MusikWelt: The Crusher

Amon Amarth


„Once Sent from the Golden Hall“ (1998) war gut, „The Avenger“ (1999) war ein Meisterwerk. Schaffen es Amon Amarth mit Album Nummer drei, diesen Erfolgslauf fortzusetzen?

Gesamteindruck: 6/7


Verflixte dritte Platte?

Nach den ersten zwei oder drei Durchläufen von „The Crusher“ (2001) machte sich ein wenig Enttäuschung bei mir breit. Es schien mir zwar alles recht gefällig zu sein – und doch fehlten mir die memorablen Momente, die beide Vorgängerplatten quasi vom ersten Ton an zu bieten hatten. Fast hatte ich das Gefühl, Amon Amarth wären unschlüssig gewesen, in welche Richtung sie gehen wollten: Sollte es ein Schritt zurück zur ungezügelten Brutalität und Wildheit des schroffen Debüts sein? Oder doch eine weitere Verfeinerung der etwas kontrollierteren, gereifteren Herangehensweise, die „The Avenger“ so grandios gemacht hat?

Ein bisschen meint man diese widerstreitenden Ideen am Aufbau von „The Crusher“ zu erkennen. Die eröffnenden Nummern „Bastards of a Lying Breed“ und „Masters of War“ sind fast schon klassischer Death Metal, was ja grundsätzlich gut ist. Allerdings, so mein Eindruck, fehlt beiden Stücken das gewisse Etwas. Genau kann ich es nicht festmachen, aber sie zünden einfach nicht direkt. So gesehen startet Album Nummer drei tatsächlich mit einem kleinen Malus. Dass sich das nach vielen weiteren Durchläufen etwas relativiert und man irgendwann doch Zugang zum Eröffnungsdoppel findet, ist zwar nett – der etwas durchwachsene Ersteindruck wird dadurch aber nicht aufgehoben.

Zäher Anfang, danach großartig.

Nach einiger Zeit kristallisierte sich in meinen Ohren heraus, dass „The Crusher“ erst mit Track 3, „The Sound of Eight Hooves“, so richtig los geht. Mit jedem der folgenden Songs treffen die Schweden exakt die Mischung aus Riffs und Melodien, die man von der Wikinger-Truppe hören möchte. Mal rasant schnell („The Sound of Eight Hooves“, „A Fury Divine“), mal eher episch-getragen („Annihilation of Hammerfest“, „The Fall Through Ginnungagap“). Mit „As Long as the Raven Flies“ hat sich gar ein Vorgänger von späteren Gassenhauern á lá „The Pursuit of Vikings“ eingeschlichen. Ausgezeichnet!

Dazwischen gibt es mit „Risen from the Sea (2000)“ außerdem eine gelungene Neuaufnahme eines Stücks, das wohl auf dem 1993er Demo „Thor Arise“ zu finden gewesen sein soll. Diese zeitliche Einordnung erscheint richtig, ist die Nummer doch der einzige Track auf „The Crusher“, der jenen Black Metal-Spirit atmet, der auch auf „Once Sent from the Golden Hall“ noch sehr prominent vertreten war.

Fazit: Außer dem etwas unglücklichen Auftakt des Albums kann ich Amon Amarth nicht viel vorwerfen. „The Crusher“ ist alles in allem eine gute Platte, die zwar nicht ganz mit ihrem Vorgänger mithalten kann, nach einigen Durchläufen aber dennoch Klasse beweist. Manche Ideen werden etwas lang ausgewalzt (z. B. hätte das eigentlich sehr gute „A Fury Divine“ gut und gerne eine Minute kürzer sein dürfen), letztlich macht es aber durchwegs Spaß, diese neun Wikinger-Hymnen zu hören.

Gesamteindruck: 6/7 


NoTitelLängeNote
1Bastards of a Lying Breed5:345/7
2Masters of War4:344/7
3The Sound of Eight Hooves4:506/7
4Risen from the Sea (2000)4:276/7
5As Long as the Raven Flies4:037/7
6A Fury Divine6:355/7
7Annihilation of Hammerfest5:036/7
8The Fall Through Ginnungagap5:217/7
9Releasing Surtur’s Fire5:255/7
45:52

Amon Amarth auf “The Crusher” (2001):

  • Johan Hegg − Vocals
  • Olavi Mikkonen − Guitars
  • Johan Söderberg − Guitars
  • Ted Lundström – Bass
  • Fredrik Andersson − Drums
Bild von: metal-archives.com

Anspieltipp 1: As Long as the Raven Flies
Anspieltipp 2: The Fall Through Ginnungagap

2 Gedanken zu “MusikWelt: The Crusher

  1. Pingback: Musik A-Z | Weltending.
  2. Pingback: MusikWelt: Versus the World | Weltending.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.