das folkige Element fast vollständig fehlt. Ebenfalls erstklassig ist die Produktion ausgefallen, die sämtliche Feinheiten der Lieder voll zur Geltung bringt.

Die Stücke selbst sind trotz ihrer Länge einigermaßen zugänglich gehalten, vor allem im Vergleich zu den längeren Nummern von Týr, die schonmal ermüdend sein können. Die Nähe zu Joensens Hauptband kommt im Endeffekt dennoch vornehmlich durch die in Landessprache gehaltenen Texte zustande, ansonsten gibt es nicht allzu viele Gemeinsamkeiten. Fünf Punkte für ein Stück Progressive Metal, mit dem man nicht viel falsch machen kann.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Regnið – 9:00 – 5/7
  2. Heljareyga – 10:12 – 5/7
  3. Lagnan – 8:56 – 6/7
  4. Feigdin – 8:43 – 6/7
  5. Vetrarbreytin – 11:10 – 6/7

Gesamteindruck: 5/7 


Heljareyga auf “Heljareyga” (2010):

  • Heri Joensen − Vocals, Guitar
  • Ken Johannesen − Guitar
  • John Ivar Venned − Guitar
  • Ísak Petersen − Bass
  • Amon Djurhuus − Drums

Anspieltipp: Lagnan

Ein Gedanke zu “MusikWelt: Heljareyga

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