FilmWelt: Last House on the Left

Remakes sind in Hollywood ja schon seit geraumer Zeit en vogue. Vermutlich ein Zeichen dafür, dass in der Traumfabrik die Ideen knapp werden. Oder dafür, dass man sich nach den Klassikern sehnt, sie aber gerne in zeitgemäßem Gewand sehen möchte. Ob „Das letzte Haus links“ (1972) von Horror-Spezialist Wes Craven († 2015) jemals ein Klassiker war, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe mir das Remake von 2009 (Regie: Dennis Iliadis) also gänzlich unvereingenommen angesehen. Vielleicht sollte ich das mit dem Original nachholen, denn die 2009er-Fassung ist alles andere als empfehlenswert.

Gesamteindruck: 2/7


Ein Klassiker auf brav gezogen.

Mein erster Gedanke nach dem Genuss von „Last House on the Left“ war: FSK 18? Echt? Gut, das kann man relativieren, als seit geraumer Zeit Volljähriger hat man halt schon vielfach härteren Stoff gesehen. Zwei, drei grausige Szenen sind zwar dabei (am Schlimmsten: das Richten einer gebrochenen Nase!), aber dass ein Film wie „Logan“ (2017) eine 16er-Freigabe bekommt, „Last House on the Left“ hingegen ab 18 sein soll, kommt mir wie ein schlechter Witz vor. Aber genug davon, für den erwachsenen Zuseher spielt es ohnehin keine Rolle. Es zeigt allerdings, dass ich den Film nicht aufgrund plakativer und sinnloser Gewalt eine schlechte Bewertung gebe, weil solche kaum vorhanden ist. Ironischerweise scheint genau das die Original-Version von 1972 ausgezeichnet und zu einem zumindest kleinen Klassiker gemacht zu haben.

Das Remake aus dem Jahr 2009 krankt meiner Ansicht nach jedenfalls gleich an mehreren Stellen. Da sind zunächst die Schauspieler bzw. die Charaktere, die allesamt blass und farblos bleiben. Die Dialoge wirken wahlweise dümmlich oder gezwungen. Dazu kommt, dass man ständig den Eindruck hat, dass die Figuren eigentlich eine Geschichte und Tiefgang haben sollten, was aber nicht richtig zur Geltung kommt. Es ist, als ob Teile der Charakterentwicklung einfach dem Rotstift zum Opfer gefallen wären. Symptomatisch die Szene, in der einer der Bösewichte die Familie sinngemäß „Wer zum Teufel seid ihr eigentlich?“ fragt. Eine gute Frage, wie ich finde, die Antwort bleibt man uns aber schuldig. Hat das vielleicht mit dem Original-Film zu tun? Ich weiß es nicht. Es würde aber auch nichts nutzen, wenn es so wäre, weil ein solches Remake ja auch für sich allein funktionieren sollte. Ob es im Übrigen versteckte oder offene Anspielungen auf die Craven-Verfilmung von 1972 gibt, kann ich natürlich nicht sagen.

Die Story mit ihrer Opfer-Täter-Umkehr ist grundsätzlich interessant, auch wenn man mittlerweile bereits ähnliche Filme gesehen hat. Das ändert leider nichts daran, dass dieser Film schlicht und ergreifend langweilig ist. Denn das Drehbuch kommt meines Erachtens viel zu behäbig daher – bis Regisseur Dennis Iliadis zur Sache kommt, gilt es, haufenweise langweiliges Bla Bla zu überstehen. Noch dazu hat „Last House on the Left“ das Manko, dass er nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch sehr glatt gebügelt wirkt. Unheimlich oder gar verstörend ist hier nichts, sogar die typischen Kulissen, die bei ähnlich gelagerten Streifen immer schön versifft und ekelerregend sind, fehlen. Wer eine Inhaltsangabe des Originals liest, wird, auch ohne den Film gesehen zu haben, erkennen, dass Wes Craven damals wesentlich kompromissloser und dreckiger zu Werke gegangen ist. Das Remake wirkt dagegen wie ein 08/15-Slasher aus Hollywood: Bemüht, den Zuseher gelegentlich zu erschrecken, insgesamt aber einfach viel zu brav.

Und genau dieser letzte Punkt ist es, der für die niedrige Wertung sorgt. Nimmt man dem Stoff die absurde Brutalität, wird er zwar massentauglicher und weniger umstritten, ist letztlich aber nur mehr einer unter vielen. Viel schlimmer kann es dann eigentlich nicht kommen. All das gilt meines Erachtens unabhängig davon, ob man das Original kennt oder nur das Remake gesehen hat. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Fans von Wes Craven noch einen Punkt abziehen. Eventuell sehe ich mir den 1972er-Film irgendwann einmal an – dann gibt es natürlich auch eine Rezension hier auf WeltenDing.

Gesamteindruck: 2/7


Originaltitel: The Last House on the Left
Regie: Dennis Iliadis
Jahr: 2009
Land: USA
Laufzeit: 110 Minuten
Besetzung (Auswahl): Sara Paxton, Tony Goldwyn, Monica Potter, Garret Dillahunt, Spencer Treat Clark, Aaron Paul



 

Ein Gedanke zu “FilmWelt: Last House on the Left

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