BuchWelt: Lobgesang auf Leibowitz

Walter M. Miller, Jr.


Ich könnte ad hoc nicht sagen, wie lange ich „Lobgesang auf Leibowitz“ schon auf meinem Stapel ungelesener Bücher (SuB) habe. Gefühlt dürfte es sich sogar um eines der ersten Werke handeln, das ich auf jenen (imaginären) Stoß gegeben habe, seit ich zur arbeitenden Bevölkerung gehöre und mir Bücher in größeren Mengen leisten kann. Nun, im Jahre des Herrn 2021 (um im Duktus der Abtei des Heiligen Leibowitz zu sprechen), habe ich endlich die Zeit gefunden, mich mit diesem gefühlt relativ unbekannten Klassiker der postapokalyptischen Science Fiction zu beschäftigen.

Gesamteindruck: 4/7


Wiederholungstäter.

Vordergründig ist „Lobgesang auf Leibowitz“ eine dystopische Science Fiction-Geschichte und behandelt in drei Teilen den Wiederaufstieg der Menschheit nach einer globalen Katastrophe. Autor Walter Miller geht davon aus, dass sich dieser Prozess in Schritten bzw. Epochen vollzieht, die der Vergangenheit unserer westlichen Zivilisation ähneln: „Fiat Homo“ spielt in einer Art Mittelalter, 600 Jahre nach einem großen Atomkrieg, „Fiat Lux“ wiederum 600 Jahre später in einem Zeitalter, das an die Renaissance erinnert und „Fiat Voluntas Tua“ noch einmal sechs Jahrhunderte später zu Beginn einer neuen Raumfahrt-Ära. Verbindendes Element ist die Arbeit der Mönche in der Abtei des Heiligen Leibowitz, irgendwo in einer Wüste im Südwesten von Amerika.

Worum geht’s?
Nachdem ein Atomkrieg die Erde verwüstet hatte, wurden sämtliche Bücher und Erkenntnisse, die die Katastrophe überstanden hatten, vernichtet. Wissenschaftler wurden ermordet, wo man ihrer habhaft werden konnte – alles, um eine neuerliche nukleare Auseinandersetzung zu verhindern. Ein gewisser Isaac Leibowitz war einer von wenigen, die versuchten, das alte Wissen zu bewahren, wofür er schließlich mit seinem Leben bezahlte. 600 Jahre später hat die Menschheit die Barbarei hinter sich gelassen und der Orden des mittlerweile als Märtyrer verehrten Leibowitz arbeitet daran, die letzten Überbleibsel der alten Zivilisation zu finden und zu bewahren, auf das irgendwann wieder eine Zeit der Erleuchtung folgen möge

Die Prämisse, dass ein christlich-religiöser Orden versucht, so viel wie möglich vom verloren gegangenen Wissen der Menschheit zu bewahren, ist sowohl groß- als auch einzigartig. Und das sage ich nicht nur, weil ich Endzeit-Geschichten generell mag: „Lobgesang auf Leibowitz“ stellt Fragen, die zur Zeit seiner Veröffentlichung relativ selten in der Science Fiction vorgekommen sind, beispielsweise nach dem Verhältnis zwischen Staat, Kirche und Wissenschaft, aber auch nach Segen und Fluch des Fortschritts. Ein großes Alleinstellungsmerkmal sind dabei die wechselnden Rollen, die die sich ändernden Zeiten widerspiegeln: Anfangs ist es ausgerechnet die Kirche, die das tut, was eigentlich Aufgabe der Wissenschaft wäre und die dadurch einen erneuten Aufschwung der Menschheit ermöglicht. Später erkennt niemand außer den Mönchen die Gefahren, die dieses Wissen birgt, wenn es ohne moralischen Kompass zum Einsatz kommt. All das hebt sich sehr stark vom damals üblichen Science Fiction-Roman ab – und ist auch in heutigen Genrebeiträgen alles andere als alltäglich.

Es wäre jedoch zu kurz gegriffen, vorliegendes Werk „nur“ auf Science Fiction zu reduzieren. Neben den von mir beschriebenen moralischen Implikationen stellt das Buch eine zyklische Geschichte vor: Die 1.800 Jahre, die die Handlung abdeckt, spiegeln im Endeffekt die 1.800 Jahre wieder, wie sie vor dem fiktiven Atomschlag – also in unserer Realität – abgelaufen sind. Und dem Leser stellt sich damit die Frage, ob sich die Fehler, die die Menschheit begeht, zwangsweise wiederholen. Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Antwort von Walter Miller höchst pessimistisch ausfällt.

Kein überbordender Unterhaltungswert.

Doch auch, wenn ich die dahinterstehende Philosophie begrüßenswert und als hervorragende Anregung zum Nachdenken empfinde: „Lobgesang auf Leibowitz“ ist immer noch ein Roman, der unterhalten soll. Und das ist der Knackpunkt: Während ich „Fiat Homo“ mit großem Vergnügen gelesen habe und auch „Fiat Lux“ empfehlen kann, empfinde ich den finalen Abschnitt über weite Strecken als schwere Kost. Mag sein, dass das mit der Veröffentlichungsweise zu tun hat: Die drei Teile erschienen zwischen 1955 und 1957 als Novellen in einer amerikanischen Science Fiction-Zeitschrift, eine Gesamtveröffentlichung erfolgte erst 1960. Eventuell liegt es daran, dass „Fiat Voluntas Tua“ die Leichtigkeit seiner Vorgänger fehlt.

Letzten Endes sind diese Schwierigkeiten, die ich mit dem finalen Part der Geschichte habe, der Grund für meinen eher durchwachsenen Gesamteindruck. Philosophische Erwägungen sind ja schön und gut – in „Fiat Voluntas Tua“ hatte ich aber über weite Strecken nicht das Gefühl, dass der Autor wusste, wohin er eigentlich mit seiner Geschichte will. Oder, anders ausgedrückt: Die Story ist schon da, sie ist aber relativ dünn und wirkt, als wäre sie nur vorhanden, um eine Entschuldigung für große Philosophie zu haben (der ich ehrlich gesagt nicht sonderlich gut folgen konnte).

Was die Charaktere betrifft, gibt es wenig Grund zur Beschwerde. Vor allem die Hauptfigur in „Fiat Homo“, ein einfacher Mönch, der nicht weiß, wie ihm geschieht, als er plötzlich Artefakte des Heiligen findet, den sein Orden seit Jahrhunderten verehrt, ist dem Autor hervorragend gelungen. Speziell daraus zieht der erste Abschnitt seine leichte Lesbarkeit – Bruder Francis Gerard ist zwar sehr gläubig und bescheiden, gleichzeitig aber auch ein wenig einfältig und tollpatschig. Dieser krasse Gegensatz zur doch recht harten Philosophie macht die Mischung aus und „Fiat Homo“ zu einem echten Lesevergnügen. Derartige Sympathieträger kommen in den anderen zwei Teilen des Romans nicht vor – wobei ich das Hin & Her zwischen Abt Dom Paolo und dem Wissenschaftler Thon Taddeo Pfardentrott in „Fiat Lux“ durchaus goutiere. Der letzte Akt enthält im Gegensatz dazu kaum memorable Figuren, was wohl ein Mitgrund für die schwerere Lesbarkeit sein dürfte.

Alles in allem ist „Lobgesang auf Leibowitz“ ein Werk, das jeder, der sich für postapokalyptische Szenarien interessiert, gelesen haben sollte. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Walter Miller beschreibt hier kein großes Bild möglicher Gesellschaftsformen in einer dystopischen Zukunft. Er konzentriert sich auf einen Aspekt (die Erhaltung des Wissens und den Versuch, die Wiederholung alter Fehler zu verhindern), auf den allerdings sehr detailliert. Wer damit umgehen kann und ein gesundes Interesse an philosophischen Erwägungen, die gelegentlich die Story überdecken, hat, kann zu untenstehender Wertung vielleicht einen oder zwei Punkte addieren. Mir persönlich ist das Buch gegen Ende hin zu unfokussiert, sodass der Gesamteindruck nicht über das gehobene Mittelmaß hinauskommt.

Gesamteindruck: 4/7


Autor: Walter M. Miller, Jr.
Originaltitel: A Canticle for Leibowitz.
Erstveröffentlichung: 1955-1957
Umfang: ca. 320 Seiten
Gelesene Sprache: Englisch
Gelesene Version: E-Book

SerienWelt: Tribes of Europa – Staffel 1

Wie vor gar nicht allzu langer Zeit bei „Dark“ (2017-2020) hat es auch den Verantwortlichen für „Tribes of Europa“ gefallen, einer deutschen Serie einen englischen Titel zu verpassen. Beinbruch ist das natürlich keiner, aber gleichzeitig ist es meiner Meinung nach so etwas wie ein Fingerzeig auf eine der vielen Baustellen dieser stark gehypten Netflix-Serie.

Gesamteindruck: 2/7


Endzeit over Europa.

Eigentlich sollte ich ja längst wissen, dass es nicht immer klug ist, vorab Rezensionen zu lesen – zu voreingenommen geht man danach häufig an Bücher, Filme und Serien heran. Leider (?) konnte ich bei „Tribes of Europa“ nicht widerstehen und habe mich vorher im Netz schlau gemacht. Zwei Dinge waren dabei besonders auffällig: Einerseits der allgemein sehr durchwachsene Tenor in der (deutschen) Community, andererseits ein speziell auf die Sprache der Akteure bezogenes… ich würde fast sagen: bashing. Letzteres hatte ich auch schon in diversen Kommentaren zu „Dark“ herausgelesen, konnte beim Ansehen aber zumindest diesen Teil der Kritik nicht nachvollziehen. Bei „Tribes of Europa“ sieht die Sache allerdings anders aus.

Worum geht’s?
In nicht allzu ferner Zukunft hat die Welt, wie wir sie kennen, zu existieren aufgehört. Nach einem – vermutlich globalen – Blackout gibt es keine Staaten mehr, die Überlebenden der Katastrophe sind in Stämmen, den sogenannten „Tribes“, organisiert. Einer davon sind die „Origines“, die jegliche Technologie ablehnen und versuchen, mit der Natur im Einklang zu leben. Ihre Isolation endet, als eine Art Raumgleiter vom Stamm der „Atlantier“ in der Nähe abstürzt und ein Stück fortschrittlicher Technik, den „Cube“, verliert. Um dieses wertvolle Artefakt bricht bald ein Krieg aus, der viele Leben kostet – und das beschauliche Dasein dreier Geschwister von den Origines für immer verändert…

Ich bin mir nicht sicher, wie sich obige Zusammenfassung für jemanden liest, der die Serie nicht kennt. Selbst für mich, der ich die 6 Folgen, die bis dato erschienen sind, erst unlängst gesehen habe, klingt das nach wirrem Zeug, wenn ich ehrlich bin. Und tatsächlich hat „Tribes of Europa“ große Probleme, die sich – so scheint es mir – sogar in meiner kurzen Inhaltsangabe manifestiert haben. Bevor wir in medias res gehen noch eine Anmerkung: Zum Zeitpunkt dieser Rezension ist vollkommen offen, ob und wie die Serie fortgesetzt wird. Produzent Netflix hält sich derzeit zur Möglichkeit einer oder mehrerer weiterer Staffeln bedeckt, sodass es gut sein kann, dass der Cliffhanger am Ende der sechsten Folge genau das bleibt. Das nur als Warnung – die Handlung ist keineswegs in sich geschlossen, wer damit nicht klarkommt, sollte wohl erst dann mit der Serie beginnen, wenn klar ist, dass es irgendwann auch weitergeht.

Babylonische Sprachverwirrung.

Nun aber zur Sache – und vielleicht beginnen wir mit dem, was ich schon in der Einleitung angedeutet habe: der Sprache. „Origines“, „Tribes“ und „Cube“ sind nur einige der angelsächsischen Begriffe, die in „Tribes of Europa“ nur zu gern verwendet werden. Nun bin ich wirklich niemand, der auf Deutschtümelei steht, ganz im Gegenteil – was beim von mir hoch geschätzten „Game of Thrones“ (2011-2019) in der Übersetzung teilweise verbrochen wurde, spottet jeder Beschreibung. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied: Beim Vorzeige-Epos von HBO versuchte man, die gesamte (englischsprachige) Fantasy-Welt komplett ins Deutsche zu übersetzen. „Tribes of Europa“ setzt hingegen auf ein merkwürdiges Gemisch aus Deutsch und Englisch, das vermutlich die Vielfältigkeit des Kontinents abbilden soll. Ganz so, als gäbe es in Europa nur diese beiden Sprachen, was vollkommen absurd wirkt und der Serie zu einem denkbar schlechten Start verhilft. Mir ist schlicht nicht klar, warum die Charaktere zum Beispiel „Tribes“ sagen müssen, wenn es doch mit „Stämme“ eine adäquate und passende Übersetzung gegeben hätte. Wie ist das dann in der englischen Synchronisation? Sind es dort auch die „Tribes“, sind es die „Stämme“ oder nimmt man ein ganz anderes Wort? Vielleicht was Französisches? Oder eine slawische Übersetzung? Ich weiß es nicht – wenn aber die Absicht war, die bunte Vielfalt Europas nach einer großen Katastrophe anzudeuten, ist diese Idee voll und ganz daneben gegangen.

Leider ist das nicht die einzige Schwäche, die sich „Tribes of Europa“ in Sachen Sprache leistet. Der einleitende Hinweis auf „Dark“ bezieht sich nämlich auf etwas, letztlich nichts damit zu tun hat, ob Deutsch oder Englisch gesprochen wird: Im Gegensatz zu synchronisierten Serien, aber auch zu … keine Ahnung … „Tatort“, klingt das, was die Schauspieler in „Tribes of Europa“ in ihrer Muttersprache zum Besten geben, sehr befremdlich. Ist das die berühmt-berüchtigte „deutsche Theatersprache“, wie sie in einigen Rezensionen bezeichnet wird? Ich weiß es nicht, hatte aber fast durchgehend das Gefühl, dass das Gros der Darsteller höchst unnatürlich und hölzern spricht. Nein, das ist nicht ganz richtig, sie scheinen vielmehr so zu agieren und zu intonieren, als würden sie auf einer Theaterbühne stehen. Das mag dort passend sein, auf dem Bildschirm wirken die Dialoge (und auch Teile der Körpersprache) unnatürlich. Es ist, als hätten es die Mimen nicht geschafft (oder wäre es nicht gewollt gewesen), sich vom Theater zu emanzipieren. Wieso das so ist? Ich kann es nicht sagen, aber es hat mich massiv gestört.

Gute Ausstattung allein reicht nicht.

Kommen wir nun aber endlich zu den guten Nachrichten, von denen es zumindest zwei gibt: Erstens ist die Serie geradezu unverschämt gut ausgestattet. Kostüme, Kulissen, Effekte – all das stimmt zu 100 Prozent und ist für eine deutschsprachige Produktion weit über dem Durchschnitt. „Mad Max“ und „The Walking Dead“ stellen die Post-Apokalypse optisch auch nicht besser dar – allein das halb verfallene Berlin ist ein grandioser Anblick. Und, zweitens, ist „Tribes of Europa“ sehr gut fotografiert. Die Aufnahmen lassen nichts zu wünschen übrig, egal ob in der Totalen oder in der Detailansicht. Alles ist hervorragend ausgeleuchtet und stimmungsvoll in Szene gesetzt. Optisch gibt es also (fast) keinen Grund zu meckern.

Fast? Richtig gelesen, ein Lapsus hat sich auch hier eingeschlichen: Der Schnitt ist überhaupt nicht gelungen, was für eine moderne Produktion sehr ungewöhnlich ist. Ein guter Schnitt ist so unauffällig, dass man ihn als Zuseher überhaupt nicht bemerkt. Wenn er in einer einzelnen Szene mal nicht passt, fällt das schnell auf. Bei „Tribes of Europa“ kommt es hingegen so häufig vor, dass ein Protagonist sozusagen in die falsche Kamera schaut, dass man kaum noch von einem Ausrutscher sprechen kann. Speziell in Dialogen merkt man immer wieder, dass sie in mehreren Takes aufgenommen wurden. In einem Text ist das freilich schwer erklärbar, aber ich würde dieses Problem für so gravierend halten, dass es eigentlich fast jedem, der sich die Serie ansieht, auffallen müsste.

Und weil wir gerade bei Dingen sind, über die man in professionellen Produktionen in der Regel kein Wort verlieren muss: Auch der Ton bzw. der Mix ist nicht der Standard, den man heute gewohnt ist. Teile der Dialoge sind schlicht unverständlich, weil viel zu leise. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich dafür dem Tonmann die Schuld zuschanzen möchte – einige Schauspieler neigen offenbar stark zum Nuscheln und Flüstern, was aber die Tonregie zumindest hätte erkennen und korrigieren müssen. Interessant… nun bin ich von einem Lob wieder direkt ins Meckern übergegangen. Dabei wollte ich die Serie nach dem Trailer und auch von der eigentlich lässigen Prämisse her unbedingt mögen. Allein: Mir schon nach zwei Folgen klar, dass „Tribes of Europa“ durchzustehen ein hartes Stück Arbeit werden würde. Was eigentlich ein Todesurteil für eine Serie ist, die unterhalten soll.

Story & Drehbuch: Prädikat „schwerfällig“.

Im Endeffekt summieren sich die bisher genannten Dinge natürlich, so richtig krankt es aber woanders: Story und Drehbuch sind schwerfällig, holprig und wirr, kurz: haben mit allen möglichen und unmöglichen Problemen zu kämpfen. Alles aufzuzählen würde wohl den Rahmen sprengen, also versuche ich, mich kurz zu fassen: Die Story eines endzeitlichen Europas mag für eine deutsche Produktion innovativ klingen, auf den zweiten Blick und vor allem im internationalen Vergleich ist sie es jedoch nicht. So hart muss man es leider sagen – „Tribes of Europa“ bietet letztlich eine von vorne bis hinten konventionelle Post-Apokalypse. Das wäre nicht so schlimm, wäre die Serie nicht dermaßen oberflächlich. Man erfährt viel zu wenig über die neue Ordnung der Welt, alle Charaktere bleiben flach und austauschbar, manche wirken gar lächerlich und/oder fehl am Platz (vor allem sei hier der Grazer Schauspieler Robert Finster als Kommandant der Crimson Guard genannt, der meines Erachtens eine komplette Fehlbesetzung ist und überhaupt nicht überzeugt). An dieser Stelle wäre es vielleicht angebracht, sich die Serie einmal auf Englisch anzusehen, ich wäre gespannt, wie sich die Dialoge darstellen, wenn sie synchronisiert sind. Leider fehlt mir dafür aktuell die Zeit.

Spannung kommt jedenfalls so gut wie nie auf – und wenn es einmal so weit ist, wird das Tempo direkt wieder reduziert und man beschränkt sich darauf, vermeintlich bedeutungsvoll in die Gegend zu schauen. Ich verstehe ja, dass man nicht sofort alles verraten möchte, vor allem, sieht es so aus, als wäre der Grund für den globalen Blackout ein gut gehütetes Geheimnis. Nur ist das Drehbuch einfach nicht geeignet, dahingehend diese fast nicht auszuhaltende Neugier zu schüren bzw. aufrecht zu erhalten, die man von anderen Produktionen kennt. Ein oder zwei positive Momente gibt es zwar – so sind es einmal mehr die Bösewichte, die einiges rausreißen und durchaus zu unterhalten wissen. Ob es Sinn der Sache sein kann, dass man sich eher auf den Auftritt der fiesen „Crows“ freut, als mit den „Origines“ zu leiden, wage ich allerdings zu bezweifeln. Und dann gibt es da noch den u. a. aus „Dark“ bekannten Schauspieler Oliver Masucci, der in „Tribes of Europa“ als undurchsichtiger Gauner, der das Herz am rechten Fleck hat, glänzen kann – mithin der einzig wirklich brauchbare Charakter in der Serie, wobei sein Cowboy-Gehabe etwas übertrieben wirkt, aber zumindest für den ein oder anderen Lacher sorgt. Letztlich ist aber sogar diese immerhin unterhaltsame Figur nicht mehr als ein großes Klischee, das man aus anderen Filmen und Serien zur Genüge kennt.

Und mehr gibt es jetzt wirklich nicht mehr zu sagen. Muss man sich „Tribes of Europa“ ansehen? So hart das jetzt klingt, ich glaube, man muss es nicht – maximal, um mitreden zu können, kann man einen Blick riskieren. Wer das plant, sei gewarnt: Die Leichtigkeit des Seins, den Zwang zum Binge-Watching, der z. B. „The Walking Dead“ (zumindest anfangs) auszeichnete, fehlt „Tribes of Europa“ zumindest in meinen Augen vollkommen. Das typische Hineinkippen ist mir zu keinem Zeitpunkt passiert – und das war beim immer wieder gern als Vergleich genommenen „Dark“ trotz vermurkster Staffel 3 sehr wohl der Fall. Werde ich „Tribes of Europa“ wieder einschalten, falls sich Netflix doch zu einer Fortführung entscheiden sollte? Ich sage mal vorsichtig: Ja, der letzte Cliffhanger wirkt zumindest derzeit noch nach. Viel erwarte ich mir allerdings nicht von einer neuen Staffel.

Gesamteindruck: 2/7


Originaltitel: Tribes of Europa.
Idee: Philip Koch
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Episoden: 6
Länge: ca. 45 Minuten
Gesehen auf: Netflix
Besetzung (Auswahl): Henriette Confurius, Emilio Sakraya, David Ali Rashed, Melika Foroutan, Oliver Masucci, Robert Finster, Benjamin Sadler, Ana Ularu



FilmWelt: A Quiet Place

Sieht man sich „A Quiet Place“ zum ersten Mal an, ist man überrascht: Ein Film, der scheinbar ohne Worte auskommt – kann das überhaupt gut gehen? Es kann, wie Regisseur John Krasinski zeigt. Allerdings, und das ist schade, wird das Konzept nicht bis ganz zum Schluss durchgezogen. Dennoch: „A Quiet Place“ unterhält und ist über weite Strecken erfrischend anders.

Gesamteindruck: 5/7


Pssst!

„A Quiet Place“ ist einer dieser seltenen Fälle, in denen es tatsächlich gelingt, einem alt-ehrwürdigen Genre einen neuen Aspekt hinzuzufügen. Dass man auf der Flucht vor Monstern leise sein muss, ist bekannt – in diesem Film ist die absolute Lautlosigkeit aber ein vollwertiges Stilelement. Die Figuren agieren in völliger Stille, flüstern nicht einmal miteinander, sondern verständigen sich über Handzeichen. Sie tappen barfuß durch die Szenerie und sind so ruhig, dass es den Zuschauer regelrecht in den Ohren schmerzt. Man muss den Schauspielern gratulieren, die es schaffen, ihren Charakteren ganz ohne Sprache Leben einzuhauchen.

Inhalt in Kurzfassung
Irgendwo in Amerika lebt eine Familie einen post-apokalyptischen Alptraum. Die Menschheit wurde mehr oder weniger ausgerottet und auch die wenigen Überlebenden befinden sich ständig in großer Gefahr. Die einzige Chance, den monströsen Jägern zu entkommen, ist völlige Lautlosigkeit, denn jedes noch so kleine Geräusch kann ein Todesurteil sein.

Die Grundannahme des Films führt nicht nur schauspielerisch zu einer unorthodoxen Herangehensweise. Auch optisch und akustisch ist „A Quiet Place“ grundlegend anders. So ist die Unterstützung durch einen Score eher marginal, wenngleich der Soundtrack nicht ganz wegfällt. Dafür kommt den Soundeffekten umso größere Bedeutung zu. Das ist so ungewohnt, dass allein dadurch ein mulmiges Gefühl beim Zuseher entsteht. Verstärkt wird diese Grundstimmung durch die Kameraarbeit, die in Zusammenhang mit der fehlenden Akustik ein fast schon klaustrophobisches Gefühl erzeugt – interessanterweise ohne, dass der Film in geschlossenen Räumen spielt. Daran kann man zumindest ansatzweise erkennen, wie angewiesen wir Menschen auf unseren vollständigen Sinnesapparat sind.

Gelungen ist auch das Drehbuch, das sich mehr auf die handelnden Personen als auf das Umfeld konzentriert. In diesem Fall bedeutet das, dass man als Zuseher nicht weiß, wie die Menschheit überhaupt in diese ausweglose Lage geraten ist. Eine außerirdische Invasion? Mutationen? Der Film hält sich sehr bedeckt, was die großen Zusammenhänge betrifft und liefert nur ein paar Schnipsel, aus denen man sich mehr oder weniger zusammenreimen kann, was passiert sein könnte. Das ist eine Herangehensweise, die ein wenig an „Cloverfield“ erinnert. In Verbindung mit dem nicht vorhandenen Humor trägt auch dieses Nicht-Wissen viel zum Nervenkitzel von „A Quiet Place“ bei.

Intensitätskurve flacht zum Schluss hin ab.

Leider ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Die intensive Stimmung, die ich oben beschrieben habe, trifft vorwiegend auf die erste Hälfte von „A Quiet Place“ zu. Den Mut, dieses Konzept bis zum Ende durchzuziehen, hatte Regisseur John Krasinski (der neben seiner Real-Life-Ehefrau Emily Blunt auch in einer der Hauptrollen zu sehen ist) dann doch nicht. Im weiteren Verlauf wird der Film dann immer „lauter“. Das beginnt damit, dass man eine Möglichkeit findet, Personen doch miteinander sprechen zu lassen. Das wurde zwar einigermaßen logisch gelöst, wirkt in meinen Augen aber wie ein Mittel zum Zweck, weil man es dem Publikum nicht zumuten wollte, bis zum Schluss quasi nur mit Gebärdensprache auszukommen. Allein das nimmt den Film bereits einiges vom Zauber, den er am Anfang entwickelt. Noch mehr wird das ursprüngliche Konzept durch die musikalische Untermalung verwässert, die sich von anfangs kaum wahrnehmbar im Verlauf des Films zu dramatisch-bombastisch steigert. Das passt zwar zum Inhalt, bei dem sich die Schlagzahl und die Action ebenfalls erhöhen – nimmt „A Quiet Place“ gleichzeitig aber auch viel von seiner Besonderheit.

Denn eines darf man auch nicht übersehen: „A Quiet Place“ unterscheidet sich in der Handlung nicht maßgeblich von einem handelsüblichen Endzeit- oder Zombiefilm. Es ist letztlich nur die Inszenierung, die den Streifen von seiner Konkurrenz abhebt. Wird diese verdünnt, wie es in der zweiten Hälfte des Films passiert, wird „A Quiet Place“ zu einer handwerklich gut gemachten aber sehr konventionellen Darstellung der Postapokalypse. Schade, mit etwas mehr Konsequenz hätte es eine höhere Wertung geben können.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: A Quiet Place
Regie:
John Krasinski
Jahr: 2018
Land: USA
Laufzeit: 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Emily Blunt, John Krasinski, Noah Jupe, Millicent Simmonds, Cade Woodward, Leon Russom



 

FilmWelt: The Road

Romanverfilmungen sind ja immer so eine Sache – meist ist das Ergebnis irgendwo zwischen Katastrophe und „geht so“ einzuordnen. Umso lobenswerter, wenn es dann doch mal gelingt, das Buch einigermaßen werkstreu auf die Leinwand zu bringen. „The Road“ ist einer dieser relativ seltenen Fälle, in denen genau das gelungen ist.

Gesamteindruck: 6/7


Gute Romanverfilmung.

Wer das gleichnamige Buch von Cormac McCarthy (deutsch: „Die Straße“, 2006) gelesen hat, weiß um die Schwierigkeiten, die eine Verfilmung dieses Stoffes mit sich bringen muss: Im Roman wird kaum gesprochen, die wenigen Dialoge sind kurz, teilweise redundant und kaum das, was man in irgendeiner Weise unterhaltsam nennen kann. Im Buch funktioniert das – dafür sorgt der ganz eigene, sehr knappe Stil des Autors, der damit eine intensiv-verstörende Dystopie zu erschaffen vermag, die in Sachen Trostlosigkeit ihresgleichen sucht.

Inhalt in Kurzfassung
Eine unbekannte Katastrophe hat Amerika verwüstet. Die wenigen Menschen, die es noch gibt, kämpfen in einer verottenden Welt um ihr Überleben. Werte wie Moral und Anstand zählen nicht mehr, Raub, Mord und Kannibalismus haben sich breitgemacht. Mitten in diesem post-apokalyptischen Alptraum sind ein Mann und sein Sohn unterwegs. Ihre wenigen Habseligkeiten liegen in einem Einkaufswagen, den sie eine Straße entlang schieben, immer auf der Suche nach Nahrung und einem Unterschlupf. Dabei versuchen sie, ihre Menschlichkeit zu bewahren, was in dieser feindseligen Welt jeden Tag schwerer zu werden scheint.

Eine dermaßen minimalistische Vorlage stellt natürlich ganz besondere Herausforderungen an die Schauspieler. Fündig wurde der australische Regisseur John Hillcoat (eher bekannt für seine Musikvideos, u.a. für Depeche Mode und Nick Cave) bei Viggo Mortensen (u.a. „Herr der Ringe“) und Kodi Smit-McPhee (u.a. „Let Me In“). Beide machen ihre Sache gut, speziell Mortensen wächst meiner Meinung nach über sich hinaus. Smit-McPhee leidet hingegen ein wenig an der hoffnungslos-romantischen Naivität, die zu seiner Rolle gehört – dafür ist der Australier meines Erachtens einfach zu alt, sodass Glaubwürdigkeit verloren geht.

Das liegt aber auch am Drehbuch, das die Gefühlsduselei, die im Buch wesentlich hintergründiger ausgefallen ist, stärker in den Fokus rückt. Klar, Vater und Sohn sind emotional aneinander gebunden. Was im Roman aber einigermaßen natürlich wirkt, scheint zum Teil übertrieben, wenn man es in bewegten Bildern vor sich sieht. Aus irgendeinem Grund irritiert das mehr, als das es Gefühle weckt. Hinzu kommt, dass man sich beim Lesen des Buches kaum die Frage stellt, wieso der Junge sich so schwer tut, das zu machen und zu lernen, was für das Überleben notwendig ist. Im Film hingegen ist seine Uneinsichtigkeit – wohl aufgrund des höheren Alters des Darstellers – gelegentlich kaum zu ertragen. Um es salopp auszudrücken: Leider funktioniert die Unschuldsnummer nicht so gut wie erhofft.

Starke Atmosphäre.

Diese Probleme in der Darstellung des Sohnes sind allerdings alles, was ich an „The Road“ auszusetzen habe. Alles andere macht der Film richtig – das beginnt bei den starken Bildern, die den erbärmlichen Zustand der Überlebenden sowie die immer weiter verfallende Infrastruktur und Landschaft perfekt einfangen. Für mein Gefühl ist das ein so realistischer Ausblick auf die Post-Apokalypse, wie man ihn selten zu sehen bekommt. Jeder einzelne Gegenstand, den Vater und Sohn besitzen ist unendlich wertvoll, entsprechend schlimm ist jeder Verlust – auch für den Zuseher. Und erleben die beiden etwas Gutes, wie das Auffinden von gebunkerten Lebensmitteln, kommt echte Freude auf. Das Drehbuch passt ebenfalls und setzt auf den richtigen Mix aus ruhigen Momenten und Spannung, garniert mit ein paar Action-Sequenzen. Ganz so still wie das Buch ist der Film allerdings nicht, was ein bisschen schade ist – dafür hat dem Regisseur dann wohl doch der Mut gefehlt (was auch am Einsatz von Off-Text zu erkennen ist, der eigentlich gar nicht notwendig gewesen wäre).

Bleiben Soundtrack und Bilder. Die Musik wurde von Warren Ellis und Altmeister Nick Cave komponiert. Die schwermütigen Klavier-Melodien passen hervorragend zur Grundstimmung und verstärken die düstere Atmosphäre. Manchem mag das aufdringlich erscheinen, ich empfinde den Soundtrack hingegen als grandiose Ergänzung. Und auch optisch macht der Film sehr viel her: Gefilmt wurde praktisch nur bei schlechtem Wetter an entsprechend verlassenen und kargen Plätzen, darunter ein niedergebrannter Freizeitpark. Farbflecken gibt es so gut wie keine, teils wurde in der digitalen Nachbearbeitung entsprechende Trostlosigkeit erzeugt. Das in starkem Kontrast zu den Rückblenden, die in satten Farben gestaltet sind und damit den Unterschied zwischen Prä- und Post-Apokalypse herausstreichen.

Fazit: Trotz kleinerer Unzulänglichkeiten finde ich diesen Film sehr gelungen. Dass die absolute Unschuld des Jungen noch stärker herausgestrichen wird als im Buch, ist zu verschmerzen. Das ist aus meiner Sicht aber der einzige Punkt, an dem sich wirklich stören könnte – ging mir schon beim Buch so und ist hier nicht anders. Wäre dieser Faktor nicht ganz so prominent und der Darsteller des Sohnes ein wenig jünger, hätte es sogar für die Höchstwertung gereicht. Aber auch so bekommt man mit „The Road“ eine intelligente und atmosphärische Umsetzung eines großartigen Romans.

Gesamteindruck: 6/7


Originaltitel: The Road
Regie: John Hillcoat
Jahr: 2009
Land: USA
Laufzeit: 112 Minuten
Besetzung (Auswahl): Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Robert Duvall, Guy Pearce, Charlize Theron, Molly Parker



 

FilmWelt: Bokeh

Vereinfacht gesagt bietet die Postapokalypse im Film zwei Möglichkeiten: Die eine ist das Überleben in ständiger Gefahr, gejagt von Zombies, Killer-Viren oder Naturkatastrophen – sprich eine action-orientierte Variante. Der zweite Ansatz, der nicht allzu häufig umgesetzt wird, ist eher ruhiger Natur und beschäftigt sich mit den psychologischen Auswirkungen des Endes der Welt auf die Überlebenden. Und genau das ist das Thema der Independent-Produktion „Bokeh“.

Gesamteindruck: 4/7


Die leise Postapokalypse.

Island ist per se ein relativ einsames Fleckchen Erde: Weit vom Schuss, wenige Einwohner, dünn besiedelt – und doch wunderschön. Jedenfalls für diejenigen, die die schroffe Natur, das Gefühl, am Ende der Welt angekommen zu sein, zu schätzen wissen. „Das Ende der Welt“ ist auch genau das Thema des Independent-Streifens „Bokeh“, wenn auch in einem anderen Sinne. Denn ein unbekanntes Ereignis lässt plötzlich fast alle Menschen verschwinden. Einfach so. Diese Apokalypse passiert in „Bokeh“ ruhig, ohne Panik und Aufregung: Ein kurzes Aufflackern, das genauso gut das Nordlicht sein könnte – mehr gibt es nicht zu sehen. Und auch in der Postapokalypse wird es – zumindest in dem relativ kurzen Zeitraum, den der Film abdeckt – nicht laut. „Bokeh“ lebt von den ruhigen Tönen, von der Konzentration auf zwei Charaktere und deren Psyche. Leider (und es tut mir bei einem ambitionierten Independent-Werk tatsächlich leid, so etwas zu schreiben) krankt der Film letztlich genau an dem, was er eigentlich darstellen möchte.

Inhalt in Kurzfassung
Ein amerikanisches Pärchen verbringt ein paar Urlaubstage auf Island – mit allen Schikanen: Blaue Lagune, Geysire, Wandern mit Touristengruppen und exzessives Fotografieren stehen am Programm. Aber nur bis eines Nachts ein rätselhaftes Licht aufglüht und plötzlich alle anderen Menschen verschwunden zu sein scheinen. Nach anfänglicher Ratlosigkeit und Panik beginnen sich die jungen Urlauber in der Welt, in der sie nun tun können, was sie wollen, einzuleben. Doch es gibt von Anfang an psychische Spannungen im gemeinsamen Umgang mit der Situation.

Die Inhaltsangabe liest sich wie die Beschreibung einer umgekehrten Robinsonade (die sprichwörtliche einsame Insel, nur dass die „Schiffbrüchigen“ nicht dort stranden, sondern alle anderen verschwinden). Oder etwas in der Art von „I Am Legend“, nur mit zwei Hauptpersonen und ohne Vampire. Und genauso funktioniert „Bokeh“ (der japanische Ausdruck bezeichnet übrigens den unscharfen Bereich eines Fotos, der ein darauf zu sehendes, scharfes Objekt im Vordergrund besonders hervorheben soll) im Prinzip auch: Es gibt keine Menschen mehr auf der Welt, nur noch unser Liebespaar. Was bedeutet diese Tatsache für ihre persönliche Entwicklung, welche psychischen Zustände durchlaufen sie in den ersten Wochen nach der Apokalypse?

Zu wenig Kontext.

Was zunächst spannend klingt, wird im Laufe des Films leider relativ schnell langatmig und zäh. Im Wesentlichen konnte ich zwei Gründe dafür ausmachen. So wäre meiner Ansicht nach eine für den Zuseher komplett nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere nur möglich, wenn man deren Ausgangspunkt gut genug kennt. Diese Basis fehlt in „Bokeh“ praktisch vollständig. Das „Vorgeplänkel“, bis es zur Apokalypse kommt, ist zu kurz, um Riley und Jenai, so die Namen der Protagonisten, kennenzulernen. Ja, man sieht, dass sie sich lieben, man weiß, dass sie gerne fotografieren und kann nachvollziehen, was ihnen an Island gefällt. Aber das ist eben nur eine Momentaufnahme, die Beziehung wirkt einigermaßen konstruiert. Denn ohne jegliche Kenntnis einer Vorgeschichte ist unmöglich zu sehen, ob und wie sich die Figuren angesichts des Ausnahmezustandes, in den sie geworfen werden, entwickeln.

Das fällt insbesondere bei Jenai auf, die sich wesentlich schwerer tut, ihre Situation zu akzeptieren. Das wäre grundsätzlich ein guter Aufhänger, würde für Drama und Spannung sorgen. Aber wenn man nicht weiß, warum es ihr so geht, wird es schwierig – es gibt nicht einmal einen Hinweis darauf, wo ihr Zuhause, in das sie unbedingt zurück will, überhaupt ist. So kann man sich schwer vorstellen, warum es für die offenbar ziemlich streitsüchtige Blondine dermaßen schrecklich ist, auf Island gestrandet zu sein, während ihr Freund kaum Anpassungsprobleme zu haben scheint. Am schlimmsten daran ist, dass ihre Rolle dadurch ohne Not extrem unsympathisch wird. Auch weil das Spiel von Maika Monroe eine Gedankenwelt der Figur andeutet, die sich dem Zuseher überhaupt nicht erschließt. Lösen hätte man das auch ohne ewig langen Vorspann können – z.B. indem man im Film die eine oder andere Rückblende einbaut.

Der zweite Kritikpunkt, den ich an „Bokeh“ habe, betrifft Teile des Drehbuches. Es geht teilweise recht unlogisch zu, so verstehe ich beispielsweise nicht, warum unsere Helden nicht relativ schnell am Flug- oder Schifffahrtshafen nach Menschen suchen. Und letztlich ist es dann doch einigermaßen ermüdend, wenn die beiden immer wieder Ausflüge in die Natur Islands unternehmen, wo dies und das für wunderschön befunden wird. Diese Szenen ähneln sich und scheinen sich zu wiederholen, was den Film langatmiger erscheinen lässt, als er eigentlich sein müsste. Etwas mehr Drama hätte es meines Erachtens zwischendurch schon gebraucht.

Wunderbare Bilder.

„Bokeh“ hat dennoch zwei große Punkte auf der Habenseite. Der Drehort ist natürlich ein Selbstläufer – Island ist einfach wunderschön und das wurde in den Bildern perfekt eingefangen. Nimmt man die musikalische Untermalung hinzu, fällt mir nichts ein, was man atmosphärisch hätte besser machen können. Die Lust auf einen Island-Urlaub erzeugt der Film also definitiv. Das zweite Plus sind die Darsteller. Monroe und O’Leary holen tatsächlich unglaublich viel aus den eigentlich sehr schwachen Charakteren heraus. Fast wirkt es so, als wären die Schauspieler mit dem, was ihnen im Drehbuch vorgesetzt wurde, unterfordert gewesen und hätten versucht, eigenmächtig einen draufzusetzen. So wird es wohl nicht gewesen sein, aber ich habe es angedeutet: Ihre Darstellung, vor allem die Mimik, suggeriert eine Tiefe der Rollen, die de facto einfach nicht vorhanden ist. Schade um diese hervorragende Leistung.

Letztlich ist „Bokeh“ einer dieser Filme, die man so gerne wirklich mögen würde, der aber bei halbwegs objektiver Betrachtung einfach zu viele Mängel dafür aufweist. Denn was helfen die schönsten Bilder, was die besten Darsteller, wenn das Drehbuch einfach nicht mitreißen kann? Leider sehr wenig, daher reicht es nur für eine durchschnittliche Wertung.

Gesamteindruck: 4/7


Originaltitel: Bokeh
Regie: Geoffrey Orthwein, Andrew Sullivan
Jahr: 2017
Land: USA, Island
Laufzeit: 92 Minuten
Besetzung (Auswahl): Maika Monroe, Matt O’Leary, Arnar Jónsson



 

BuchWelt: Die Straße

Cormac McCarthy


Endzeit-Romane gibt es viele – doch nur wenige erschaffen eine derart trostlose Welt vor den Augen des Lesers wie Cormac McCarthys „Die Straße“. Der Autor lässt seine Protagonisten in einem völlig verbrannten, unfruchtbaren, sonnenlosen und immer weiter verrottenden Amerika ihren Weg gehen, verfolgt von Wind, Wetter und üblen Typen. Das klingt im ersten Moment zumindest nach ein wenig Action – in Wirklichkeit dominiert in diesem Buch aber nur eines: Hoffnungslosigkeit, durchsetzt mit einem zusehends schwächer werdenden Willen, zu überleben.

Gesamteindruck: 6/7


Trostloser kann die Endzeit kaum sein.

Dass aus solchen Zutaten nur eine höchst pessimistische Grundstimmung entstehen kann, verwundert nicht weiter. Der knappe Stil von Cormac McCarthy, der kurze Sätze und Satzfragmente aneinanderreiht, tut sein Übriges zu diesem Eindruck. Noch dazu wird in den kurzen Dialogen kaum Wesentliches gesagt, sogar die Anführungszeichen fallen weg. Auch auf ausufernde Beschreibungen der Postapokalypse und wie es überhaupt soweit kommen konnte, verzichtet der Autor im Großen und Ganzen. Kein Wunder, außer Asche und einer grauen Welt gibt es offenbar nicht viel zu sehen. Konsequenterweise wurde selbst auf Namen, Orte und eine genaue Beschreibung der zwei Hauptpersonen (Vater und Sohn, das muss reichen!) verzichtet.

Unglaublich, dass dieser auf die Spitze getriebene Minimalismus dennoch so zu fesseln vermag, wie es „Die Straße“ tut. Man fiebert ständig mit den Protagonisten mit, leidet mit ihnen, wenn es ihnen schlecht geht und freut sich, wenn ihnen etwas Gutes widerfährt. Dem Autor gelingt es sehr gut, die Spannung hochzuhalten, man will einfach wissen, was Vater und Sohn am Ende ihrer Reise erwartet. Dadurch bleibt die Motivation, trotz des trockenen Stils weiterzulesen, nahezu durchgehend erhalten.

Negativ fällt eigentlich nur ein Punkt auf: Die Erschöpfung, der Hunger und der Allgemeinzustand der Hauptpersonen schrammen oft knapp an der Grenze zur absoluten Unglaubwürdigkeit vorbei. Man fragt sich mehr als einmal, wie derartige Jammergestalten überhaupt soweit kommen konnten. Daneben gibt es noch einen gewissen Hang zu einer – aus meiner Sicht – typisch amerikanisch-religiösen Haltung, die angesichts der Postapokalypse einigermaßen aufgesetzt wirkt. Zum Glück reißt sich der Autor aber am Riemen und streut derartige Passagen nur gelegentlich ein.

Für die volle Punktezahl reicht es zwar nicht ganz, aber dennoch ist „Die Straße“ ein Werk, das Liebhaber von minimalistischer Literatur gelesen haben sollten. Dass das Buch „zu Tränen rührt“, wie einige Kritiker der Fachpresse geschrieben haben, ist meiner Ansicht nach übrigens eine Übertreibung. Dazu fehlen aufgrund des knappen Stils ganz einfach die Emotionen.

Gesamteindruck: 6/7strasse


Autor: Cormac McCarthy
Originaltitel: The Road.
Erstveröffentlichung: 2006
Umfang: ca. 260 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


 

BuchWelt: Eiszeit 4000

Michael Moorcock


„Eiszeit 4000“ ist alles in allem ein kurzweiliger, nicht allzu tiefgründiger Roman, der schnell gelesen ist. Ein netter Zeitvertreib, nicht mehr, aber auch nicht weniger; für höhere Weihen reicht es jedoch nicht – warum das so ist, steht unten.

Gesamteindruck: 4/7


Kurzweiliges Buch mit durchwachsenem Finale.

Das eher suboptimal betitelte „Eiszeit 4000“ (im Original wesentlich eleganter als „The Ice Schooner“ bekannt) war mein erster Kontakt mit dem Werk des Briten Michael Moorcock. Da dessen Name in Fantasy-Kreisen großes Ansehen genießt, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Der vorliegende Roman konnte diese jedoch nur bedingt erfüllen, was aber vornehmlich daran liegen dürfte, dass es sich dabei um ein Frühwerk des Autors handelt, das noch nicht ganz ausgereift ist.

Positiv ist jedenfalls die zugrunde liegende Geschichte zu werten, die die Fantasie sehr schön anregt. Die Beschreibung einer postapokalyptischen Welt ist zwar nichts bahnbrechend Neues, dennoch gelingt es Moorcock, dem Ganzen eine völlig eigene Note zu verleihen. Vor allem die Idee der „Eissegler“ gefällt sehr gut und wurde anschaulich umgesetzt. Übrigens sollte man sich nicht vom Klappentext täuschen lassen, der erste Teil des Buches besteht großteils aus Beschreibungen der menschlichen Lebensart in einer feindlichen Welt, während der zweite Abschnitt eine Art Reisebeschreibung im Sinne eines Jules Verne ist (ohne freilich dessen Klasse zu erreichen). Diese beiden Ansätze sind durchaus gelungen und enthalten kaum Längen – sie treiben die Handlung spannend auf das Finale zu.

Dieses Finale gibt jedoch Anlass zur Kritik. Es gibt hier zwar eine recht überraschende Wendung, dennoch wirkt das Ganze ziemlich aufgesetzt. Hier scheint den Autor ein wenig die Lust und Inspiration verlassen zu haben, die Erklärungen sind viel zu knapp und hinterlassen ein sehr schales Gefühl. Gleiches gilt für die Art und Weise, wie sich der Held aus dem Buch verabschiedet – hier wäre wesentlich mehr möglich/nötig gewesen.

Gesamteindruck: 4/7


Autor: Michael Moorcock
Originaltitel: The Ice Schooner.
Erstveröffentlichung: 1969
Umfang: 214 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch (vergriffen)


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FilmWelt: 2012

Natürlich darf man an einen Emmerich-Blockbuster nicht mit der Erwartung herangehen, eine wissenschaftlich korrekte Dokumentation zu sehen. Aber auch die Mindestvoraussetzungen für einen inhaltlich halbwegs brauchbaren Film erfüllt dieser Streifen bei weitem nicht. Zu dümmlich die Dialoge, zu vorhersehbar die Handlung, zu flach die Charaktere – all das ist meiner Ansicht nach auch für ausgewiesenes Popcorn-Kino zu wenig.

Gesamteindruck: 3/7


Effekt-Overkill ohne jegliche Substanz.

Wenn man Filme mag, in denen der Regisseur sozusagen mit der groben Kelle austeilt und in denen möglichst viel kaputt geht, ist man mit „2012“ prinzipiell gut bedient. Selten, vermutlich überhaupt nie, gab es bisher in einem Film dermaßen umfassende Verwüstungen zu bewundern. Egal, ob der Ausbruch des Yellowstone-Supervulkans, das regelrechte Versinken von Metropolen im Boden bzw. im Meer oder die Zerstörungen, die von gigantischen Tsunamis angerichtet werden – all das ist tricktechnisch sehr gut umgesetzt und lässt kaum Wünsche offen. Wobei der Overkill an computergenerierten Special Effects zur Folge hat, dass wesentlich mehr „unecht“ wirkt, als in anderen Filmen; die Grenzen der Technik sind in einigen Szenen doch recht deutlich zu erkennen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Dennoch: An dieser Front wurde prinzipiell alles richtig gemacht.

Mehr hat „2012“ im Wesentlichen jedoch nicht zu bieten. Zunächst merkt man von Anfang an sehr deutlich, dass die Special Effects der eigentliche Star des Films sind. Die Schauspieler (allen voran der durchaus sympathische John Cusack) sind zwar bemüht, stellen aber völlig gesichtlose, maximal als Verkörperung von amerikanischen Heldenklischees durchgehende Charaktere dar. Gleiches gilt für die Story – die Apokalypse erhält zwar einen pseudo-wissenschaftlichen Anstrich, der nicht ganz verkehrt ist, die restliche Handlung kann man jedoch getrost vergessen. Alles ist dermaßen vorhersehbar, dass einfach keine richtige Spannung aufkommen will und man – statt mit den Hauptpersonen mitzufiebern – nur auf die nächste Effektorgie wartet. Grundsätzlich wurde sowohl bei Charakteren als auch in Bezug auf die Story ohne Not wirklich jedes Klischee in den Film gepackt, dass man aus den letzten Jahrzehnten des Popcorn-Kinos kennt.

Am meisten stört, wie oft Hauptdarsteller Cusack praktisch in letzter Sekunde dem Tod von der Schippe springt. Es wäre vollkommen in Ordnung gewesen, die einzelnen Katastrophen zumindest gelegentlich für sich stehen zu lassen – leider hat man sich dazu entschieden, die Darsteller in mörderischem Tempo durch die nicht vorhandenen Kulissen zu jagen. Die Folge ist Kopfschütteln und stellenweise sogar Gelächter, wenn die Protagonisten in einer Limousine durch ein gerade einstürzendes Hochhaus brettern oder mit einer schweren Transportmaschine Flugmanöver wie mit einer Cessna durchführen. Atemlose Spannung kommt so jedenfalls nicht auf. Dass Roland Emmerich zusätzlich auch noch ganz tief in den Pathetik-Topf greift, seinen Darstellern dümmliche Dialoge in den Mund legt und den Spagat zwischen Familien- und globaler Tragödie nicht hinbekommt, spielt im Endeffekt so gut wie keine Rolle mehr. Genauso ist es mit dem jämmerlichen Versuch, dem Ganzen durch einen schwarzen US-Präsidenten, einer „Frau Bundeskanzlerin“ und ähnlichen Personen einen aktuellen, realistischen Anstrich zu verleihen.

Gute Momente gibt es vor allem dann, wenn der Film echte Ironie statt unfreiwilliger Komik zeigt. Beispielsweise wenn das Weiße Haus durch einen US-Flugzeugträger zermalmt wird oder der Petersdom Gläubige während dem Gebet unter sich begräbt.

Im Endeffekt reicht das alles für drei Punkte – das aber auch nur deshalb, weil es einige – auch inhaltlich – schlechtere Filme gibt. Zumindest hat man bei „2012“ im Vergleich zu anderen Filmen (wie zum Beispiel der unsäglichen Geschichtsverfälschung „Pearl Harbor“, den nicht mal die hervorragenden Effekte rausreißen können) nicht das Gefühl, dass sich der Streifen selbst allzu ernst nimmt. Der Film tut niemandem weh, ist in seiner Art zumindest konsequent und setzt optische Maßstäbe. Zu mehr reicht es aber nicht, soll es wohl auch nicht. Mir persönlich ist das aber auch bei einem solchen Blockbuster einfach zu wenig.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: 2012
Regie: Roland Emmerich
Jahr: 2009
Land: USA, Kanada
Laufzeit: 158 Minuten
Besetzung (Auswahl): John Cusack, Chiwetel Ejiofor, Amanda Peet, Woody Harrelson, Dany Glover



 

BuchWelt: Ich bin Legende

Richard Matheson


Stellenweise ist es recht schwer, was Richard Matheson in diesem Buch auf das Publikum loslässt. Die Einsamkeit, die der Protagonist empfindet, legt sich ab und an tatsächlich drückend um den Leser. Aber: Das ist wirklich gut gemacht und gut geschrieben. Abseits der Gefühle, die der Autor zu wecken versteht, ist „Ich bin Legende“ aber auch ein philosophisch interessantes Werk. Das Ende der Gesellschaft – ein immer wieder gern zitiertes Thema, das Matheson zwar nicht perfekt, aber doch sehr gekonnt aufgreift.

Gesamteindruck: 6/7


Vampire und das Ende der Gesellschaft.

Bei dieser Geschichte von Richard Matheson handelt es sich um eine Novelle, die vor ein paar Jahren aufgrund der Neuverfilmung (2007, zwei Filme, 1964 und 1971, gab es schon) mit Will Smith eine kleine Renaissance erlebt hat.  Die Handlung nimmt grundsätzlich das Thema „Vampirismus“ auf. Der Zweck, den der Autor damit verfolgt, ist aber eher die Schaffung eines Rahmens für die Zustände des Hauptcharakters Robert Neville, der sich als letzter lebender (bzw. „gesunder“) Mensch auf Erden gewaltigen Problemen gegenüber sieht. Die Schwierigkeiten liegen dabei weniger in seiner Versorgung mit Strom, Nahrung u. ä., sondern eher in der Einsamkeit und Isolation. Es geht in diesem Buch um die Vernichtung der bestehenden menschlichen Gesellschaft durch eine Katastrophe und den Übergang zu einer neuen Gesellschaft – die alte Gesellschaft besteht nur noch aus einem einzigen Menschen, der dadurch für alle anderen zur Legende wird. Die Vampire könnten in diesem Fall genauso gut Zombies, Außerirdische oder Roboter sein, sie sind nicht die Hauptpersonen der Geschichte.

Das Vampirproblem wird von Matheson wissenschaftlich zerlegt – ähnlich wie beispielsweise in „Blade“ findet Neville heraus, warum Vampire Blut trinken, warum sie Angst vor Kreuzen und Knoblauch haben usw. Ihnen haftet absolut nichts Mystisches und Geheimnisvolles an, weshalb der ab und zu in Rezensionen getroffene Vergleich zu Bram Stoker’s „Dracula“ und anderen klassischen Vampirromanen unzulässig ist. Fans von Geschichten a lá Anne Rice sollten das umso mehr bedenken, bevor sie sich dieses Buch zulegen. Wer jedoch nicht nur auf „Graf Dracula“ oder „Lestat“ fixiert ist, erhält ein äußerst spannendes und schnell zu lesendes Buch, das leider ein wenig zu kurz ist.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Richard Matheson
Originaltitel: I am Legend.
Erstveröffentlichung: 1954
Umfang: 400 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


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