FremdWelt: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG

Seit langem freue ich mich jede Woche auf „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ von Gina (Passion of Arts). Und natürlich auf die entsprechenden Beiträge auf Blogs, denen ich folge. Mit Anfang 2023 habe ich mich entschlossen, auch mitzumachen. Ob und wie regelmäßig ich es schaffe, wird sich weisen – ich bin jedenfalls wild entschlossen!


Die 5 BESTEN Serien zum Thema „Arbeit“

Neuer Donnerstag, neues Glück: Gina von Passion of Arts sucht wieder nach den 5 BESTEN – und wir bleiben bei den Serien. Diesmal geht es um das Thema „Arbeit“, was unweigerlich zur Frage nach der Definition des Begriffs in diesem Zusammenhang geht: Geht es um Serien, die sich um die Darstellung einer speziellen „Arbeit“ drehen? Oder um Serien, in denen schlicht und einfach gearbeitet wird, egal was? Ich habe keine Ahnung, was genau gemeint ist; das Schöne ist aber, dass Gina uns die Interpretation ohnehin selbst überlässt. Hier also die 5 Serien, die ich für mich identifiziert habe (wie üblich ohne Ranking), ganz unten noch 5 honorable mentions:

  • Stromberg (2004-2012)
  • Die Discounter (seit 2021)
  • The Witcher (seit 2019)
  • Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis (2003-2010)
  • Malcolm mittendrin (2000-2006)

Stromberg (Deutschland, 2004-2012)

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass „Stromberg“ auf der britischen Serie „The Office“ (von und mit u. a. Ricky Gervais) beruht. Damit ist die Serie rund um Christoph Maria Herbst als Titelfigur allerdings in guter Gesellschaft, denn es gibt eine Unzahl an Adaptionen und Variationen des Original – zum Teil deutlich langlebiger, als es „The Office“ mit seinen nur 29 Folgen war. Wieso ich hier trotzdem die „nachgemachte“ Variante wähle? Nun, ich halte „Stromberg“ tatsächlich für einen der seltenen Fälle, in denen das Cover das Original übertrifft, um es in der Musik-Sprache auszudrücken. Ich habe es bis heute nicht geschafft, einen Zugang zu „The Office“ zu finden, während ich „Stromberg“ von der ersten Sekunde an geliebt habe und tatsächlich denke, dass es sich dabei um eine der besten deutschen Serien überhaupt handelt.

Was das mit dem Thema „Arbeit“ zu tun hat: „Stromberg“ zeigt im dokumentarischen Stil den Alltag in der fiktiven Capitol Versicherung AG. Ein Kamerateam folgt dabei den Mitarbeitenden, vor allem aber dem zu Beginn als Abteilungsleiter der Schadensregulierung, Bereich M-Z auftretenden Bernd Stromberg auf Schritt und Tritt. Dabei werden teils freiwillig, teils unfreiwillig alle möglichen und unmöglichen Situationen. Dazwischen gibt es immer wieder „Interviews“ mit einzelnen Mitarbeiter:innen, die Bezug auf die Ereignisse nehmen. Klar, den eigenwilligen Mockumentary-Stil muss man mögen – wer damit umgehen kann, bekommt hier eine Serie, die es über 5 Staffeln und 46 Episoden verstanden hat, das Niveau (fast) durchgehen hoch zu halten. Praktisch alle Gags sitzen, das Timinig ist perfekt, die Figuren sind realistisch – kurz: Viel besser geht es meines Erachtens nicht.

„Stromberg“ habe ich bei Netflix gesehen. Aktuell sind dort alle 5 Staffeln in der Flatrate verfügbar. Eine Möglichkeit, die Serie ohne Abo zu sehen, gibt es z. B. auf myspass.de.


Die Discounter (Deutschland, seit 2021)

Dazu habe ich mich unlängst, als es um die 5 BESTEN Serien 2022 ging, schon geäußert: Im Prinzip wie „Stromberg“, nur halt auf ein jüngeres Publikum und modernere Sehgewohnheiten zugeschnitten. Und eben Discounter statt Versicherung. Gefällt mir ganz ausgezeichnet, aber auch hier gilt: Das Mockumentary-Format muss man mögen, mit derbem Humor muss man umgehen können (bei letzterem merkt man übrigens besonders deutlich, dass sich das Zielpublikum verändert hat), ansonsten wird man hiermit herzlich wenig anfangen können.

Was das mit dem Thema „Arbeit“ zu tun hat: Wir beobachten den Arbeitsalltag in einem kleinen, fiktiven Discounter in Hamburg. Wie beim Vorbild „The Office“ sehen wir die Mitarbeitenden in typischen Situationen. Der Vorteil dieses speziellen Settings: Ab und an (leider zu selten!) wird die Gelegenheit genutzt, auch Kund:innen einzubinden, was zu einer noch größeren Identifikationsmöglichkeit für das Publikum führt, weil ja jede:r schon einmal in einem solchen Laden war. Wenn es dem jungen Team in Zukunft noch gelingt, die Kamera etwas organischer in das Geschehen zu integrieren (man wundert sich in den Staffeln 1 & 2 immer mal wieder, warum das Filmteam eigentlich da ist), wäre ich sogar noch begeisterter!

„Die Discounter“ habe ich auf Amazon Prime Video gesehen. Aktuell sind zwei von zwei Staffeln in der Flatrate verfügbar.


The Witcher (USA, Polen, seit 2019)

„The Witcher“ basiert auf der Geralt-Saga des polnischen Schriftstellers Andrzej Sapkowski. Im Wesentlichen verfolgen wir in der Serie die Abenteuer von Geralt von Riva, der es sich als Hexer zur Aufgabe gemacht hat, gegen Geld auf Monsterjagd zu gehen. Das ist allerdings nur ein Aspekt der Reihe – in Wirklichkeit geht es meist um moralische Probleme, die sich für die Hauptfigur aus ihrer Arbeit ergeben.

Was das mit dem Thema „Arbeit“ zu tun hat: Bei der Erfindung des Hexers Geralt von Riva hatte Andrzej Sapkowski eine interessante Idee: Die klassische Fantasy-Welt ist ja immer von Monstern unterschiedlicher Quantität und Qualität bevölkert. Die Rettung von Jungfrauen vor einem Drachen, die Befreiung eines Dorfes von einer Goblin-Plage, die Erlösung eines Händlers von einem Fluch – in vielen Büchern und Serien werden solche Aufgaben im Rahmen einer Heldenreise von ganz normalen, anfangs häufig ungeeignet scheinenden, Typen erledigt. Sapkowski war und ist der Ansicht, dass es in derart gefährlichen Welten eigentlich Spezialisten geben müsse, die sich um diese Art von Problem kümmern und es nicht sein könne, dass dafür der sprichwörtliche Bauernjunge von heute auf morgen zum unbesiegbaren Kämpfer werden müsse. Ergo: Es ist die Arbeit eines Hexers, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen – und die erfüllt Geralt, zwar nicht immer gern und auch nicht ganz freiwillig, aber es ist nun mal sein Job. Und wenn dabei eine über weite Strecken spannende Serie wie „The Witcher“ entsteht: Umso besser!

„The Witcher“ habe ich bei Netflix gesehen. Aktuell sind dort Staffel 1 & 2 in der Flatrate verfügbar.


Nip/Tuck (USA, 2003-2010)

Neben Anwält:innen und Ermittler:innen sind Ärzt:innen wahrscheinlich eine der am häufigsten in Serien dargestellten Berufsgruppen überhaupt. Meist geht es dabei aber um „normale“ Krankenhäuser, die sich aufgrund einer Vielzahl an möglichen Figuren besonders für große und kleine Dramen eignen. „Nip/Tuck“ geht einen anderen Weg und zeigt ein Ärzte-Duo in einem Bereich, der ethisch zumindest in Teilen durchaus diskussionswürdig ist: Schönheitschirurgie. Klar ist die Serie – vor allem in späteren Staffeln – sehr „drüber“, dennoch muss ich zugeben, dass ich sie sehr gerne gesehen habe. Ganz im Gegensatz zu den klassischen („Trapper John, M.D.“) oder modernen („Grey’s Anatomy“) Krankenhausserien. Mit Ausnahme von „Scrubs – Die Anfänger, die ich auch statt „Nip/Tuck“ hier hätte platzieren können.

Was das mit dem Thema „Arbeit“ zu tun hat: Diese Serie mag fiktiv sein, sie bietet aber dennoch einen Einblick in einen medizinischen Bereich, der etwas überaus Spezielles hat. Alles was in „Nip/Tuck“ dargestellt wird, mag dabei wahnsinnig überspitzt und zum Teil nachgerade absurd sein – und doch kann man sich des Gefühls nicht erwehren, die Arbeit der Beauty-Docs in den USA würde so oder so ähnlich ablaufen. Und ich glaube, dass das, was wir in der Serie sehen, in manchen Bereichen durchaus realistisch ist. Vor allem aber ist „Nip/Tuck“ eine Abrechnung mit einer Branche, die sehr viel Kapital aus dem (vermeintlichen) Unglück anderer Leute schlägt. Die Mechanismen, die dahinter stecken, sind ein zentraler Aspekt und lassen diese Form von Arbeit in einem ganz anderen, oft ungünstigen, Licht erscheinen. Übrigens scheint mir, dass „Nip/Tuck“ heute, 2023, nochmal aktueller ist, als speziell zum Serienstart 2003.

„Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis“ habe ich auf DVD gesehen. Andere Möglichkeiten die Serie zu sehen, findet ihr hier.


Malcolm mittendrin (USA, 2000-2006)

Es gibt ja diverse Sitcoms, die die typische Arbeiterschicht in den USA repräsentieren und/oder persiflieren. Hier eine Auswahl zu treffen war recht schwierig – neben „Malcolm mittendrin“ hätten z. B. „King of Queens“, „Eine schrecklich nette Familie“ oder auch „Die Simpons“ perfekt gepasst. Letztlich habe ich mich für „Malcolm“ entschieden, weil man sich damit in der heutigen Zeit und hier in Europa wohl am besten und realistischsten identifizieren kann. Und weil ich die Serie immer noch lustig finde, auch wenn ich es sehr bedaure, wie totgespielt sie mittlerweile wurde.

Was das mit dem Thema „Arbeit“ zu tun hat: Im Gegensatz zu allen anderen von mir genannten Serien geht es in „Malcolm mittendrin“ nicht – oder nur ganz am Rande – um eine spezifische Arbeit oder ein Berufsbild. Wir begleiten hier eine durchschnittliche, eher am Rande zur Armut stehende US-Familie in ihrem Alltag. Die Verbindung zur Arbeit ergibt sich hier eher daraus, wie schwierig es ist, auch mit zwei Gehältern überhaupt über die Runden zu kommen. All das ist freilich völlig überzogen und sehr humorvoll präsentiert – im Kern ist das Thema aber durchaus ernst und auch für Europa heute aktueller denn je.

„Malcolm mittendrin“ habe ich tatsächlich im linearen Fernsehen gesehen. Aktuelle Möglichkeiten, die Serie zu streamen, findet ihr hier.


Honorable Mentions:

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FremdWelt: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG

Seit langem freue ich mich jede Woche auf „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ von Gina (Passion of Arts). Und natürlich auf die entsprechenden Beiträge auf Blogs, denen ich folge. Mit Anfang 2023 habe ich mich entschlossen, auch mitzumachen. Ob und wie regelmäßig ich es schaffe, wird sich weisen – ich bin jedenfalls wild entschlossen!


Die 5 SCHLECHTESTEN Serien, die ich 2022 gesehen habe

Ich habe es befürchtet: Gina von Passion of Arts fragt nach den 5 BESTEN natürlich auch nach den 5 SCHLECHTESTEN Serien, die wir 2022 gesehen haben. Das ist wahrlich nicht einfach – aber nicht, weil die Auswahl so groß wäre, sondern weil ich schauen muss, dass ich überhaupt 5 zusammen bekomme (wie üblich ohne Ranking):

  • Star Trek: Picard (Staffel 2)
  • A Discovery of Witches (Staffel 3)
  • Archive 81 (Staffel 1)
  • Vikings: Vahlhalla (Staffel 1)
  • The Walking Dead (Staffel 10)

Star Trek: Picard (Staffel 2)

Ein bisschen komme ich mir ja selbst wie die legendäre Titelfigur dieser Serie aus dem „Star Trek“-Universum vor, wenn ich wie ein grantiger, sturerer, alter Mann eine Tirade loslasse, in der ich meiner Enttäuschung Ausdruck verleihe. Was genau für mich problematisch an der jüngsten Darstellung einer der beliebtesten und respektiertesten Figuren jenes Franchise ist, habe ich in meinen Rezensionen zu den bisher erschienen zwei Staffeln kundgetan. Und ja, ich sage es auch hier noch einmal: Ich bin ob der mangelnden Qualität und des fehlenden Gespürs dafür, was „Star Trek“ einst groß gemacht hat, nach wie vor erschüttert.

Fazit: Eine gigantische Enttäuschung, die jene Gefühle, die ich schon nach Staffel 1 hatte, noch einmal übertrifft. Werde ich der bald erscheinenden Staffel 3, die (zum Glück!) die letzte sein wird, dennoch eine Chance geben? Jep, denn es nutzt nix, ich möchte trotz allem wissen, wie die Geschichte ausgeht, auch wenn ich fürchte, dass ich nicht zufrieden sein werde. Aber was soll’s, noch mehr beschädigen kann man den guten Jean-Luc ohnehin kaum.

„Star Trek: Picard“ habe ich auf Amazon Prime Video gesehen. Aktuell sind Staffel 1 & 2 in der Flatrate verfügbar.


A Discovery of Witches (Staffel 3)

Die Mystery-Serie „A Discovery of Witches“, die auf der Roman-Trilogie „All Souls“ von Deborah Harkness basiert, krankt an einem Phänomen, das es zwar schon länger gibt, das aber in den vergangenen 5 bis 10 Jahren massiv Überhand genommen hat: Der vorzeitigen Einstellung aufgrund – mutmaßlich – schlechter Quoten. Dabei wurde hier noch einigermaßen gnädig agiert: „A Discovery of Witches“ lief zwar bei weitem nicht so lang wie ursprünglich gedacht, ist nach 3 Staffeln aber zumindest abgeschlossen und endet nicht mit einem fiesen Cliffhanger.

Leider hat diese Medaille auch eine Kehrseite: Das Aus für die Serie dürfte bereits relativ früh – eventuell schon während Staffel 2 – fix gewesen sein. Daraus erklärt sich dann auch, dass die 3. und letzte Staffel im Vergleich zu ihren Vorgängern massive Qualitätseinbußen hinnehmen muss. Man spürt förmlich, wie alles so hingebogen werden musste, dass ein einigermaßen abgeschlossenes Ende entstand – ohne Rücksicht auf Logik und Erzähltempo. Die logische Folge: Eine völlig verhunzte, mit schwachem Drehbuch ausgestattete und bis zum geht-nicht-mehr überhastete Staffel, die man sich auch hätte schenken können.

„A Discovery of Witches“ habe ich bei Sky gesehen. Aktuell sind die Staffel 1 bis 3 in der Flatrate verfügbar.


Archive 81 (Staffel 1)

Letzten Endes gilt hier fast das Gleiche wie für die 3. Staffel von „A Discovery of Witches„, denn auch „Archive 81“ wurde viel früher als geplant abgesetzt. Nur passierte das hier bereits nach einer einzigen Staffel. Die beginnt gut und interessant, auch angemessen unheimlich. Spätestens ab der Hälfte wird aber klar, dass den Macher:innen von Netflix die sprichwörtliche Pistole auf die Brust gesetzt wurde.

Und so kam es, wie es kommen musste: „Archive 81“ bleibt eine vielversprechende Idee, deren Umsetzung gnadenlos gescheitert ist, weil den Showrunnern der Geldhahn zugedreht wurde. Man konnte sich nur mehr darauf konzentrieren, die Staffel zu einem geschlossenen Ende zu führen. Das ist letztlich gelungen, nur ist die Auflösung und auch der Weg dorthin nicht ansatzweise das, was man sich gewünscht hätte. Auch hier: Sehr, sehr schade, aber man muss klar davor warnen, Zeit in „Archive 81“ zu investieren. Es lohnt sich nicht.

„Archive 81“ habe ich bei Netflix gesehen. Aktuell ist dort die erste und einzige Staffel in der Flatrate verfügbar.


Vikings: Valhalla (Staffel 1)

Es war ja fast zu erwarten: „Vikings: Valhalla“, das Spin-off zum Überraschungserfolg „Vikings“ (2013-2020) hat es meines Erachtens nicht ansatzweise geschafft, aus dem übermächtigen Schatten des großen Vorbilds zu treten. Zumindest nicht mit der ersten Staffel, die zweite, die seit kurzem ebenfalls verfügbar ist, ist deutlich stärker, weil man es nach den Anlaufschwierigkeiten doch noch geschafft hat, die Drehbücher ansprechend zu gestalten und, vor allem, den Figuren Charakter zu verpassen.

In Staffel 1 ist davon aus meiner Sicht noch wenig zu bemerken. Kein einziger Charakter tut sich als außergewöhnlich oder gar sympathisch hervor, alle wirken wie Abziehbilder, wie Schatten derer, die „Vikings“ so sehr geprägt haben. Noch dazu sehen sich die Typen alle sehr ähnlich, was einer Identifikation auch nicht unbedingt förderlich ist. Vor allem aber merkt man Staffel 1 zu jeder Zeit an, dass sich die Showrunner nicht „getraut“ haben, was Eigenes zu machen – dadurch wirkt „Valhalla“ vor allem wie eines: Eine billige, brave und letztlich sogar armselige Kopie eines erfolgreichen Konzepts. Da helfen auch alle Production Values, über die die Serie zweifellos verfügt, nichts.

„Vikings: Valhalla“ habe ich auf bei Netflix gesehen. Aktuell die Staffeln 1 & 2 in der Flatrate verfügbar


The Walking Dead (Staffel 10)

Kann man sagen, dass „The Walking Dead“ eine schlechte Serie ist? Naja, man kann zumindest zugeben, dass sie großartig gestartet ist und nach wie vor über einige sehr starke Attribute verfügt. Aber, und das ist das ganz große Problem: Man hat den Absprung nicht geschafft. Seit, keine Ahnung, vielleicht Staffel 6? (man könnte hier aber auch eine andere Zahl einsetzen), dreht sich alles im Kreis. Es ist schlicht und einfach stinklangweilig geworden.

Und so ist es auch mit Staffel 10, der ich mal wieder eine Chance geben wollte. Aber einmal mehr wurde ich enttäuscht (wirklich begeistert hat mich die Serie ohnehin seit Jahren nicht, ich schau nur gelegentlich rein, weil mich das Ende interessieren würde): Es gibt fast nichts Neues – und was neu ist, ist so drüber, dass ich es nicht ernst nehmen kann und will. Ich hoffe wirklich, dass nun bald das Finale kommt. Nicht, dass es die Serie als Ganzes noch retten würde, aber dann wissen wir endlich, wie es ausgeht und können dieses Thema endgültig abhaken.

„The Walking Dead“ habe ich bei Netflix gesehen. Aktuell sind dort 11 Staffeln in der Flatrate enthalten.


FremdWelt: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG

Seit langem freue ich mich jede Woche auf „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ von Gina (Passion of Arts). Und natürlich auf die entsprechenden Beiträge auf Blogs, denen ich folge. Mit Anfang 2023 habe ich mich entschlossen, auch mitzumachen. Ob und wie regelmäßig ich es schaffe, wird sich weisen – ich bin jedenfalls wild entschlossen!


Die 5 SCHLECHTESTEN Filme, die ich 2022 gesehen habe

Es war fast zu erwarten: Nach den 5 BESTEN kommen nun auch die 5 SCHLECHTESTEN Filme zu (unverdienten) Ehren. Welchen Sinn das hat? Naja, einerseits macht zwar das Schauen derartiger Machwerke meistens keinen großen Spaß, andererseits kann es durchaus unterhaltsam sein, sich danach in einem regelrechten Rant den Frust von der Seele zu schreiben. Oder objektiv zu sagen, woran es liegt, dass ein Film in der persönlichen Wahrnehmung – denn darum geht es zumindest mir – gefloppt ist. So oder so ist es zumindest eine Möglichkeit, potenzielle Interessent:innen davor zu bewahren, ihre Lebenszeit zu verschwenden. Denn eines ist auch klar: Unser aller Watchlists sind viel zu lang, um uns viele Ausreißer nach unten leisten zu können.

Meine Auswahl hat wie üblich kein Ranking – und zum Schluss gibt’s ein paar unhonorable mentions.

  • Standschütze Bruggler (1936)
  • Im Reich der Amazonen (1986)
  • Halloween Haunt (2019)
  • Iron Sky: The Coming Race (2019)
  • Fantasy Island (2020)

Standschütze Bruggler

(Deutschland, 1936)

Filme werden – je nach eigenen Sehgewohnheiten und Vorlieben – als schlecht angesehen, wenn sie entweder technisch indiskutabel (Schnitt, Ton, Bild, Kameraführung, Effekte usw.) oder inhaltlich Grütze sind (Drehbuch, Dialoge, Handlung usw.). Die ganz üblen Kandidaten versagen meist sogar auf beiden Ebenen.

„Standschütze Bruggler“ ist hingegen ein Fall, der nicht so richtig in dieses Schema passt: Technisch durchaus gut gemacht (vor allem für das frühe Erscheinungsjahr) gibt der Inhalt schwer zu denken – und zwar nicht, weil er dumm, lächerlich oder abstrus ist, sondern weil wir es hier mit einem Film zu tun haben, der dem NS-Regime als Propaganda diente. Anscheinend aber leider nicht vordergründig genug, um „Standschütze Bruggler“ nachhaltig zu ächten, weswegen ich ihn völlig nichtsahnend auf Amazon Prime Video gesehen habe.

Davor möchte ich alle warnen, die nicht nur aus historischem Interesse reinschauen möchten (und damit meine ich nicht das Interesse am 1. Weltkrieg, in dem der Film spielt, sondern Interesse an der Funktionsweise von Propaganda). Ausführlicher lasse ich mich in meiner Rezension zu „Standschütze Bruggler“ aus, hier möchte ich eigentlich nichts mehr dazu schreiben.


Im Reich der Amazonen

Amazons (Argentinien, 1986)

Kommen wir nach dem doch recht ernsten Einstieg in die dieswöchigen Top 5 zu den leichteren Dingen des Lebens: Unter Beteiligung von B-Movie-Legende Roger Corman kam 1986 ein später Versuch, am Erfolg der durch „Conan“ (1982) losgetretenen Schwemme der Barbaran-Filmen mitzunaschen. Weil es mich ab und zu tatsächlich nach B-Ware gelüstet, dachte ich mir: Warum nicht? Also flugs Amazon Prime Video angeworfen und „Im Reich der Amazonen“ gestartet…

Von ähnlichen Versuchen kann ich potenziellen Interessent:innen nur abraten: Dieser Film ist tatsächlich so billig gemacht, wie man vermuten könnte. Kann man darüber noch hinwegsehen, ist das bei der dünnen Handlung, den peinlichen Dialogen und der mäßigen Leistung der Darsteller:innen auch mit viel gutem Willen nicht mehr möglich. Abgesehen von der völlig vorhersehbaren Story hat der Film aber noch ein ganz anderes Problem, weswegen er heute in dieser Form auch gar nicht mehr denkbar wäre: Er dient, so scheint es jedenfalls, hauptsächlich dazu, die optischen Vorzüge der leicht bekleideten, ab und an auch mal nackten (FSK18!), Amazonen zur Geltung zu bringen. „Red Sonja“ (1985, für sich genommen ebenfalls indiskutabel) oder von mir aus auch die 1990er-Serie „Xena“ – sind Meisterwerke im Vergleich zu diesem Schund.

„Im Reich der Amazonen“ habe ich bei Amazon Prime Video gesehen, wo der Film aktuell in der Flatrate verfügbar ist.


Halloween Haunt

Haunt (USA, 2019)

Ich weiß gar nicht, wie wir früher ohne solche Filme leben konnten – man kann sich heute eine Welt ohne Slasher einfach nicht mehr vorstellen. Das Perfide ist ja, dass es selbst heute ab und an noch positive und durchaus unterhaltsame Filme dieser Art gibt. „Halloween Haunt“ gehört allerdings nicht dazu. Bei weitem nicht: Der Film erfüllt alle Klischees, was nicht zwangsweise negativ sein muss, hätte er ein vernünftiges Drehbuch, brauchbare Darsteller:innen oder wäre er auf irgend eine erdenkliche Art unterhaltsam. All das sucht man vergeblich, der Streifen ist dermaßen generisch, das es fast schon körperlich weh tut.

Einzig und allein technisch ist er passabel, wobei man von einem 2019er-Werk eigentlich nichts anderes erwartet. Das allein reicht aber nicht mal, wenn man alle Augen zudrückt, sodass den Horror-Clowns in ihrem Spukhaus ein Platz unter den Flop 5 sicher ist.

„Halloween Haunt“ habe ich bei Amazon Prime Video gesehen. Aktuell ist der Film dort nicht in der Flatrate enthalten.


Iron Sky: The Coming Race

(Finnland, Deutschland, Belgien, 2019)

Den ersten Teil der skurrilen Komödie aus Finnland fand ich durchaus witzig und erfrischend. Gleiches lässt sich über die Fortsetzung leider überhaupt nicht sagen. In meiner Rezension habe ich es so zusammengefasst: 1,5 Stunden Quatsch. Das klingt im ersten Moment vielleicht sogar positiv für eine Komödie – ist es aber nicht, denn „The Coming Race“ wirkt durch und durch angestrengt und schafft es zu keiner Zeit, den erfrischenden Charme seines Vorgängers zu versprühen. Es gibt keine richtige Handlung, es gibt keine Identifikationsfiguren, es gibt keine Message – klar, dass es dann auch keinen guten Film gibt.

Man soll ja nicht schadenfroh sein und mir hat – wie angemerkt – der erste Teil gar nicht so schlecht gefallen. Und doch konnte ich mir ein erleichtertes Aufatmen nicht verkneifen, als ich gelesen habe, dass die Firmen, die für das „Iron Sky“-Franchise zuständig sind, Konkurs anmelden mussten. So bleibt uns hoffentlich ein weiterer Ausflug auf den Monde, in die Hohlerde, nach Lemuria oder weiß der Geier wohin, erspart.

„Iron Sky: The Coming Race“ habe ich auf auf Netflix gesehen.


Fantasy Island

(USA, 2020)

Ich sage es, wie es ist: Vielleicht hätte mir dieser Film gefallen bzw. ich in irgendeiner Form Zugang zu ihm gefunden, wenn ich die gleichnamige TV-Serie aus den 1970ern gesehen hätte. Wobei ich das fast bezweifle, hatte dort doch mit Ricardo Montalbán ein Mann mit ganz spezieller Ausstrahlung die Hauptrolle. In vorliegendem Film hat niemand so etwas wie Charisma vorzuweisen, was aber sicher auch und vor allem am Drehbuch liegt.

„Fantasy Island“ versucht, so glaube ich, eine durchaus brauchbare Geschichte, irgendwo zwischen Mystery, Fantasy und Horror zu erzählen. Ein vielversprechender Ansatz, der allerdings komplett in die Hose geht. Das Drehbuch ist ein wirres Desaster, die Charakter bieten keinerlei Identifikationsmöglichkeit, die Handlung ist hanebüchen, die Auflösung zum Kopfschütteln. Eine solche Enttäuschung vor schöner Kulisse zu fabrizieren ist fast schon wieder Kunst… aber nur fast, letztlich ist und bleibt „Fantasy Island“ einfach nur ganz schlechtes Kino.

„Fantasy Island“ habe ich auf bei Amazon Prime Video gesehen. Aktuell ist der Film dort nicht in der Flatrate enthalten.


Honorable Mentions:

FremdWelt: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG

Seit langem freue ich mich jede Woche auf „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ von Gina (Passion of Arts). Und natürlich auf die entsprechenden Beiträge auf Blogs, denen ich folge. Mit Anfang 2023 habe ich mich entschlossen, auch mitzumachen. Ob und wie regelmäßig ich es schaffe, wird sich weisen – ich bin jedenfalls wild entschlossen!


Die 5 BESTEN Serien, die ich 2022 gesehen habe

Vergangene Woche hatten wir ja die 5 besten Filme 2022 am Start und es war schwer, weil ich so fleißig am Abbau meiner Watchlist gearbeitet hatte. Bei den Serien dachte ich zunächst, es wäre umgekehrt gewesen und ich hätte 2022 zu wenig gesehen, um überhaupt eine 5er-Liste hinzubekommen. War dann aber doch ganz anders und ich musste erneut eine recht harte Auswahl treffen. Ein paar honorable mentions gibt’s zum Schluss auch. Zunächst aber meine Top 5 (ohne Reihung):

  • Die Discounter (Staffeln 1 & 2)
  • Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht (Staffel 1)
  • House of the Dragon (Staffel 1)
  • Sandman (Staffel 1)
  • The Silent Sea (Staffel 1)

Die Discounter (Staffeln 1 & 2)

Vorab: Ich halte „Stromberg“ (2004-2012) für eine der besten deutschen Serien aller Zeiten. Mir ist natürlich klar, dass es dafür mit „The Office“ (2001-2003) eine Vorlage gibt – das ändert aus meiner Sicht aber nichts am völlig eigenständigen Charakter von „Stromberg“, das ich tatsächlich für die gelungenere Variante halte. Was das mit „Die Discounter“ zu tun hat? Ganz schön viel, denn auch in der 2021 gestarteten Mockumentary beobachten wir ganz normale Menschen in ihrem Arbeitsalltag in einem fiktiven Supermarkt „Feinkost Kolinski“ in Hamburg. Es gibt also keine Handlung im eigentlichen Sinne, die Serie stellt im Wesentlichen Alltagssituationen dar, die jedem:jeder von uns so oder so ähnlich beim täglichen Einkauf begegnen können. Überspitzt und teils vollkommen absurd – aber nie komplett abwegig und (fast) immer saukomisch. Die einzelnen Folgen dauern übrigens nur 15 bis 20 Minuten, man kann die bisher erschienen zwei Staffeln damit praktisch in einem Rutsch wegbingen, wenn man möchte.

Grundsätzlich muss man freilich etwas mit dem Mockumentary-Format anfangen können, um überhaupt reinzukommen. Für „Stromberg“-Fans ist das keine Hürde, ob es für eine breitere Masse ein Problem darstellt, wage ich nicht zu beurteilen. Ganz kommt „Die Discounter“ übrigens nicht an das Vorbild heran: Der Humor ist hier deutlich pubertärer (was aber zum Alter der meisten Protagonist:innen passt) und die Einbindung des Kamerateams ist nicht immer gelungen bzw. findet viel zu selten statt. Davon abgesehen: Daumen hoch und eine klare Empfehlung für alle Genre-Fans!

Aufmerksam auf die Serie bin ich übrigens über den besten (und wahrscheinlich einzigen) „Stromberg“-Podcast geworden: „Capitol Intern – Die Akte Stromberg“. Auch hierfür gibt es eine klare Empfehlung meinerseits!

„Die Discounter“ habe ich auf Amazon Prime Video gesehen. Aktuell sind zwei von zwei Staffeln in der Flatrate verfügbar.


Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht (Staffel 1)

The Lord of the Rings: The Rings of Power

An dieser 2022 gestarteten Serie führt für Fantasy-Fans natürlich kein Weg vorbei. Unglaublich gehyped, waren unter Tolkien-Fans die Befürchtungen natürlich groß: Würden die verantwortlichen bei Amazon das Erbe des Meisters mit dem nötigen Respekt behandeln? Oder würden sie der Versuchung erliegen, den alt-ehrwürdigen Stoff ohne Rücksicht auf Verluste an ein junges Publikum und seine Sehgewohnheiten anzupassen?

Meiner Einschätzung nach wurde der nahezu perfekte Mittelweg gefunden: „Die Ringe der Macht“ fühlt sich tatsächlich wie eine moderne Serie an, deren Tonalität und Erzählweise klar an den Genre-Platzhirsch „Game of Thrones“ (2011-2019) erinnert. Und ja, auch dort hatten diejenigen, die die literarische Vorlage kannten, ähnliche Befürchtungen – wenngleich das bei „Ringe der Macht“ nochmal eine andere Nummer ist, auch wegen der bisherigen Verfilmungen des Tolkien-Stoffs. Wie dem auch sei: Der Serie ist es gelungen, meine Erwartungen zu übertreffen, ich finde es einfach großartig, was bisher aus dem doch recht dünnen Abschnitt des „Silmarillion“, in dem diese Geschichte erzählt wird, gemacht wurde. Klar: Hier wird vieles hinzugedichtet. Das aber (fast) immer mit Augenmaß und Blick auf die Lore.

„Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ habe ich auf Amazon Prime Video gesehen. Aktuell ist die erste und bisher einzige Staffel in der Flatrate verfügbar.


House of the Dragon (Staffel 1)

Im Endeffekt kann man hier das Gleiche sagen, das auch für „Die Ringe der Macht“ gilt: Glücklicherweise ist es den Verantwortlichen gelungen, den Spagat zwischen einer modernen Serie und den gerade im Fantasy-Bereich liebgewonnenen Traditionen und Konventionen zu schaffen.

„House of the Dragon“ ist für sich allein schon sehr gut, sieht man es als das, was es ist – nämlich als Prequel zu „Game of Thrones“ – entfaltet die Serie aber erst so richtig ihr Potenzial: An allen Ecken und Enden gibt es Hinweise auf spätere Ereignisse und Verwicklungen. Vor allem aber ist es geglückt, den Werdegang einer Familie, die im Kontext des Werkes eigentlich gar nichts Sympathisches haben dürfte, so nachzuzeichnen, dass man trotz aller Merkwürdigkeiten nicht umhin kommt, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Ein interessantes Gefühl, vor allem dann, wenn man weiß, wie es mit dem Haus des Drachens weitergehen und enden sollte.

„House of the Dragon“ habe ich auf bei Sky gesehen. Aktuell ist dort die erste und bisher einzige Staffel verfügbar.


Sandman (Staffel 1)

The Sandman

Kann man mit Neil Gamain etwas falsch machen? Ich denke nicht. Aus der Feder des Briten stammt unter anderem auch die Vorlage für diese Serie: Eine Graphic Novel (1989-1996), die insgesamt über 2.000 Seiten umfasst. Nun, ich habe keine Ahnung, ob dieses Original etwas kann (bisher ist es mir noch nie gelungen, zu jener Kunstform Zugang zu finden), ich weiß aber, dass vorliegende Adaption sehr stark ist und auch ohne Kenntnis der Vorlage super funktioniert.

Beim titelgebenden Sandmann handelt es sich übrigens um Morpheus, den Gott des Schlafes – er ist also nicht mit dem gleichnamigen Super-Schurken zu verwechseln, der gelegentlich in Marvel-Comics auftritt. In Staffel 1 der Serie erleben wir, wie Morpheus aus langer Gefangenschaft befreit wird und versucht, den Schaden zu beheben, den seine Abwesenheit in der realen und der Traumwelt hinterlassen hat. Ob „Sandman“ wirklich jedem:jeder gefällt, wage ich trotz großen Erfolgs ein wenig zu bezweifeln: Man muss schon ein gewisse Faible für Mythologie haben und darf sich nicht an düsteren und schwermütigen Figuren stören, um diese Serie genießen zu können. Mir hat das alles jedoch sehr gut gefallen, daher sehe ich keinen Grund, „Sandman“ nicht zu meinen Top 5 zu zählen.

„Sandman“ habe ich auf auf Netflix gesehen. Aktuell ist dort die erste und bisher einzige Staffel verfügbar.


The Silent Sea (Staffel 1)

고요의 바다

Ich denke, die koreanische SciFi-Mystery „The Silent Sea“ war die erste Serie, die ich 2022 gesehen habe (sie wurde Weihnachten 2021 veröffentlicht). Ich habe eine Vorliebe für quasi-realistische Science Fiction, die noch während unserer Lebzeiten wahr werden könnte. Und so hat mich der Trailer sofort gepackt und ich habe es nie bereut, obwohl die Serie im Laufe der Handlung durchaus übernatürliche Mystery-Elemente hinzufügt. Die fügen sich aber gut ein, ebenso das für eine moderne Serie typische Drama. Vor allem aber das Setting der engen, mal technisch-kalt, dann wieder unheimlich und bedrohlich wirkenden Mondbasis ist eines, das man in dieser Intensität schon länger nicht mehr genießen durfte.

Auszusetzen habe ich eigentlich nichts an „The Silent Sea“ – abgesehen vom Finale und der Ungewissheit, ob und wie es weitergehen wird. Ich würde mir jedenfalls mehr davon wünschen!

„The Silent Sea“ habe ich auf auf Netflix gesehen. Aktuell ist dort die erste und bisher einzige Staffel verfügbar.


Honorable Mentions:

Fremdwelt: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG

Seit langem freue ich mich jede Woche auf „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ von Gina (Passion of Arts). Und natürlich auf die entsprechenden Beiträge auf Blogs, denen ich folge. Mitmachen wollte ich schon länger – aber immer kam mir „etwas“ dazwischen (was freilich nichts anderes als eine Ausrede für meine Faulheit ist). Aber jetzt ist es endlich soweit – das Jahr 2023 hat vor wenigen Tagen begonnen – und ich steige mit ins Geschehen ein. Welcher Zeitpunkt wäre auch besser dafür geeignet…


Die 5 BESTEN Filme, die ich 2022 gesehen habe

Gleich zum Einstieg gilt es also, eine harte Nuss zu knacken. Ich habe im abgelaufenen Jahr zwar ungewöhnlich brav an meiner gefühlt unendlich langen Watchlist gearbeitet – dabei aber auch eine Menge mittelprächtiger und sogar richtig schlechter Streifen gesehen. Naja, so geht es wohl jedem:jeder von uns… Lirum, larum, hier sind „meine“ Filme (ohne Ranking), darunter noch ein paar Worte zu jeder Nominierung sowie – ganz unten – 5 honorable mentions:

  • Star Trek II: Der Zorn des Khan
  • GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia
  • Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
  • The King’s Choice: Angriff auf Norwegen
  • Beyond the Infinite Two Minutes

Star Trek II: Der Zorn des Khan (1982)

Star Trek II: The Wrath of Khan

Alle paar Jahre muss es sein: „Star Trek“ von A bis Z, heißt: Alle Filme und viele Serien-Folgen gucken. So war es auch 2022 wieder – und nach wie vor bin ich der Meinung, dass „Star Trek II“ ganz großes Kino ist. Dieses Niveau hat das Franchise in filmischer Hinsicht nie wieder erreicht, lediglich mit „Star Trek VI: Das unentdeckte Land“ (1991) war man noch einmal nahe dran. Genau genommen hat „Der Zorn des Khan“ eine Fortsetzung der Marke nach dem sehr zwiespältig aufgenommenen „Star Trek: Der Film“ (1979) wohl überhaupt erst ermöglicht.

Aber auch unabhängig davon hat vorliegendes Werk einfach alles, was man sich wünschen kann: Action, Spannung, Drama, eine Prise Humor, bestens aufgelegte Hauptdarsteller – und einen Bösewicht, dessen Ausstrahlung bis heute ihresgleichen sucht. Letzteres meiner Ansicht nach übrigens nicht nur in „Star Trek“: Mit seinem sehr speziellen Charisma hebt sich Ricardo Montalbán als Khan bis heute stark vom Gros der übrigen Kino- und TV-Schurken ab.

GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (1990)

Goodfellas

Zu dieser Nominierung gibt es wohl nicht mehr viel zu sagen – seit Ewigkeiten auf meiner Watchlist habe ich es 2022 endlich geschafft, mich diesem Epos von Martin Scorsese zu widmen. Was für ein Film – und was für eine Dekonstruktion des Mafia-Mythos, dem hier jegliche Romantik genommen wird. Die Charaktere sind fast durchgängig unsympathisch, äußerst brutal und haben nichts an sich, das einem normalen Menschen nachahmenswert scheint (was bei thematisch ähnlich gelagerten Filmen ja häufig ganz anders ist).

Großartig besetzt, grandios gespielt, hart und glaubwürdig inszeniert – viel mehr kann man hier in der gebotenen Kürze eigentlich nicht anmerken. Ansehen!

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (2007)

The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford

Zugegeben: Man braucht Geduld und ein Faible für eine ruhige Erzählweise, um diesem Epos von Andrew Dominik etwas abgewinnen zu können. In wunderschönen, aber auch sehr ausschweifenden Bildern zeigt der Regisseur die letzte Phase des Lebens von Jesse James, einem der bekanntesten Banditen des Wilden Westens. In den Hauptrollen brillieren Brad Pitt (Jesse James) und Casey Affleck (Robert „Bob“ Ford), letzterer vollkommen zu Recht für einen Oscar nominiert.

Man darf hier aber keinen klassischen Western erwarten, es handelt sich vielmehr um ein Drama, das den Mythos um Jesse James, der bereits zu dessen Lebzeiten völlig aus dem Ruder gelaufen war, entzaubert und dekonstruiert: So ist die Faszination, die der gestandene Bandit auf den unbedarften Ford, den man heute als wohl als Fanboy oder Groupie bezeichnen würde, ausübt, anfangs noch verständlich. Bald stellt sich allerdings heraus, dass der brutale und hinterhältige James ganz und gar nicht so ist, wie er nach der Lektüre diverser Groschenromane erwartet hat. Überaus bedrohlich inszeniert.

The King’s Choice: Angriff auf Norwegen (2016)

Kongens nei

Norwegen und der 2. Weltkrieg? In meiner naiven Vorstellung war das immer ein relativ kurzes Kapitel: Das nationalsozialistische Deutschland eroberte den skandinavischen Staat sozusagen im Handstreich, bis Kriegsende blieb eine Besatzungsmacht zurück und die Rohstoffe des Landes wurden ausgebeutet. Später wurde mir mit wachsendem Interesse an historischen Zusammenhängen im Allgemeinen und meiner Lieblingsdestination Norwegen im Speziellen, klar, dass die Invasion nicht so glimpflich abgelaufen war – allein die Versenkung des Schweren Kreuzers „Blücher“ mit über 1.000 Toten war eine schwere Niederlage für die deutsche Seite. Dieses Ereignis kommt in „The King’s Choice“ (im norwegischen Original viel treffender als „Kongens nei“, also „Das Nein des Königs“, betitelt) am Rande vor.

Im Wesentlichen dreht sich der Beitrag allerdings um die politischen Implikationen, die das deutsche Ultimatum für Norwegen hatte: Der beim Volk sehr beliebte König Hakon VII. lehnte die Forderung nach der Einstellung des Widerstandes und der Einsetzung eines nationalsozialistischen Ministerpräsidenten mit einem klaren „Nein!“ ab und stellte gleichzeitig seine Abdankung in den Raum. Nie zuvor oder danach in der Geschichte hatte sich ein norwegischer Monarch derart in die Politik seines Landes eingemischt.

Beyond the Infinite Two Minutes (2020)

ドロステのはてで僕ら

Vermutlich die überraschendste Nominierung: Bei diesem japanischen Beitrag (Laufzeit ca. 70 Minuten) handelt es sich um einen höchst unterhaltsamen Beitrag zum Thema Zeitreise. Weitgehend mit Handkameras gefilmt, werden wir Zeuge, wie ein vollkommen durchschnittlicher Typ entdeckt, dass zwischen seiner Wohnung im 1. Stock und dem Café darunter eine Zeit-Differenz von genau zwei Minuten besteht. Über einen Computerbildschirm schicken er und seine Freunde sich selbst diverse Nachrichten und versuchen, herauszufinden, wie aus dieser Sache Kapital zu schlagen wäre.

Es ist mir schlicht nicht möglich, die Faszination dieses Films in Worte zu fassen. Technisch wirkt alles sehr amateurhaft, gleiches gilt für die Schauspieler:innen, die teilweise sehr merkwürdig agieren. Und doch – allein, wie hier gefilmt wurde (es entsteht der Eindruck, es gäbe keinen einzigen Schnitt), das irrwitzige Tempo, die lustigen Situationen… all das zusammen macht „Beyond the Infinite Two Minutes“ zu einem ausgesprochen interessanten und kurzweiligen Werk. Wenngleich ich auch zugeben muss, dass diese Art von Film nichts für eine breitere Masse sein dürfte.

Honorable Mentions:

  • Star Trek VI: Das unentdeckte Land (1991)
  • Die Farbe (2010)
  • Possessor (2020)
  • Bones and All (2022)
  • The Northman (2022)

Fremdwelt: Montagsfrage (22)

Beim Surfen auf diversen Blogs findet man immer wieder interessante Dinge. Mich interessiert es beispielsweise, Fragen zu beantworten – und auch die Antworten Anderer zu lesen. Ein Blog, auf dem eine „Montagsfrage“ gestellt wird, habe ich unlängst entdeckt: „Buchfresserchen“ nennt sich das Ding, dessen Startseite hier zu finden ist. Ich werde versuchen, die Montagsfrage regelmäßig zu beantworten.


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Wenn du ein/e Buch(-reihe) restlos vergessen könntest, um es/sie nochmal neu zu lesen, welche/s wäre das?

Eine ausgesprochen merkwürdige Frage. Wieso sollte ich das so machen wollen? Ich denke, Erfahrungen machen mich zu dem, was ich bin – und auch Lesen, sei die Literatur auch noch so trivial, gehört zu diesen Erfahrungen. Nichts davon würde ich „löschen“ wollen. Abgesehen davon ist das sowieso eine Frage, die sich nicht stellt. Wenn ein Buch oder eine Buchreihe mich so sehr fesselt und mir so gut gefällt, werde ich sie sowieso immer mal wieder zur Hand nehmen. Ich würde sogar soweit gehen, dass ich auf keinen Fall etwas noch einmal „neu“ lesen möchte. Im Gegenteil – wirklich gute Bücher können ja durch mehrfaches Lesen gewinnen. Nicht nur, weil man immer wieder neue Details entdecken kann, sondern auch, weil die eigene Erfahrung wächst. Man wird älter, die Sicht auf alle Dinge ändert sich – und eventuell auch die Sicht auf ein Buch. All das fände und finde ich spannender, als die komplette Neuentdeckung eines Werkes. Die Zeit ist im Endeffekt der einzige Faktor, der ein Problem ist. Es gibt so viel zu entdecken und so viele spannende und gute Bücher, dass sich manchmal alles dagegen sträubt, bereits Gelesenes zu wiederholen, weil man in dieser Zeit ja was komplett Neues erfahren könnte. Andererseits würde auch das „Löschen“ einer Leseerfahrung kein Plus an Zeit bringen, also fällt auch dieses Argument weg.

Die Antwort also:

Ich lehne die Möglichkeit, eine Leseerfahrung zu „löschen“ dankend ab. Ich denke nicht, dass mir das in irgendeiner Weise etwas geben würde

Fremdwelt: Montagsfrage (21)

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Was haltet ihr von Büchern, die auf Filmen basieren, also die erst nach dem Film geschrieben worden sind?

Interessant – normalerweise wird ja immer die umgekehrte Frage gestellt, also was man von der Buchverfilmung hält. In diesem Fall musste ich erst einmal nachdenken, ob mir überhaupt solche Bücher einfallen, die ich gelesen habe. Und ich muss zugeben, dass ich mich spontan nur bei zweien erinnern kann, ob sie gut waren. Dazu kommen noch zwei, die auf einer Serie basieren, wo ich ebenfalls noch weiß, wie sie waren.

Fangen wir bei den „Film-Büchern“ an. Eines davon war das Buch zu „Der Soldat James Ryan“, ist mindestens 15 Jahre her, dass ich das gelesen habe. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, bin mir nicht mal sicher, ob ich es überhaupt beendet habe. Insgesamt war es grottenschlecht, fürchte ich. Etwas anders war es bei „Der Club der toten Dichter“, wo ich gar nicht wusste, dass der gleichnamige Film das Original ist. Jedenfalls kannte ich das Buch zuerst und war damals recht angetan davon. Das hat sich grundlegend geändert, nachdem ich den grandiosen Film gesehen hatte. Danach habe ich das Buch noch ein- oder zweimal gelesen und nicht mehr verstanden, was ich jemals daran gefunden habe (hier habe ich übrigens eine Rezension dazu gebloggt, in der ich deutlich mache, was ich vom Roman halte). Bei anderen Büchern zu Filmen, die ich gelesen habe, habe ich keine negative Erinnerung, was nichts heißen muss, aber zumindest kann man davon ausgehen, dass sie mir halbwegs gefallen haben. Das waren die Bücher zu „Alien“, „12 Monkeys“ und „Star Wars“.

An Büchern zu Serien habe ich lediglich zwei Romane, die auf der völlig unterbewerteten Serie „Earth 2“ basieren, gelesen. Beide katastrophal schlecht, hier und hier gibt es dazu Rezensionen.

Die Antwort (und eine kurze Vermutung meinerseits):

Meine Erfahrung legt nahe, dass von Büchern, die auf Filmen basieren nicht viel zu halten ist. Für mich liegt das primär daran, dass man automatisch erwartet, dass ein Buch tiefergehende Informationen bieten würde, als ein Film. Die Romane zum Film, die ich kenne, beschränken sich auf bloße Nacherzählungen der Filmhandlung und sind meines Erachtens praktisch wertlos. Auch, weil ihnen naturgemäß die optischen und akustischen Momente sowie die eventuell vorhandene schauspielerische Leistung fehlen, die einen Film eben auch ausmachen. Nur die Bilder zu beschreiben und keine Atmosphäre zu schaffen – für mich ist das einfach viel zu wenig. 

Fremdwelt: Montagsfrage (20)

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Bist du jemand, der seinen Buchbestand regelmäßig ausmistet, oder behältst du lieber alle deine Bücher?

Auch hier könnte ich wieder über die neu entdeckte Liebe (vor allem der Bequemlichkeit wegen!) zu eBooks schwadronieren. Quasi unbegrenzter Speicherplatz für gefühlt unendlich viele (digitale) Bücher ist also vorhanden. Allerdings wird das wohl eher nicht mit der Frage gemeint sein. Das gedruckte Wort ist mir natürlich auch sehr wichtig, braucht allerdings wesentlich mehr Platz. Bisher ist es – zum Glück – so, dass die Regale zwar voll sind, aber sich immer noch der eine oder andere Platz findet, wo man etwas dazwischen quetschen kann. Lang wird das nicht mehr gut gehen – und da ich eine Aversion gegen das Weggeben von Büchern habe, schließt sich der Kreis zum eBook, auf das ich nun eben verstärkt setze. Ausgemistet habe ich bisher eigentlich nur doppelte Exemplare, die sich gelegentlich einschleichen (die kommen dann in den offenen Bücherschrank) und das eine oder andere Buch, das mir wirklich überhaupt nicht gefallen hat (sehr viele sind das aber nicht, die landen dann ebenfalls im offenen Bücherschrank, früher auch mal bei eBay). Kinder- und Jugendbücher sind allerdings auch verschwunden, allerdings eher im Elternhaus auf dem Dachboden. Die kurze Antwort also:

Wenn es der Platz zulässt, behalte ich alle Bücher – die Trennung fällt mir einfach zu schwer und noch habe ich kein so gravierendes Platzproblem, dass ich ausmisten MUSS. eBooks sind, (auch) was das betrifft, ein echter Segen.

Montagsfrage (19)

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Montagsfrage: Buchhandlungen vs. Online-Shop – wo kauft Ihr Eure Bücher ein?

Die Antwort auf die Frage ist „klassisch“. Oder „klischeehaft“. Denn sie lautet in der Kurzform: Kommt drauf an. Zunächst mal sei gesagt, dass auch ich faul geworden bin, seit die Online-Shops so bequem und günstig sind, verlässlich liefern und die Auswahl gefühlt unendlich groß geworden ist. Das hat schon was – Buch bestellen, vielleicht gleich mehrere Bücher, weil man beim Stöbern im Netz noch leichter und schneller ganze Bücherregale mit interessanten Werken füllen könnte, Bestellung abschicken, bezahlen. Und ein paar Tage später locker am Weg in die Wohnung das Paket aus dem Briefkasten holen. Einfacher geht es kaum. Von eBooks, die ich momentan bevorzugt lese (aus Platzgründen) ganz zu schweigen, aber da beantwortet sich die Frage sowieso von selbst.

Andererseits: Es gibt die eine oder andere kleinere Buchhandlung, in die ich gerne gehe. Das dortige Feeling schätze ich wirklich – ja, „Feeling“, ein besseres Wort will mir nicht einfallen, um die Eindrücke, die Atmosphäre, den Reiz zu beschreiben, der von einer Buchhandlung ausgeht. Diese Läden verdienen unsere Unterstützung – und ich versuche sie ihnen zu geben, so gut es geht und so oft ich mich von meiner Internet-bedingten Faulheit zu lösen vermag. Dabei hat meine Lieblings-Buchhandlung inzwischen auch einen Online-Shop und bietet eBooks an – einen Grund, bei Amazon oder Thalia zu kaufen, gibt es also kaum noch. Wenn ich nur nicht so oft Gutscheine geschenkt bekommen würde…

Ich kaufe tatsächlich bevorzugt online. Muss ich zugeben – die Bequemlichkeit siegt meist. Einziger Trost: Das geht vor allem zu Lasten von Thalia. In diesen überdimensionierten, monströsen Läden schaue ich mir die Bücher an, die ich dann irgendwo anders online bestelle. So kann es auch gehen.

Fremdwelt: Montagsfrage (18)

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Wie wichtig sind dir Klappentexte/Inhaltsangaben auf der Rückseite?

Nach so mancher schlechten Erfahrung mit Klappentexten bin ich vorsichtig geworden. Ja, wenn der Klappentext gut und treffend ist, kann das schon ein Kaufgrund sein. Aber so wirklich drauf verlassen mag ich mich nicht mehr. Besser finde ich meist die Inhaltsangabe auf der Innenseite des Schutzumschlages – solange es so etwas noch regelmäßig gegeben hat. Kommt natürlich auch heute noch vor, mir scheint aber, dass das immer mehr in Vergessenheit gerät. Diese Texte fand ich jedenfalls immer viel besser und treffender und nahm sie – schon bevor ich Klappentexten gegenüber kritischer wurde – lieber zur Kaufentscheidung her.

Heutzutage bekommt diese Frage im Übrigen noch einmal eine neue Dimension. Bücher werden von mir sehr häufig online und auch noch als eBook gekauft. Dementsprechend hat der Klappentext für mich persönlich noch mehr an Bedeutung verloren. Und auch wenn ich – was ich oft tue – z. B. bei Thalia ein Buch sehe, das ich mir dann irgendwann bestelle, hat das selten was mit dem Klappentext zu tun. Am wichtigsten ist für mich der Titel, alles andere ist sekundär und wird, unabhängig von dem, was auf der Rückseite des Buches steht, vor dem Kauf im Internet recherchiert. Die kurze Antwort also:

Klappentexte mögen gelegentlich gut zur ersten Orientierung geeignet sein. Oft genug treffen sie aber nicht zu und sollten mit Vorsicht genossen werden. Dementsprechend sind sie mir wenig wichtig.