BuchWelt: Rückkehr nach Gateway (Gateway – Teil 3)

Frederik Pohl


Leider hat sich Frederik Pohl bereits im 2. Teil der „Gateway-Trilogie“ entschlossen, die Hitschi sozusagen vor den Vorhang zu zerren. In Teil 3, „Rückkehr nach Gateway“, setzt der Autor diesen Kurs fort. Das kann man natürlich so machen und das kann auch gut sein – ist es in diesem Fall aber leider nicht, weil das, was über die außerirdische Rasse bekannt wird, rundum enttäuscht. Wenn Pohl den Mythos seiner Hitschi schon auflösen musste, hätte ich mir etwas mehr Tiefe erwartet. Und weil diese meiner Ansicht nach vollkommen fehlt, unterbietet Teil 3 seinen ebenfalls sehr durchwachsenen Vorgänger im Gesamteindruck noch einmal.

Gesamteindruck: 2/7


Enttäuschendes Finale der Trilogie.

Erwähnt sei zunächst, dass der englische Titel dieses Buches, „Heechee Rendezvous“, wesentlich besser zum Inhalt passt. Denn auf der Raumstation, die man in Band 1 kennen und lieben lernt, spielt nur ein Bruchteil vorliegender Geschichte. Stilistisch gesehen unterscheidet sich dieser dritte Teil wiederum von seinem Vorgänger und – stärker noch – von Band 1. Und auch inhaltlich ist die „Rückkehr nach Gateway“ völlig anders gelagert. Ging es im genialen Auftakt noch um die Auseinandersetzung mit etwas völlig Unbekanntem (und letztlich mit sich selbst), war Band 2 eine Art Robinsonade. Teil 3 hat hingegen mehr mit der Frage nach der Beschaffenheit künstlicher Intelligenz zu tun und hat auch gesellschaftskritische Ansätze (die aber nicht mehr als das, nämlich „Ansätze“ sind) hinsichtlich der Ausbeutung ärmerer Menschen zu bieten. Hauptsächlich wird in „Rückkehr nach Gateway“ aber weiter Licht in die Motive der Hitschi gebracht.

Letzteres war schon in „Jenseits des Blauen Horizonts“ mein größter Kritikpunkt. Leider ist die Ent-Mythologisierung der Hitschi in „Rückkehr nach Gateway“ sogar noch gründlicher ausgefallen. Das größte Problem daran ist, dass dadurch etwas, was in „Gateway“ allein durch seine schiere Fremdartigkeit und auch durch seine technologischen Aspekte für Ehrfurcht sorgte und die Fantasie des Lesers beflügelte, plötzlich auf menschlich greifbare Maße zurechtgerückt wird. Die Hitschi (und vor allem ihre Motive) sind den Menschen letztlich nicht so unähnlich, wie man anfangs noch vermuten konnte – und genau das ist die große Enttäuschung an diesem Buch.

Am Ende des Tages sorgt die Demontage – wobei es eigentlich keine solche ist sondern eher die Lieblosigkeit, mit der der Autor seiner Schöpfung gegenüber zu treten scheint – der Hitschi dafür, dass man fast geneigt wäre, über die anderen Probleme des Buches hinwegzusehen. Dabei sind diese durchaus gravierend: Von der Leichtigkeit, mit der man durch die Seiten von „Gateway“ fliegen konnte, ist nichts mehr zu bemerken. Das Lesen ist über weite Strecken eher ein Kraftakt, weil „Rückkehr nach Gateway“ auch abseits der Hitschi nicht richtig zu fesseln vermag.

Die Story, in der es auch recht viel um Liebe und Beziehungen geht, ist – so deutlich muss man es leider sagen – kaum der Rede wert. Die Dialoge sind reichlich belanglos. Nicht einmal die Charaktere, die man schon aus den Vorgänger-Büchern kennt, können ansatzweise überzeugen. Vor einer noch schlechteren Wertung rettet das Buch in meinen Augen nur, dass auch hier wieder einige interessante, astrophysikalische Thesen und Theorien angesprochen werden. Das ist letztlich aber auch schon alles, was ich an „Rückkehr nach Gateway“ gut finde. Daher auch hier die Empfehlung: Wer bisher nur „Gateway“ kennt, tut sich einen Gefallen, wenn er es dabei belässt.

Gesamteindruck: 2/7gateway-trilogie


Autor: Frederik Pohl
Originaltitel: Heechee Rendezvous.
Erstveröffentlichung: 1985
Umfang: ca. 320 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: E-Book, in: Die Gateway-Trilogie.